Mein Mann ist ständig in Eile

Wenn man meinen Mann so hört könnte man meinen ich sei die größte Schnecke aller Zeiten. Ständig treibt er mich zur Eile an.

Mein Mann ist ständig in Eile
© PAL Verlag

Rike schildert folgendes Problem:

Wenn man meinen Mann so hört, könnte man meinen, ich sei die größte Schnecke aller Zeiten. Ständig treibt er mich zur Eile an.

Das fängt schon morgens an, wenn er an die Badezimmertür klopft und fragt, ob ich nicht bald fertig bin. Wenn wir zusammen einkaufen gehen, rafft er schnell ein paar Dinge zusammen und will zur Kasse, während ich gerade mal einen Bruchteil der Einkaufsliste abgehakt habe.

Die Mahlzeiten kommen ihm nicht schnell genug auf den Tisch - und selbst Essen kann ich nicht mehr in Ruhe. Als wir neulich beim Italiener waren, hat er doch tatsächlich schon die Rechnung bestellt, bevor ich aufgegessen hatte.

Sicher gibt es viele Menschen, die Dinge schneller erledigen als ich. Ich gebe zu, dass ich mein eigenes Tempo in vielen Dingen habe. Aber dass ich nun besonders langsam bin, denke ich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass er beruflich ziemlichen Stress hat. Aber dann muss er doch zuhause abschalten und nicht die Hektik in die Familie tragen!

Raimund, ihr Mann, sagt dazu:

Meine Frau tut so, als sei ich ein Sklaventreiber. Dabei mag ich nur keine Trödelei. Zeit ist ein zu kostbares Gut, um es zu verschwenden. Das sieht sie anders. Manches zieht sie dermaßen in die Länge, dass ich den Raum verlassen muss, um nicht verrückt zu werden:

Wenn wir abends wegwollen, ist es wirklich ein Wunder, wenn wir pünktlich sind – so lange braucht sie, um sich zurechtzumachen. Und im Haushalt kann sie sich stundenlang damit aufhalten, irgendwelche Böden zu wischen oder Gemüse zu schnippeln. Fast als sei es eine Zen-Meditation.

Dr. Doris Wolf antwortet:

Menschen unterscheiden sich darin, wie sie mit der Zeit umgehen. Was für den einen hektisch sein mag, ist für den anderen vielleicht immer noch zu langsam. Wenn wir entgegen unserer inneren Uhr handeln, uns unter Druck setzen und etwas schnell erledigen wollen, trägt dies nicht immer zu einem guten Gelingen bei.

Fast jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass er in Hektik und unter Druck besonders gefährdet ist, Fehler und Patzer zu machen. Sofern es von den äußeren Umständen nicht zwingend erforderlich ist, schnell zu sein, sollte jeder sich deshalb nach seinem Wohlfühltempo richten.

Haben zwei Partner unterschiedliche Zeitbegriffe, dann müssen sie aushandeln, wo die jeweilige Schmerzgrenze liegt und wie weit sie sich entgegenkommen können.

Was Sie tun können

  1. Kommen Sie Ihrem Partner entgegen. Treffen Sie für gemeinsame Termine Zeitabsprachen und halten Sie sich daran.
  2. Leben Sie nach Ihrem Rhythmus bei den Aktivitäten, die in Ihren Bereich fallen und die Sie selbst bestimmen. Entscheidend ist, dass Sie sich dabei gut fühlen.
  3. Teilen Sie Ihrem Partner mit, wie sehr Sie unter seinem Druck leiden. Lassen Sie ihn losziehen, wenn er es eilig hat.
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