Zutaten und Grundlagen einer erfüllten Partnerschaft

Grundlagen einer erfolgreichen Beziehung. Anhand von häufigen Fragen zu Beziehungen werden die wichtigsten Zutaten für eine beständige und gute Partnerschaft erklärt.

Zutaten und Grundlagen einer erfüllten Partnerschaft

Was ist das Geheimnis glücklicher Paare? Was schmiedet Paare zusammen? Darum geht es in den Grundlagen einer erfüllten Partnerschaft.

Eine erfolgreiche Beziehung wird von zwei Menschen gestaltet, die sich zusammentun, um ihr Leben zu teilen. Beide wissen, was sie von der Partnerschaft erwarten, und dass man etwas tun muss, um die Liebe zu erhalten. Beide wollen aus der Beziehung etwas gewinnen, d.h. den überwiegenden Teil der Zeit besser dastehen als ohne Partner. Jeder einzelne Partner fühlt sich in der Lage, alleine zu leben, ist von seinen Fähigkeiten und seinem Wert überzeugt. Beide sind in der Lage, sich selbst und den Partner zu achten. Jeder ist bereit, seine Bedürfnisse offen zu äußern. Die wichtigsten Bedürfnisse werden von beiden geteilt.

Jeder kann jedoch auch zulassen, dass der Partner Bedürfnisse hat, die er nicht teilt, und er lässt auch zu, dass dieser sie ohne ihn erfüllt. Beide lassen den anderen an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben, auch wenn der andere manchmal zunächst traurig oder enttäuscht ist. Bei Konflikten bemühen sich beide darum, ihre eigene Sicht darzustellen, ohne den anderen schlecht zu machen. Sie suchen nach einem Kompromiss. Sie sehen ihre Beziehung als ein Gewinn-Gewinn-Spiel. Beide sind bemüht, sich attraktiv zu machen für den anderen und etwas dafür zu tun, dass es ihm gutgeht. Sie sprechen über ihre Lebensziele. Sollten sich die Lebensziele nicht mehr vereinbaren lassen, trennen sie sich, anstatt den anderen verändern zu wollen. Beide Partner gestehen sich das Recht zu, den anderen auch mal negativ zu sehen und wütend auf ihn sein zu dürfen. Sie sprechen ihre Gefühle aus, ohne den anderen zu verletzen. Sie halten sich an Absprachen, die sie in der Beziehung getroffen haben. Beide betrachten ihre Beziehung als ein Projekt, für das sich beide verpflichtet haben. Sie müssen Energie und Zeit investieren und immer mal wieder schauen, ob beide noch das gleiche Ziel haben.

Durch viele äußere Einflüsse kann sich das Projekt verändern. Ein neuer Arbeitsplatz, Kinder, Arbeitslosigkeit, neue Menschen, ein neues Hobby, finanzielle Probleme oder Umzug können uns zwingen, unsere Pläne zu ändern und neue Kompromisse auszuhandeln. Schauen wir uns einige Zutaten einer erfolgreichen Beziehung etwas genauer an. 

Die 8 häufigsten Fragen zu gelingenden Beziehungen

Wie wichtig sind Humor und Lachen in einer Beziehung?

Absolut wichtig. Gemeinsame positive Erfahrungen stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Wunsch, Zeit miteinander zu verbringen. Gemeinsames Lachen entspannt und hilft, Konflikte zu entschärfen.

Wie wichtig ist gegenseitige Akzeptanz in einer Beziehung?

Mit der Idee, den Partner umkrempeln zu können, eine Beziehung anzufangen, ist eine schwere Hypothek und ein großes Risiko. Jeder glaubt von sich, so in Ordnung zu sein, wie er ist, oder sich nicht ändern zu müssen. Spüren wir, dass der Partner uns ändern will und uns so nicht liebt, wie wir sind, gehen wir in den Widerstand. Wir wollen mit Haut und Haaren geliebt werden und nicht nur in Teilen. Gewöhnlich ist es so, dass wir uns eher noch erlauben, im Laufe der Beziehung mehr Schwächen zu zeigen, als Fehler aufzugeben. Besser ist es, wenn wir uns einen Partner wählen, der uns unsere wichtigsten Erwartungen und Bedürfnisse erfüllt. Mit den Punkten, die er nicht erfüllt, sollten wir uns vorstellen, leben zu können. Es darf also kein absolutes MUSS dahinterstehen, dass er sich ändert. Es wäre lediglich schön, wenn …

Nur wenn wir nicht gegenseitig aneinander ziehen und den Partner nicht nach unseren Vorstellungen formen wollen, kommen Gefühle der Geborgenheit und Liebe auf. Wir akzeptieren, dass unser Partner andere Erfahrungen, Vorstellungen, Ansichten, Fähigkeiten, Wünsche als wir hat und erlauben ihm diese Andersartigkeit, ohne uns dadurch bedroht zu fühlen. Wir lassen Nähe zu, wenn wir uns akzeptiert und wichtig genommen fühlen.

Wie wichtig ist es für die Beziehung, eine Privatsphäre zu haben?

Absolut wichtig. Beide Partner machen voneinander unabhängig Erfahrungen, die sie wieder interessant für den anderen machen. Es kann Sehnsucht nach dem anderen in der Abwesenheit entstehen, die Partner erleben ihre Unabhängigkeit, stärken ihr Selbstvertrauen und können sich bewusst wieder für das Zusammenleben entscheiden. Und beide können Aktivitäten nachgehen, die dem anderen nicht so liegen. Ohne Freiräume erstickt auch die beste Beziehung.

Wie wichtig ist Sex in der Beziehung?

Das ist abhängig von den Bedürfnissen und Absprachen der beiden Partner. Nähe und körperliche Berührung sind es auf jeden Fall. Die Partnerschaft steht auf drei Säulen: emotionale Nähe, Kommunikation und Sexualität. Jedes Paar mixt sich seinen eigenen "Cocktail" daraus. Wenn beide Partner keine starken sexuellen Bedürfnisse haben, kann die Partnerschaft trotzdem stabil sein. Schwierig wird es, wenn einer öfter möchte, als der andere. Finden Sie heraus, was für ein Sex-Typ Sie sind in dem Sex-Test für Frauen.

Warum sollten Paare gemeinsame Projekte haben?

Gemeinsame Projekte stabilisieren die Beziehung. Man hat ein gemeinsames Ziel, um das man kämpft und über das man sich unterhalten kann. Die Energien werden in eine Richtung gelenkt. Jeder gemeinsame Erfolg bestätigt die Beziehung. Erfolgreich bewältigte Krisen bestärken ebenfalls die Partner, eine gute Wahl mit dem Partner getroffen zu haben und sich auf ihn verlassen zu können. Jeder hat in diesem Projekt seine Aufgabe und Rolle. Nach außen werden beide als Paar wahrgenommen.

Müssen Paare alles gemeinsam machen?

Nein. Im Gegenteil, es ist eher schädlich, weil die Paare sich dann meist als Paar verhalten und sich an ihre vereinbarten Rollen halten. Auch das Umfeld verhält sich einem Paar gegenüber anders als einer Einzelperson. Getrennte Aktivitäten fördert die Attraktivität für den Partner, weil es am Partner immer wieder was Neues zu entdecken gibt. Die Beziehung bekommt immer neue Impulse, der Partner bleibt spannend. Der Partner bekommt die Bestätigung, auch alleine zufrieden sein zu können und alleine überlebensfähig zu sein. Wenn man alleine etwas macht, lernt man, ganz auf sich selbst zu hören, und kann eigene Wünsche erfüllen. Man lernt, sich selbst zu behaupten und seine Meinung zu vertreten. Natürlich ist das Gegenteil, alles alleine zu machen, genauso wenig förderlich wie das permanente Zusammenglucken. Die richtige Mischung aus Nähe und Distanz macht eine gute und dauerhafte Beziehung aus. Freiräume sind wichtig, sonst erstickt die beste Beziehung.

Wie spricht man richtig miteinander?

In der Ich-Form, sodass beide Partner die Verantwortung für ihr Denken, ihre Gefühle und ihr Verhalten übernehmen, anstatt dem anderen in der Du-Form Vorwürfe zu machen. Argumentieren sie sachlich, auf konkrete Situationen bezogen, sodass der andere etwas mit Ihren Aussagen anfangen kann, anstelle von Sätzen wie: "Immer machst du …, nie tust du …" Außerdem wichtig:

  • den anderen ausreden zu lassen,
  • ehrliches Interesse an seiner Person und Achtung,
  • ohne indirekt zu manipulieren: deutliches Nein, um Grenzen zu setzen, wo Sie nicht einverstanden oder überfordert sind. Klare Wünsche äußern.
  • Kompromisse anbieten,
  • Schwächen und Fehler zugeben und sich entschuldigen.

Wie schaffen wir es, zu einer positiven Bilanz in der Partnerschaft kommen?

Wir sollten unsere Wünsche frühzeitig äußern und unsere Enttäuschung nicht erst Monate mit uns herumtragen. Am besten beginnen wir zu einem ruhigen Zeitpunkt unser Gespräch mit dem Partner damit, was uns an der Beziehung gefällt und guttut: "Mir gefällt, dass du ... Gerne mache ich mit dir …" Dann gehen wir dazu über, unsere Wünsche möglichst konkret zu äußern: "Mir fehlt noch ein wenig mehr … Ich würde so gerne mit dir … Mir ist so wichtig, dass wir … tun." Wir sollten uns auch in Erinnerung rufen, dass unser Partner keine Gedanken lesen kann. Meist ist es keine Absicht, wenn er unsere Wünsche nicht erfüllt. Er kennt sich mit seinen Wünschen aus, aber nicht mit den unsrigen.

Die Anforderungen des Alltags führen dazu, dass vieles Routine wird und auch wenig Zeit bleibt, sich in den Partner hineinzuversetzen. Wir sollten nicht vergessen, uns zu bedanken, wenn unser Partner uns einen Wunsch erfüllt. Es ist für ihn wichtig, zu erfahren, dass sein guter Wille angekommen ist. Außerdem wird er dann noch mehr darin bestärkt, etwas für uns zu tun. Ausschlaggebend ist nicht, dass unser Partner uns den Wunsch von den Augen abliest, sondern dass er ihn erfüllt.

Missachtet der Partner unsere Wünsche wiederholt, dann sollten wir uns nochmals überlegen, wie wichtig uns unsere Wünsche sind. Lohnt es sich dafür, sich in Anspannung zu versetzen und Streit mit dem Partner zu haben? Wenn ja, wenn unser Bedürfnis für uns absolut wichtig ist, dann sollten wir zu Taten schreiten. Wir sollten dem Partner ankündigen, dass wir ab sofort auch einen seiner Wünsche (konkret formulieren) nicht mehr erfüllen und uns dann auch so verhalten. Wir können dann weiterhin liebevoll zu ihm sein, denn wir haben uns aus der Opferrolle und dem Warten auf eine Veränderung geholt und für uns das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen wiederhergestellt. Dieses Vorgehen mag zwar an das Wort "Auge um Auge, Zahn und Zahn" erinnern. Doch es ist legitim, wenn wir zuvor über Gespräche unseren Wunsch nicht deutlich machen können.

Muss sich der Partner nach unseren Vorstellungen richten?

Idealerweise sollte es jedem Partner möglich sein, sich zu entfalten und seine Lebensvorstellungen zu verwirklichen. Da beide Partner jedoch nicht zu jedem Zeitpunkt die gleichen Vorstellungen oder in manchen Bereichen generell unterschiedliche Vorstellungen haben, sind Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen unvermeidlich. Ordnung, Umgang mit dem Geld, Geselligkeit, Fernsehprogramm, Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Anerkennung, Bedürfnis nach Aussprache, Erziehungsprinzipien - das sind Punkte, an denen sich die Vorstellungen häufig unterscheiden und die eine Beziehung belasten können. In einer erfolgreichen Beziehung lenken beide Partner ihren Blick nicht nur darauf, was ihnen fehlt und wo der Partner sich ändern sollte. Sie bemühen sich täglich neu darum, am anderen Positives zu entdecken. Jeder ist zu Kompromissen und Entgegenkommen bereit.

 

 

Eine gute Beziehung lebt vom ständigen Austausch von Wünschen.

Paare, die 25 und mehr Jahre zusammenleben, nennen die Fähigkeit, gemeinsam Probleme zu lösen, als wichtigsten Faktor für ihre Zufriedenheit. Beide Partner sind sich einig: Liebe hat nichts damit zu tun, dass der Partner die Erwartungen immer und überall erfüllt. Vorwürfe, Beschimpfungen, Trotz, Rückzug und Racheakte sind langfristig keine geeigneten Strategien für eine erfolgreiche Partnerschaft. Wenn man sich dauernd über den Partner ärgert, stirbt die Liebe und die Beziehung ist am Ende.

Ich wünsche Ihnen den Mut, Ihre Wünsche zu äußern, und die Bereitschaft, die Unterschiedlichkeit Ihres Partners zu akzeptieren. Hierzu benötigt wird die Fähigkeit, konstruktiv zu streiten, d.h. seine Meinung zu äußern, ohne den anderen zu missachten und kleinzumachen, und auch möglichst früh seine Unzufriedenheit anzumelden.

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Hoppel schreibt am 04.11.2019

Um Gottes Willen, das ist mir alles zu anstrengend geworden. Die Anforderungen und Erwartungen ändern sich zum Glück je älter man wird. Ich muß keine Bäume mehr ausreissen und Konflikte ausfechten. Ich genieße nur noch das Leben ohne privaten Stress. Im übrigen haben immer nur meine Partnerinnen Gewinn aus einer Beziehung mit mir gezogen. Für mich war das materiell gesehen jedesmal ein Minusgeschäft. Von daher, nie wieder. 🤗

marion Gfrörer schreibt am 06.04.2019

Ehrlichkeit/AufrichtigkeitIch versuche immer meine Ehrlichkeit/Aufrichtigkeit aufrecht zu halten, aber meine Umgebung zerstückelt sie und bringt böse Absichten hinein. Warum?Ich glaube, dass Menschen an Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit glauben, haben einen starken Charakter, der nicht so leicht zu demondieren ist, deshalb versucht die Umgebund dies zu zerstören, weil es ihr SPIEL ist.

Stern schreibt am 27.11.2018

Mein Freund will immer reden. Wir sind erst 4monaten zusammen. Beide vom Sternzeichen Zwillinge. Und Frauen geschädigt. Rennt immer in der nächste Beziehung. Was macht man da. Zu mir sagte er geht nicht mehr viel Kommpromisse ein. Was macht man da?

Biggi schreibt am 19.10.2018

Eine wichtige Grundlage ist es, sich zu diesem Menschen in seinem Ganzen zu bekennen, egal wie nervig seine einzelnen Persönlichkeitszüge und Launen auch sein mögen.Mitunter vermisst mein Mann in unserem Sexleben meine Phantasie von früher - ich vermisse diese Phantasien nicht, da ich der sicheren Überzeugung bin, dass unser heutiges "stinknormales" Sexleben eher ein Zeichen intensiverer Nähe ist - und wir haben guten Sex - nur halt ohne Verkleidung... :-)

Sonne schreibt am 02.09.2018

Liebe kann man nicht erkämpfen, Liebe kann nur gelebt werden. Bevor ich anfange die Bedürfnisse gegenseitig aufzurechnen, Auge um Auge, Zahn um Zahn zu leben, trenne ich mich lieber. wenn mein Partner nicht bereit ist mir seine Liebe zu schenken, ist die Partnerschaft vielleicht am Ende angekommen. Wenn Gespräche nicht mehr fruchten, gehe ich. Auf Erpressung habe ich keinen Bock. Ich bin nicht bereit genauso zu handeln wie hier beschrieben. Auf eine solche Partnerschaft kann ich gut verzichten.

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 Eine gute Beziehung lebt vom ständigen Austausch von Wünschen.
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