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Woran erkennt man Beziehungskrisen?

paar diskutiert über krise

Beziehungskrisen schleichen sich oft unmerklich in eine Partnerschaft ein. Schauen wir uns die häufigsten Anzeichen für eine Beziehungskrise an. Bild © closeupimages - Fotolia.com

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Je früher Sie die Anzeichen für eine Beziehungskrise erkennen, umso besser.

Dann können Sie nämlich gegensteuern und so vielleicht verhindern, dass es zum Bruch kommt, die Beziehung völlig auseinanderfällt und es zur Trennung kommt.

Viele Trennungen könnten verhindert und viele Beziehungen gerettet werden, wenn Paare frühzeitig die Alarmsignale erkennen und darauf reagieren würden.

Eine Trennung erfolgt nicht aus heiterem Himmel. Sie ist meist der Schlusspunkt einer länger andauernden Beziehungskrise.

Mann/Frau haben sich in der Regel über Jahre hinweg auseinandergelebt. Ihre Beziehung ist langsam und leise in die Brüche gegangen.

Man hat dem Partner meist innerlich schon längere Zeit gekündigt und dieser hat davon nichts mitbekommen - oder wollte nichts mitbekommen. Was also sind die Anzeichen einer Krise in der Partnerschaft?

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Anzeichen einer Beziehungskrise

Nachlassende Unterstützung
Der Partner zieht sich von häuslichen und familiären Aufgaben mehr und mehr zurück und hält sich nicht mehr an Absprachen.

Er setzt sich immer weniger für früher von ihm erledigte Aufgaben ein und vernachlässigt diese: er bringt die Kinder nicht mehr in den Kindergarten oder zur Sportveranstaltung, er kommt immer häufiger später von der Arbeit nach Hause, er ist zu Hause immer sehr erschöpft - findet aber genug und spontan Energie, um seinen Hobbies nachzugehen, sich mit Freunden zu treffen ....

Sprechen Sie Ihren Partner darauf an. Machen Sie ihm deutlich, dass Ihnen seine Unterstützung wichtig ist.

Rücksichtnahme kann genau das falsche Verhalten sein. Sprechen Sie mit ihm darüber, ehe sein mangelnder Einsatz zur Gewohnheit wird und ein Ungleichgewicht eintritt, das Ihre Beziehung zum Einsturz bringt.

Nachlassender Respekt
Anzeichen hierfür können sein: man redet in Gegenwart anderer und im Beisein des Partners schlecht über ihn oder macht sich lustig über ihn oder seine kleinen und großen Schwächen, man nimmt weniger Rücksicht auf seine Befindlichkeiten, man redet "von oben herab" zu ihm, man schneidet ihm das Wort ab, unterbricht ihn, korrigiert ihn ständig, kritisiert ihn mehr als früher, usw.

Sprechen Sie mit ihm darüber. Sprechen Sie ihn darauf an.

Machen Sie ihm klar, dass Sie sein Verhalten als verletzend empfinden, als Missachtung, als Herabsetzung Ihrer Person.

Ergründen Sie, was hinter seinem Verhalten steckt: Fühlt er sich von Ihnen schlecht, ungerecht behandelt? Fühlt er sich vielleicht von Ihnen vernachlässigt? Fehlt ihm vielleicht der Respekt?

Emotionale Erpressung
Wenn du nicht ..., dann wirst du schon sehen, was du davon hast. D.h. der Partner macht seine Liebe und Zuneigung davon abhängig, dass Sie nach seiner Pfeife tanzen.

Er gibt Ihnen zu verstehen, dass Sie sich seine Liebe und Anerkennung verdienen müssen.

Vielleicht geht der Partner aber auch subtiler vor: er sagt nicht direkt, was er verlangt, sondern wirft Ihnen vor, egoistisch oder rücksichtslos zu sein.

Er wirft Ihnen vor, dass er sich ganz alleine um die Kinder, die Finanzen, den Haushalt oder andere bisher gemeinsam getragene Tätigkeiten kümmert und Sie auf der faulen Haut liegen.

Er will Ihnen Schuldgefühle machen und Sie so erpressen, bzw. gefügig machen. Emotionale Erpressung führt auf Dauer zum Tod einer Beziehung.

Auch hier heißt es, miteinander kommunizieren. Kann es sein, dass Ihr Partner das Gefühl hat, zu kurz zu kommen?

Kann es sein, dass er sich ausgenutzt und nicht genügend respektiert fühlt?

Kann es sein, dass er den Eindruck hat, mehr für die Beziehung zu tun, als Sie?

Fehlende oder negative Kommunikation

Dies sind ernsthafte Anzeichen für eine Beziehungskrise. Die Bedürfnisse nach Kommunikation in der Partnerschaft sind meist unterschiedlich.

Frauen haben eher das Bedürfnis, sich über Gefühle auszutauschen und über Probleme zu sprechen als Männer. Kleine Geheimnisse und ein Freiraum sind für die Partnerschaft förderlich, die Devise <Wer mich liebt, versteht mich auch ohne Worte> jedoch nicht.

Liebe hat nichts mit Gedankenlesen zu tun. Um dem Partner nahe zu sein, müssen wir dessen Sichtweise und Gefühle kennen.

Zieht sich der Partner zurück, kann dies viele Ursachen haben wie beispielsweise er fühlt sich beruflich überfordert, er hat das Gefühl, ausgequetscht zu werden, dass wir uns lustig über ihn machen, er hat es nicht gelernt, über sich zu sprechen, er hat Angst, Fehler zuzugeben, ...

Um uns in der Partnerschaft wohlzufühlen, benötigen wir das Gefühl, dass wir wichtig sind für den Partner und er Anteil nimmt.

Will er nichts mehr von uns wissen, fühlen wir uns abgelehnt, mißachtet, ungeliebt.

Konflikte sind in einer Partnerschaft normal und notwendig, denn es leben zwei Menschen mit unterschiedlicher Lebensgeschichte und unterschiedlichen Bedürfnissen zusammen.

Sowohl Konflikte, die in einen Machtkampf (wer hat recht) ausarten, als auch das schweigende Nebeneinanderherleben sind verdächtig.

Schweigen bedeutet, dass beide Partner innerlich kapituliert und gekündigt haben oder einer seine Bedürfnisse massiv unterdrückt und sich anpasst, während der andere das Sagen hat.

Negative Gefühle und fehlende Achtung

Fast alle Menschen suchen in einer Partnerschaft Liebe, Verständnis, Unterstützung und Anerkennung.

Wir wollen das Gefühl haben, liebenswert zu sein; vielleicht erwarten wir sogar die bedingungslose und immerwährende Liebe von unserem Partner.

Dies ist eine nicht erfüllbare Forderung. Kein Mensch ist in der Lage, diese Erwartung zu erfüllen.

Kritisiert unser Partner hingegen immer nur und lenkt seinen Blick auf das, was ihm an uns nicht gefällt, vergeht seine Liebe und natürlich auch unsere.

Die Basis für die Partnerschaft muss sein, dass wir uns als Person akzeptiert fühlen, auch wenn manche unserer Eigenheiten dem Partner nicht gefallen.

Eine Partnerschaft einzugehen mit der Idee "Ich werde den Partner schon ändern" ist zum Scheitern verurteilt!

Eine Partnerschaft sollte zumindest den überwiegenden Teil der Zeit dazu führen, dass wir uns gestärkt, unterstützt fühlen und dass der Partner an unserer Weiterentwicklung sowie unserem Wohlbefinden interessiert ist.

Rituale und gemeinsame Aktivitäten fehlen

Eine Partnerschaft sollte Freiraum bieten, in der jeder etwas für sich tut und seinen Interessen nachgeht. Klammern und das ständige Zusammensein führt zum Erlahmen der Gefühle.

Andererseits muss es auch Zeiten geben, in denen wir gemeinsam Spaß haben und Schönes erleben.

Zieht sich unser Partner zurück, kann dies verschiedene Ursachen haben: er ist überfordert, erschöpft, fühlt sich geklammert, fühlt sich unwohl mit uns, hat seine Ziele/Interessen verändert, steckt in einer seelischen oder persönlichen Krise.

Nachlassendes sexuelles Interesse
Sex besteht nur noch aus Routine.
Der Partner hat eine Geliebte oder macht einen Seitensprung.

Wir haben keine Lust auf Sex mehr, betrachten Sex als lästiges Pflichtprogramm.

Es ist normal, dass die Sexualität im Laufe der Partnerschaft mal wichtiger, mal weniger wichtig ist.

Wie häufig wir mit unserem Partner schlafen, ist abhängig von unseren und seinen sexuellen Bedürfnissen.

Betrachten wir und unser Partner die Sexualität als nicht (mehr) für so wichtig, ist dies auch in Ordnung. Zärtlichkeit und körperliche Nähe sollten jedoch auf jeden Fall gesucht werden.

Auch ein Seitensprung muss nicht das Ende einer Partnerschaft bedeuten, ist jedoch meist ein Indiz für eine Beziehungskrise oder dass der andere etwas in der Beziehung vermisst.

Wenn beide Partner dies als Chance nehmen, über die Sexualität und ihre Bedürfnisse zu sprechen, verzeihen und neu beginnen, dann kann ein Seitensprung sogar bereichernd für die Partnerschaft sein.

Beziehungskrisen.html

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Was tun bei Beziehungskrisen? Wege aus der Beziehungskrise

1. Sprechen Sie Ihren Partner in einer ruhigen Minute direkt an, wenn er schweigt oder nur noch unwirsch reagiert - auch wenn dies in einen Konflikt oder einer Gesprächsblockade von seiten des Partners münden kann.

Formulieren Sie Ihre Gefühle und Wünsche in der "Ich-Form” : "Ich fühle mich, wenn du dich ... verhältst, ... Ich wünsche mir ... Ich frage mich, weshalb sich unsere Partnerschaft so verändert hat.”

Vermeiden Sie Vorwürfe und Aufrechnerei. Lenken Sie seinen Blick auf die Vergangenheit, in die Zeit, in der die Kommunikation geklappt hat.

Fragen Sie, was Sie tun können, damit sie beide wieder zufriedener werden.

2. Haben Sie über längere Zeitstrecken den Eindruck, nichts recht machen zu können und abgelehnt zu werden, müssen Sie dies ansprechen. Der Partner hat nicht das Recht, Sie nach seinen Vorstellungen umzukrempeln.

Versuchen Sie herauszufinden, was er von Ihnen erwartet, und sprechen Sie darüber, was Sie zu geben bereit sind und sich ganz konkret von ihm wünschen.

Versichern Sie ihm, dass Sie ihn nicht kränken oder kleinmachen wollen, sondern wollen, dass es ihm auch gutgeht.

3. Schlagen Sie gemeinsame Aktivitäten vor, um wieder Schönes mit dem Partner zu verknüpfen. Versuchen Sie gemeinsam herauszufinden, weshalb er lieber alleine etwas unternimmt.

4. Wenn Sie die Sexualität nicht mehr als lustvoll erleben oder die Lust auf Sex fehlt, dann sprechen Sie mit Ihrem Partner.

Suchen Sie gemeinsam nach Ursachen und Lösungen: Nehmen wir uns zu wenig Zeit für den Sex? Kennen wir unsere sexuellen Wünsche nicht?

Liegt es an mangelnder Hygiene, genereller Unzufriedenheit in der Partnerschaft, hormoneller Umstellung, unrealistischen Erwartungen (beispielsweise, dass der Partner immer Lust haben muss, immer zum Orgasmus kommen muss) usw.?

Stellen Sie sich die Frage: Was können wir tun, um wieder mehr Lust auf Sex und Spaß am Sex zu haben?

Je mehr Alarmzeichen dieser Art Sie feststellen, je mehr Giftpfeile Ihr Partner abschießt, umso größer ist die Gefahr, dass Ihre Beziehung daran stirbt.

Entfernen Sie das Gift frühzeitig, damit es nicht Ihre Beziehung ruiniert.


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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Welche Beziehungskrisen kennen Sie?

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  1. Leserkommentar Lola 06.12.2016

    Ich merke grade wie viel davon auf mich zutrifft. In meiner Ehe bin ich diejenige, die sich zurückzieht, die lieber Zeit mit Freunden verbringt, ständig Streit anfängt und die versucht ihren Partner emotional zu erpressen... aber ich will das gar nicht! Ich weiß nur nicht wie ich das wieder hinkriege... verständlicherweise ist er inzwischen auch nicht mehr so gut auf mich zu sprechen und reagiert demensprechend gereizt auf mich...

  2. Leserkommentar Ronald 03.12.2016

    Meine Frau hat mir drei Monate nach der Geburt unserem zweiten Sohnes gesagt sie will sich trennen. Wir haben zwei Kinder und seit 5 Jahren gemeinsam ein Haus, sind 11,5 Jahre zusammen und davon 8 Jahre verheiratet, ich kämpfe da ich alle sehr liebe, auch meine Frau. Sicher gab es Probleme, auch mehr von meiner als von Ihrer Seite, aber soll man jetzt einfach gehen?

  3. Leserkommentar Jäb 26.10.2016

    Hallo ich und mein freund sind jz 13 monate zusammen und werden bald zusammenziehen aber wir haben beide gmerkt das es gerade nicht so rund dläuft als wir überlegt haben geminsam mut meine eltern in den sylvester urlaub zu fahren was können wir tun um diese angst zu stoppen das dieses gefühl weggeht

  4. Leserkommentar Sandra Hofhus 27.09.2016

    Ich habe das Gefühl das ich die einzige in der Beziehung bin was dafür was tut. Von ihm kommt selten mal eine gegenleistung. Ich fühle mich benachteiligt und habe auch nicht mehr die gleichen Gefühle wie am Anfang. Ständig motzt er mich an, kritisiert mich, weiß ständig alles besser, tut kaum was zuhause legt sich nach der Arbeit lieber schlafen, beachtet mich kaum noch. Hat keine Zeit mehr für meine Probleme.

  5. Leserkommentar Birgit Riedel 26.07.2016

    Nach 4 Jahren muß ich feststellen, daß er nur noch seinen Dingen nachgeht, kein Sex, kein Reden, keine Berührungen, keine Zärtlichkeiten, kein Suchen nach einer Lösung. Schweigen. Ich fühle mich unwohl, kann so nicht mehr länger leben. Ihm scheint es egeal zu sein, denn ich wohne ja in seinem Haus und seine finanziellen Möglichkeiten haben sich jetzt wieder gebessert. Das Haus ist bezahlt. Einen tollen Job hat er wieder. Was soll ich denn noch hier, wo ich nicht ticke wie er will.

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