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Die 8 häufigsten Lustkiller beim Sex

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Wenn es beim Sex Probleme gibt, sind diese meist psychischer Natur. Die häufigsten Lustkiller in Beziehungen werden vorgestellt. Bild © Iurii Sokolov - Fotolia

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

So seltsam es auch klingen mag: unser Gehirn ist unser größtes Sexorgan. Wir bekommen Lust, wenn wir uns verlockende sexuelle Phantasien machen.

Je stärker wir uns ausmalen, wie gut es uns beim Sex mit dem Partner gehen wird, umso stärker werden unsere Erregung und Lust auf den Sex.

Umgekehrt ist es aber auch so, dass wir uns durch unsere Phantasien und Einstellungen regelrecht abturnen und Potenzprobleme bekommen können.

Wenn uns beim Sex unangenehme Dinge einfallen oder wir an das denken, was noch zu erledigen ist, dann verlieren wir die Lust bzw. bekommen erst gar keine. Hier sind die 8 häufigsten Lustkiller:

1. Erwartungsängste - Versagensängste
Frau M.: "Einmal hat mir ein Mann gesagt, dass ich frigide bin, und seitdem habe ich eine panische Angst davor, nicht gut genug zu sein. Wenn ich mit meinem Mann ins Bett gehe, ist das wie eine Prüfung für mich".

Herr J.: "Wenn ich keinen Orgasmus bekomme, ist das für mich die größte Katastrophe. Für mich bedeutet das dann, dass ich im Bett ein Versager bin."

Wenn wir von uns fordern, perfekt "funktionieren zu müssen", uns dadurch unter Druck setzen und uns verurteilen, wenn wir diese Forderung nicht erfüllen, wenn wir Versagensängste haben, dann wird jeder Geschlechtsverkehr für uns zu einer Frage von Leben und Tod.

Die Folge: wir sind so sehr mit unseren Ängsten und deren vermeintlich negativen Folgen beschäftigt, dass wir total blockiert sind und jegliche Lust flöten geht.

Eine Lösung hierfür ist, zu lernen, Spaß zu haben und zuzulassen, wie sich die Lust entwickelt. Unser Selbstwert hängt nicht davon ab, ob wir immer gut im Bett funktionieren.

Ursachen und Therapie von Versagensängsten

2. Persönliche Ängste und Konflikte, die sich in sexuellen Störungen ausdrücken
Frau K.: "Ich traue mich nicht, bei Licht mit einem Mann zu schlafen. Die Vorstellung, dass er meine Orangenhaut an den Beinen sehen könnte, turnt mich vollkommen ab. So was Ekliges muss einem Mann ja die Lust nehmen."

Herr J: "Seit der Pubertät leide ich darunter, dass ich einen zu kleinen Penis habe. Ich glaube, dass ich damit meine Frau einfach nicht voll befriedigen kann – obwohl sie dies verneint."

Wenn wir uns ablehnen, dann können wir uns nicht vorstellen, dass andere uns mögen und attraktiv finden!

Wir können uns außerdem beim Sex nicht fallenlassen, denn wir befassen uns damit, wie wir unsere Schwächen vor dem Partner verbergen oder dass wir ihm nicht genügen.

Eine Lösung hierfür ist, zu lernen, sich selbst anzunehmen.

3. Partnerschaftskonflikte
Frau Ö.: "Für meinen Mann ist es das Schönste, nach einem saftigen Streit mit mir Versöhnung im Bett zu feiern. Ich dagegen bin dann total zu und überhaupt nicht in Stimmung zu bringen. Ich finde es pervers, dann einfach alle Verletzung zu vergessen und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre."

Herr K.: "Wenn meine Frau mich demütigen will, dann macht sie das über den Sex und verweigert sich."

Kränkungen und Wut schließen für viele Menschen aus, dass sie Lust auf Sex haben. Um Lust zu bekommen, müssen sie Vertrauen haben und die Nähe des Partners wünschen. Eine Lösung hierfür ist, zu lernen, Enttäuschungen und Vorwürfe anzusprechen und vorab zu klären.

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4. Ekel vor dem Partner wegen mangelnder Hygiene
Frau G.: "Ich ekle mich einfach vor meinem Mann, wenn er nach Schweiß riecht und nicht vor dem Sex duscht. Für ihn ist das dagegen ganz natürlich und er mag auch meinen Geruch".

Herr A.: "Meine Frau sprüht sich vor dem Sex mit allen möglichen Parfums ein, sodass ich überhaupt nichts mehr von ihrem natürlichen Geruch bemerke. Das riecht alles so künstlich, dass mir die Lust vergeht."

Manche Menschen werden vom individuellen Geruch ihres Partners angeregt, andere mögen eher die klinisch reine oder Deo Duftnote.

Eine Lösung hierfür ist, mit dem Partner über das sprechen, was unseren "Stimmungsknopf" anschaltet.

5. Angst vor Aids
Frau A.: "Seit es die Geschichte mit dem Aids gibt, traue ich mich nicht mehr, mit einem Mann zu schlafen".

Jegliche Form von Angst (wie z.B. Angst vor einer Schwangerschaft, vor einer Geschlechtskrankheit, vor Aids) verhindert, dass wir Lust bekommen.

Wir sind so angelegt, dass wir Angst als Hinweis auf Gefahr sehen und bei Angstgefühlen flüchten oder die Gefahr meiden. Eine Lösung hierfür ist, sich genau zu informieren, ob unsere Befürchtung wirklich zutrifft.

6. Überlastung
Frau B.: "Ich fühle mich einfach überfordert. Die Berufstätigkeit, der Haushalt, die Kinder. Jeder zerrt an mir und will was von mir. Ich bin froh, wenn ich mal etwas Zeit für mich habe. Da fehlt mir gerade noch mein Mann mit seiner ständigen Lust. Ja, im Urlaub bin ich auch in Stimmung, sonst könnte ich darauf verzichten".

Herr M.: "Ich komme sehr spät aus der Firma, arbeite wahnsinnig viel, um die Ansprüche meiner Frau und meiner Kinder zu erfüllen. Da kriege ich jetzt auch noch vorgeworfen, dass ich zu wenig in Stimmung für Sex bin."

Stress ist einer der größten Sexkiller. Wir können nur Lust empfinden, wenn wir körperlich Kapazitäten übrig haben und uns auch Zeit nehmen, um Lust aufkommen zu lassen.

Ein straffer Terminplan und eine Liste voller Verpflichtungen, die wir glauben, erledigen zu müssen, führen zu Erschöpfung und Unlust.

Eine Lösung hierfür ist, zu prüfen, ob wir uns nicht mehr Freiraum verschaffen können - vielleicht auch indem wir Ansprüche reduzieren.

7. Unzufriedenheit mit den sexuellen Praktiken des Partners
Frau E.: "Strapse, Reizwäsche, Pornofilme - am liebsten hätte mein Mann das immer dabei. Das ekelt mich alles an. Wo bleibt die Natürlichkeit beim Sex?"

Herr H.: "Meine Frau ist so einfallslos. Es muss immer von mir ausgehen, und dann liege ich auf ihr und sie lässt es über sich ergehen. Ich wünsche mir einfach etwas mehr Experimentierfreudigkeit, sonst kann ich es mir auch gleich selbst machen."

Wir alle haben ganz bestimmte Vorstellungen, was guter Sex ist. Wenn die Vorstellungen sehr weit auseinander liegen, dann besteht die Gefahr, dass der, dessen Vorstellungen nicht erfüllt werden, keine Lust mehr bekommt.

Eine Lösung hierfür ist: darüber sprechen und nach Kompromissen suchen.

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8. Unterschiedlich starke sexuelle Bedürfnisse
Frau S.: "Mein Partner ist ein richtig geiler Bock, er denkt nur an das Eine".

Herr W.: "Wenn es nach meiner Frau ginge, dann würden wir einmal im Jahr zusammen schlafen. Ich kann nicht verstehen, wie man sich so ein schönes Erlebnis so wenig gönnt. Sie sollte sich endlich mal zusammen nehmen und ihre ehelichen Pflichten erfüllen. Rausschwitzen kann ich es schließlich nicht."

Sexuelle Lust können wir nicht an- oder abstellen wie einen Fernseher. Wenn ein Partner fordert, dass der andere mehr Lust haben sollte, dann setzt er diesen unter Druck. Druck führt meist zur Rebellion und Verweigerung.

Lust können wir nur empfinden und steigern, wenn wir uns positive Phantasien in Verbindung mit dem Sex und dem Partner machen.

Eine Lösung hierfür ist, dass beide bereit sind, nach einer Lösung zu suchen, die für beide passt, statt sich gegenseitig wegen zu viel oder zu wenig Lust zu beschuldigen.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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