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Viele Menschen haben die Vorstellung, dass man sich in einer Partnerschaft alles sagen müsse. Damit überfordern sie sich und ihren Partner jedoch. Abgesehen davon, dass wir unserem Partner nicht über jeden Gedanken und jedes Gefühl berichten können, kann zu viel Nähe auch die Partnerschaft gefährden. Unser Partner wird durchschaubar und berechenbar.
Was wir in- und auswendig kennen, wird leicht langweilig. Neben dem Bedürfnis nach Sicherheit haben wir auch das Bedürfnis nach Abwechslung und Unsicherheit. Neuem schenken wir mehr Aufmerksamkeit.
Andererseits gibt es auch Geheimnisse, die unsere Partnerschaft gefährden können. Alles, was den Partner mitbetrifft wie z.B. Sucht, eine chronische Erkrankung, Schulden, ein/e Geliebte/r, Entlassung, traumatische Erlebnisse, langandauernde Wut auf den Partner, schwere Enttäuschung über den Partner, sollten wir unserem Partner anvertrauen.
Als Grundregel könnten wir formulieren: Wir brauchen nicht darüber zu sprechen, wenn es für den Partner/die Partnerschaft unbedeutend ist.
Wir sollten auch überlegen, wie stark es den anderen verletzen, verärgern und aus dem Gleichgewicht bringen kann und ob es dies wert ist. Wir sollten darüber sprechen, wenn es um ernsthafte Probleme geht, die den Partner betreffen.
Welche Erfahrungen und Gedanken enthältst du deinem Partner vor?
Was hindert dich daran, mit ihm darüber zu sprechen? Hältst du sie für unwichtig? Hast du Angst, ihn zu verletzen? Hast du Angst vor seiner Reaktion? Schämst du dich dafür? Verurteilst du dich dafür?
Überlege dir, wie viel Energie es dich kostet, dieses Geheimnis für dich zu bewahren, und wie stark es dich auf Abstand zu deinem Partner bringt.
Gehe einmal dem Gedanken nach, was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn du es riskieren würdest, deinem Partner von deinem Geheimnis zu erzählen. Welche Möglichkeiten hättest du, mit seiner Reaktion umgehen?
© 2005-2010 Dr. Doris Wolf - 1x1 einer guten Partnerschaft - Partnerschaft Lexikon - Geheimnisse in der Beziehung
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