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Sex ohne sexuelle Phantasien geht nicht

sexuelle fantasie - eiswürfel auf bauch

Sexuelle Fantasien erregen und stimulieren die Libido. Bild © runzelkorn - Fotolia

Autorin: © Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin

Ihr Gehirn ist Ihr wichtigstes Sexualorgan. Ohne Ihr Gehirn läuft gar nichts. Lust entsteht im Kopf durch anregende und lustvolle Gedanken und Phantasien.

Sexuelle Attraktivität wird durch genetische Programme gesteuert.

Bei Männern und Frauen läuft beim Kennenlernen eines potentiellen Partners und beim Flirten unbewusst ein jahrtausendealtes genetisch bedingtes Programm ab.

Innere Werte, eine Seelenverwandtschaft oder Humor spielen beim Kennenlernen erst mal keine Rolle.

An erster Stelle steht die biologische Attraktivität, die von Männern und Frauen in Sekundenbruchteilen beim Kennenlernen eines potentiellen Partners bewertet wird.

Unbewusst werden von Männdern und Frauen äußerliche Merkmale gescannt, etwa der Umfang der Taille, die Gesichtsform, die Haut, der Geruch, die Stimme.

Garantieren diese einen gesunden Nachwuchs, dann ist der Andere sexuell und als Partner attraktiv. Auf diese Entscheidung haben wir keinen Einfluss. Dies ist ein biologisches Programm, das unbewusst abläuft.

Auch in einer bestehenden Partnerschaft spielt unser Gehirn beim Empfinden von Lust die entscheidende Rolle.

Es ist unmöglich, dass wir sexuell erregt sind und uns gleichzeitig in Gedanken mit etwas Bedrohlichem oder Langweiligem beschäftigen oder uns ausmalen, wie wir uns beim Sex blamieren.

Sexuelles Verlangen ist eine Reaktion auf lustmachende und erregende Gedanken und Phantasien.

Unser Kopfkino ist das Viagra des Körpers, das Benzin, das die Hormone tanzen und das Blut in Wallung bringen lässt.

Es ist nicht der Partner, der uns anmacht oder erregt. Es sind unsere Phantasien über den Partner - oder vielleicht die Phantasien über einen anderen Menschen, mit dem wir Sex haben, die uns anturnen und körperlich für den Sex bereit machen.

Um in Stimmung zu kommen, müssen wir uns also erst im Kopf in Stimmung bringen. Aus diesem Grunde können Männer auch nicht ihren Mann stehen, wenn sie sich vorstellen, zu versagen oder nicht zu genügen.

Die Vorstellung, sich zu blamieren, macht keine Lust. Im Gegenteil. Aus diesem Grunde können Frauen auch keine Lust empfinden, wenn sie ihren Körper ablehnen und sich für ihren Körper schämen. Ekel vor dem eigenen Körper ist eine Lustbremse und kein Lustmacher.

Männern wird oft vorgeworfen, sie denken beim Anblick einer Frau immer nur an das eine. Nun ja, wenn dem so ist, dann ist es nicht verwunderlich, wenn sie immer Lust haben.

Nutzen Sie Ihr Kopfkino für den Sex

Nutzen Sie Ihre Phantasie, um sich in Stimmung zu bringen. Hierzu müssen Sie sich zunächst einmal beobachten, was Sie anmacht. Eine Szene, in der Ihnen ein wildfremder Mann die Kleider vom Leib reißt?

Die Vorstellung, in einer sternklaren Nacht im warmen Sand am Meer zu liegen und sanft von den Wellen gestreichelt zu werden? Die Erinnerung an Ihre erste Nacht?

Die Vorstellung, von mehreren Partnern massiert oder befriedigt zu werden? Jeder Mensch hat unterschiedliche sexuelle Phantasien, die ihn antörnen.

Das Verlangen nach Sex können Sie trainieren, indem Sie sich jeden Tag sexuell anregende Phantasien machen.

Sie kennen das: der Gedanke an Ihren Lieblingsschokoriegel und wie lecker der ist, lässt Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Je mehr Sie an ihn denken, umso größer ist das Verlangen nach ihm. Das funktioniert auch beim Sex.

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