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Wenn wir mit einem Partner zusammenleben, wird es immer einmal wieder Missverständnisse, Enttäuschungen und Kränkungen geben. Wenn wir nicht darüber sprechen und auch nicht verzeihen können, schreiben wir diese Kränkungen quasi in ein großes schwarzes Schuldenbuch, welches immer dicker wird. Irgendwann kommt es dann vielleicht zu einer von außen nicht nachvollziehbaren Explosion, zu psychosomatischen Beschwerden oder der Trennung.
Der Grund, weshalb wir uns mit verzeihen so schwer tun ist, dass wir verzeihen mit gutheißen verwechseln. Wenn wir unserem Partner verzeihen, muss das nicht heißen, dass wir sein Verhalten als richtig ansehen und gutheißen. Im Gegenteil, wir gestehen ihm zu, Fehler zu machen.
Unser Partner erleichtert uns das Verzeihen, wenn er sein Verhalten bereut und sich dafür entschuldigt. Doch selbst wenn dies nicht erfolgt, tut es uns gut, zu verzeihen. Wenn wir nicht verzeihen, schaden wir unserer Seele und unserem Körper. Indem wir uns an die für uns kränkende Situation immer wieder erinnern, fühlen wir uns immer wieder bedroht und unser Körper gerät in Anspannung. Unsere Aufmerksamkeit ist an diesen Vorfall gebunden.
In einer erfolgreichen Partnerschaft gelingt es beiden Partnern, dem anderen seine Fehler und Schwächen zu verzeihen. Beide sind nicht nachtragend, sondern können unangenehme Vorkommnisse loslassen.
Loslassen heißt nicht, die Fehler des anderen zu vergessen oder gutheißen, sondern akzeptieren, dass sie passiert sind. Verzeihen ist etwas, das wir mit uns selbst ausmachen, d.h. wir müssen nicht unbedingt mit dem Partner darüber sprechen.
Solange wir nicht verzeihen, behalten wir unseren Groll und die Kränkung und vergiften dadurch unser Wohlbefinden und unsere Partnerschaft.
Durch das Verzeihen lassen wir die negativen Gefühle los und wir und unsere Partnerschaft werden wieder lebendig.
Doch Vorsicht: Wenn Ihr Partner sich regelmäßig daneben benimmt, obwohl Sie bestimmte Verhaltensweisen von ihm missbilligen, dann schadet weiteres Verzeihen Ihnen und der Partnerschaft. In diesem Fall sollten Sie deutliche Konsequenzen für den Fall der Wiederholung aussprechen und diese dann natürlich auch folgen lassen.
Genauso wichtig, wie anderen zu verzeihen, ist es, sich seine eigenen Fehler und Schwächen verzeihen zu können.
Sind wir uns selbst gegenüber intolerant und unbarmherzig, haben wir keine Nachsicht mit unseren Fehlern und Schwächen, dann schwächen wir nicht nur unser Selbstwertgefühl, wir können dann auch anderen gegenüber keine Nachsicht zeigen. Wir tun also uns und anderen einen Gefallen, wenn wir uns im Verzeihen üben.
Gibt es Dinge, die du deinem Partner nicht verzeihen kannst?
Warum glaubst, dass du ihm das nicht verzeihen kannst?
In welchen Bereichen beeinflusst es deine Partnerschaft negativ, dass du deinem Partner nicht verzeihen magst?
Was würde/könnte sich ändern, wenn du dich entscheiden würdest, ihm zu verzeihen?
Es liegt an dir, deinem Partner zu verzeihen. Du tust es in erster Linie deinetwegen und für dein seelisches Wohlbefinden und erst in zweiter Linie für deinen Partner. Du kannst deine Liebe zu deinem Partner nur am Leben erhalten, wenn du ihm seine Fehler verzeihst.
© 2005-2011 Dr. Doris Wolf - 1x1 einer guten Partnerschaft - Partnerschaft Lexikon - Dem Partner verzeihen
Kränkungen - Respekt - Rituale - Routine - Missachtung - Erwartungen - Beziehungscheck - Absprachen - Ablehnung