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Frischzellenkur für die Partnerschaft

Paar hat sich nichts mehr zu sagen

Tipps für die Belebung und den Erhalt einer Partnerschaft. Bild © Fotowerk - Fotolia.com

© Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Kennenlernen, Verliebtsein und die erste Zeit in einer Partnerschaft - da ist die Welt meist noch in Ordnung. Beide Partner haben den Eindruck, ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Jeder ist gerne bereit, dem anderen zuliebe etwas zu tun oder nicht zu tun.

Doch mit der Zeit lässt die Bereitschaft nach. Beide sind sich ihrer Liebe sicher und beginnen, anderen Bereichen, etwa dem Beruf, Hobby, dem Freundeskreis wieder mehr Einfluss und Wichtigkeit beizumessen.

Die Partnerschaft beginnt, immer mehr in Routine zu erstarren oder aber sich in beständigen Machtkämpfen aufzureiben.

Wenn die Beziehung in Routine erstarrt, besteht die Gefahr, dass man sich voneinander entfernt, die Verbundenheitsgefühle verschwinden.

Will der eine den anderen ändern, ist die Beziehung von Nörgelei, Kritik und Wutgefühlen geprägt. 

Wir können nicht davon ausgehen, dass unsere Partnerschaft automatisch funktioniert und die Liebe ohne unser Zutun ewig anhält. Das ist eine Illusion.

Ebenso wie es in der Arbeitswelt erforderlich ist, sich weiterzubilden und sich um ein gutes Arbeitsklima und gute Leistungen zu bemühen, sollten wir auch in der Partnerschaft darauf achten, dass sie immer wieder neu belebt wird.

Die folgenden 9 Strategien können Ihnen helfen, Ihre Liebe und Beziehung am Leben zu erhalten und/oder wieder zu beleben.

Selbstverständlich sollte auch Ihr Partner diese Tipps beherzigen und umsetzen.

9 Tipps für die (Wieder)Belebung und den Erhalt Ihrer Partnerschaft

1. Nehmen Sie sich Zeit, um mit Ihrem Partner Bilanz zu ziehen.

Wenn Sie in der Partnerschaft bleiben wollen und Sie sich besser fühlen wollen als ohne Partner, müssen Sie von Zeit zu Zeit ausmisten und Bilanz ziehen. Sie sollten auch die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich in der Partnerschaft noch etwas ändern kann.

Nur wenn Sie sich ihre Vorstellungen mitteilen, besteht die Chance, dass diese erfüllt werden. Hellsehen kann keiner von ihnen beiden.

Auch wenn Sie schon einmal, etwa zum Beginn Ihrer Partnerschaft über Ihre Lebensvorstellungen gesprochen haben, ist eine Wiederholung von Zeit zu Zeit sinnvoll. Wünsche und Lebensträume verändern sich.

Nehmen Sie sich also Zeit und beantworten Sie und Ihr Partner jeder für sich am besten schriftlich die folgenden Fragen:

a) Was gefällt mir an der Partnerschaft? In welchen Bereichen sind meine Vorstellungen erfüllt?

b) Welche Wünsche sind offen? Was würde ich gerne anders haben? Wie genau sollte das aussehen? Formulieren Sie Ihre Vorstellungen möglichst konkret.

2. Lenken Sie Ihren Blick wieder mehr auf die positiven Seiten des Partners und loben ihn für seine Vorzüge.

Mit der Zeit betrachten wir gewöhnlich das, was der Partner für uns tut, als normal. Das, was er nicht so tut, wie wir es uns vorstellen, picken wir heraus und kritisieren es. So bekommen wir eine immer negativere Einstellung und negativere Gefühle dem Partner gegenüber.

Eine Partnerschaft ist umso erfolgreicher, je besser sich jeder in der Partnerschaft fühlt. Ein Lob oder ein Kompliment bewirkt fast immer ein positives Gefühl beim anderen. Dieses wird sich auch wieder in seinem Verhalten uns gegenüber niederschlagen.

Vergleichen Sie Ihren Partner auch mit anderen Männern, um Ihre negative Meinung in Relation zu sehen und mögliche unrealistische Erwartungen, die Sie an ihn stellen, zu korrigieren.

3. Führen Sie pro Monat einen Verwöhnabend ein.

Ein Verwöhnabend ist Zeit, die Sie für Ihre Partnerschaft ganz bewusst investieren.

Jeweils abwechselnd sind Sie und Ihr Partner für diesen Abend verantwortlich. Der Verantwortliche hat die Aufgabe, sich für diesen Abend etwas auszudenken, von dem er weiß, dass es der andere gerne hat.

Sie könnten dem Partner sein Lieblingsessen kochen, mit ihm seine Lieblingsmusik anhören, einen Spaziergang zum Ort Ihres Kennenlernens machen, etc. Entscheidend ist nicht, dass Sie es gerne tun, sondern dass der Partner sich wohlfühlt.

Diese Übung kann bewirken, dass Sie sichergehen, auch etwas vom Partner bekommen und nicht nur zu geben.

Die Bilanz von Geben und Nehmen wird ausgeglichener. Sie beide bemühen sich wieder aktiv um einander und können auf diesem Weg wieder positive Gefühle aufbauen.

4. Rufen Sie sich in Erinnerung, wie Sie früher in der Verliebtheitsphase um Ihren Partner geworben haben.

In der Verliebtheitsphase verbringen wir viel Zeit, uns für unseren Partner attraktiv zu machen. Wahrscheinlich haben Sie sich besonders schön angezogen, ein Parfum aufgelegt und die Haare gestylt. Kurz gesagt, Sie haben sich auf Ihr Treffen vorbereitet.

Wie wäre es, wenn Sie sich auch heute einmal wieder mit Ihrem Partner verabreden und sich beide darauf vorbereiten würden? Damit zeigen Sie dem anderen, wie wichtig er für Sie ist.

5. Planen Sie ein romantisches Wochenende ohne Kinder.

Am einfachsten geht dies, wenn Sie sich in einem schönen Hotel einmieten, für abends einen Tisch im Restaurant reservieren und viel Zeit miteinander verbringen.

Zuhause ist meist alles eingefahren. Sie beide haben ihre Pflichten, beim Essen läuft der Fernseher, die Kinder laufen dazwischen rum.

Ein Urlaub oder ein Wochenende in neuer neuen Umgebung hilft, alte Gefühle zu beleben.

6. Finden Sie ein gemeinsames Hobby, das Ihnen beiden Spaß macht.

Auf diese Weise haben Sie eine gemeinsame Aufgabe, die keine Verpflichtung darstellt und doch mit dem Partner verknüpft ist.

Gemeinsam lachen und Spaß haben stärkt Ihre Partnerschaft. Denn womit man gute Laune verbindet, das möchte man öfter haben.

7. Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Enttäuschungen und negative Erlebnisse, die Sie nicht vergessen können.

Eine „Schuldenliste“ belastet auf Dauer Ihre Beziehung und tötet Ihre Gefühle ab. Deshalb macht es Sinn, die alten Vorwürfe zu entrümpeln – auch wenn Sie vielleicht Angst davor haben.

Wählen Sie sich einen Zeitpunkt, an dem Sie und Ihr Partner den Kopf frei haben und entspannt sind. Versuchen Sie dann ruhig zu bleiben und sachlich in der Ich-Form auszusprechen, was noch zwischen ihnen steht: „Ich bin enttäuscht, traurig, gekränkt darüber, dass ... Ich habe mir das ... vorgestellt“.

partnerschaft-beleben.html

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Wenn es möglich ist, besprechen Sie auch, wie Sie dieses Problem in Zukunft vermeiden können.

8. Machen Sie sich ab und zu rar und unternehmen etwas alleine oder mit Freunden.

Gehen Sie eigenen Interessen nach. Auf diese Weise machen Sie sich wieder interessant für Ihren Partner und haben ihm auch etwas zu erzählen.

Außerdem kommen Sie aus der Abhängigkeit: Sie bekommen Bestätigung von anderen Menschen und brauchen nicht alles von Ihrem Partner.

9. Stärken Sie Ihre Beziehung durch Liebesbeweise.

Wenn wir Topfpflanzen nicht düngen, gehen sie ein, da ihnen wichtige Nährstoffe fehlen. Das Gleiche trifft auf unsere Partnerschaft zu.

Eine Beziehung will gehegt und gepflegt werden, damit sie gut gedeihen kann. Hierbei helfen gelegentliche Liebesbeweise.


Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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Was tun Sie, um Ihre Partnerschaft zu beleben?

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  1. Leserkommentar Emilie 26.08.2016

    Leider kann ich mit meinem Mann überhaupt nicht reden. Er hört nicht zu. Daher werden Probleme immer totgeschwiegen nie wirklich ausgesprochen. M Wenn ezeas nicht so läuft wie er sich das vorstellt ist er beleidigt, sagt mir aber den Grund nicht. Was doll ivh nir machen

  2. Leserkommentar Paris 21.12.2015

    Sind seit 17 Jahren verheiratet und haben 6 Kinder leider ist jetzt so das sie mir nicht mehr vertraut. Weil ich mit fremden Frauen geschrieben habe! Sie hat auf meinen Händy alles abfotografiert und es mir unter die Nase gehalten nun soll ich aus ziehen selber aber aber selber Kontakt mit erfreund dem sie alles erzählt!!

  3. Leserkommentar Karin 23.11.2015

    Vieles hier kann ich gut verstehen. Momentan bin ich allerdings so enttäuscht, dass bisher nichts gefruchtet hat. Dazu muss ich aber das Geschehene kurz erklären: Wir sind seit über zwanzig Jahren verheiratet und haben zwei Kinder. Einiges hat mich in meiner Ehe schon gekränkt, worüber wir nie ausführlich gesprochen haben. Ich hatte eine schlechte Kindheit und wünschte mir einen Partner, der mich schätzt. Doch leider gab es auch von ihm kränkende Äußerungen. Somit fühlte ich mich in mancher Hinsicht von niemandem als Wertvoll erachtet. Einfach nur zu leben um für alle da zu sein und nichts aus mir zu machen. Dadurch entstand Zorn in mir. Frustriert lebte ich so über viele Jahre und nahm mir vor, sobald unsere Kinder alt genug wären, aus meinem Leben auszubrechen. Dies geschah dann sogar schon früher, weil mein Mann von einer Droge abhängig war, was mich so sehr belastete, dass ich unter einem Burnout und Depressionen litt. Meine Liebe war zerstört. Ich ließ mich aber darauf ein, nach seinem Entzug und seiner Langzeittherapie von vorne anzufangen. Mit einer psychosomatischen Reha lernte ich auf mich zu achten und baute wieder Kraft auf. Somit stand einem Neuanfang nichts im Weg. Natürlich hatte ich Hoffnung auf eine Veränderung, da er mir diese zusicherte. Doch weil es ihm nicht schnell genug ging, hatte er bereits drei Monate nach meiner Reha einen einmaligen Rückfall. In dieser Nacht ging es mir auch noch schlecht und da er mich unter dem Einfluss von der Droge nicht in ein Krankenhaus hätte fahren können, fühlte ich mich wieder auf mich allein gestellt. Dadurch fiel ich in noch stärkere Depressionen. Doch ich habe mich herausgekämpft, indem ich ein Buch darüber geschrieben und im Mai unter meinem Pseudonym Susanne Mahler veröffentlicht habe. Außerdem leite ich eine Selbsthilfegruppe und mache noch viele andere Dinge die mir gut tun. Unter anderem habe ich meine Gefühle mit eigenen Songs verarbeitet. Mittlerweile erhalte ich die Anerkennung von Menschen aus meinem Umfeld, die ich mir mal von meinem Mann gewünscht hätte. Doch leider gab es immer wieder Kränkungen. Dazu fiel es ihm schwer seine zugesicherten Veränderungen aufrechtzuerhalten oder überhaupt umzusetzen. Deshalb bauten sich bei mir keine Gefühle mehr auf, was ich ihm dann vor über einem Jahr auch mitteilte. Meine Freundinnen fragten mich auch schon: "Wie viel Chancen willst du ihm noch geben? Zurzeit leben wir aus verschiedenen Gründen noch gemeinsam aber nur freundschaftlich in einem Haus. Trotz allem hatte ich in diesem letzten Jahr immer wieder mal Hoffnung, dass er es endlich schafft die angegangenen Veränderungen noch etwas auszubauen. Mir fehlte noch ein kleiner Kick, der deutlich zeigen würde, schau ich bin auf einem guten Weg und bleibe stark. Vor allem wünschte ich mir aber endlich einmal, dass er nicht nur hinter meiner Sache steht sondern mir dies zeigt. Doch dann fand ich heraus, dass er mehr Alkohol trank, als ich vermutete. Dies schockte mich und warf mich wieder einmal zurück. Wie viele Enttäuschungen soll ich denn noch hinnehmen? Seit dem frage ich mich, was er von mir erwartet. Wir waren bereits ein Jahr in einer Eheberatung und führten auch schon einige Gespräche. Doch ganz egal, er fällt nach einer gewissen Zeit immer wieder ins alte Muster zurück. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich am scheitern Schuld bin, weil er sagt: "Gib mir bitte noch eine Chance, ich habe es jetzt begriffen." Doch dann sagt er auch oftmals wenn ich rot sehe: "Ich bin halt so und ich werde mich nicht ändern." Dies gibt mir das Gefühl, dass nur ich an einer Veränderung arbeite. Und jetzt frage ich mich: "Bin ich ihm wirklich etwas wert? Liebt er mich oder brauch er mich nur, weil er an mich gewöhnt ist? So und nun stehe ich vor einem totalen Scherbenhaufen und frage mich, wie soll ich da jemals wieder Liebe aufbauen? Das nächste Gespräch in der Eheberatung steht wieder an. Doch soll ich ihm wirklich noch eine letzte Chance geben? Karin

  4. Leserkommentar Cprnelia Bettina Riegel 18.11.2015

    Eine sehr interessante Erklärung zu dem "Begriff" Liebe. Verständlich geschrieben. Gefällt mir sehr gut. Vielen Dank. Cornelia

  5. Leserkommentar anonym 20.10.2015

    Es ist so traurig zu lesen, dass das oben geschriebene wohl von vielen nicht gewußt/gelebt wird. Es geht wieder um den Zugang zueinander. Warum macht ein Partner zu? Egal ob Frau oder Mann? Dieser Frage geht keiner gerne nach, weil es den Betreffenden zwingt sich zu fragen, wo SEIN ANTEIL DABEI ist. Ich habe oft gehört, "Warum redest Du nicht? Warum ...?" Nun, ich habe nicht mehr zurückgefragt "Warum hörst Du mich nicht?" Irgendwann in 20 Jahren habe ich aufgehört zu reden, zu erzählen - weil es nicht gehört wurde. Es war nur Unterhaltung. Es waren nur die berühmten "1000 Worte pro Tag". Fühlt sich wie Entwertung an. Wenn Reden zum Monolog verkommt, ist etwas kaputt. Wir hatten nur noch Monologe. Entweder er oder ich. ICh bin immer noch traurig, dass das nicht bemerkt wurde.

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