Gudrun schildert folgendes Problem

Mein Partner hat nur Zeit für sein Hobby.

Mein Mann war bereits bei unserem Kennenlernen leidenschaftlicher Münzsammler. Messen, Flohmärkte -  nichts war und ist vor ihm sicher.

Abends vertieft er sich dann noch ins Internet, tauscht sich mit anderen Sammlern aus, usw.

Ich bin für ihn abgemeldet. Das ist keine Partnerschaft mehr. Muss ich das auf Dauer akzeptieren?

Ich habe auf diese Frage geantwortet:


Hallo Gudrun

Sie haben Ihren Mann bereits mit dem Hobby, Münzen zu sammeln, kennen und lieben gelernt. Ich nehme an, dass er durch das Internet noch mehr Zeit mit seinen Münzen verbringt und Sie deshalb noch mehr Zeit ohne ihn verbringen müssen. So ist Ihre Unzufriedenheit und Enttäuschung mit der Zeit gestiegen.

Vielleicht haben Sie anfangs aber auch gehofft, ihn von seiner Sammlerleidenschaft abbringen zu können, wenn Sie erst einmal verheiratet sind. Generell ist zu sagen, dass kein Partner das Recht hat, vom anderen zu fordern, dass er wegen ihm sein Hobby aufgibt. Sie haben jedoch das Recht und sogar die Pflicht, Ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern. Nur so weiß Ihr Partner, wo er dran ist, warum Sie nörgelnd, wütend, einsam, eifersüchtig oder auch traurig ist.

Wenn Sie mit ihm über Ihre Wünsche sprechen, achten Sie möglichst darauf, dass Sie keine Vorwürfe machen, die sein Hobby abwerten. Beschimpfen Sie ihn nicht  als rücksichtslos und gemein. Sprechen Sie dagegen von sich: „Ich fühle mich unwichtig, ich möchte so gerne mit dir ...“

Ein bisschen milder werden Sie wahrscheinlich auch gestimmt, wenn Sie sich bemühen, danach zu suchen, welche Vorteile sein Hobby für Sie haben könnte. Vielleicht ist er Ihnen gegenüber z.B. zufriedener und ausgeglichener? 

Überlegen Sie auch, ob Sie sich nicht auch intensiver mit seinem Hobby befassen und sich dafür begeistern wollen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Sie sich auch ein zeitintensives Hobby suchen und so selbst für Ihre Zufriedenheit sorgen. 

Wenn das Hobby Ihres Partners Ihren Vorstellungen von Partnerschaft vollkommen zuwiderläuft und Sie kein Verständnis mehr dafür aufbringen können, dann müssen Sie über eine Trennung nachdenken. Auch hier sollten Sie mit Ihrem Partner sprechen, ihm mitteilen, wie Sie sich eine Veränderung vorstellen, und, falls sie nicht zusammenkommen können, sich trennen. In einer Partnerschaft sollten beide Partner zumindest den überwiegenden Teil der Zeit zufrieden sein.

selbstwertgefühl stärken

© 2010 Dr. Doris Wolf - Eheberatung - Dr. Doris Wolf nimmt Stellung zu Partnerschaftsproblemen
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