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Sex und unterschiedliche Bedürfnisse nach Häufigkeit

mann hat keine lust auf sex und schläft

Ein häufiger Streitpunkt beim Thema Sex ist die Häufigkeit. Bild © Ambrose - Fotolia.com

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Es gibt kaum eine länger bestehende Partnerschaft, in der es nicht unterschiedliche Vorstellungen über die Häufigkeit des sexuellen Kontaktes gäbe.

Liegen die sexuellen Bedürfnisse weit auseinander, gibt es ein hohes Konfliktpotential.

Ordnet sich derjenige unter, der nicht so starke Bedürfnisse hat, und sieht das sexuelle Zusammensein als Pflichtprogramm an, so wird seine Lust immer weniger werden. Es kann dazu führen, dass Frau nicht mehr feucht wird und sich verkrampft und des Mannes bestes Stück seinen Dienst versagt.

Die Unzufriedenheit kann auf die gesamte Partnerschaft ausstrahlen. Der, der weniger Lust hat, aber mitspielt, wird sich in anderen Bereichen verweigern, sich rächen. Er wird dem Partner vorwerfen, immer nur das Eine zu wollen.

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Was tun, wenn beide unterschiedliche Bedürfnisse bzgl. der Häufigkeit haben?

Geben Sie Ihre Anspruchshaltung auf. Ihr Partner hat nicht die Pflicht, für Ihre Zufriedenheit zu sorgen. Sie können Wünsche äußern, aber haben kein Anrecht auf Erfüllung.

Statt zu fordern, sollten Sie sich fragen, weshalb der Partner so wenig Lust verspürt.

Ist er überfordert und erschöpft, ist die Sexualität für ihn mit Ekel oder Widerwillen/Desinteresse verbunden, bekommt er seine Bedürfnisse nicht erfüllt, schämt er sich, braucht er weniger Sex, ...?

Suchen Sie zusammen mit Ihrem Partner danach, was ihm Lust macht. Was können Sie für ihn tun, welchen Knopf können Sie drücken, damit er sich mehr nach Ihrer körperlichen Nähe sehnt?

Akzeptieren Sie, wenn Ihr Partner ein geringeres sexuelles Verlangen hat. Sie können dennoch zärtlich zueinander sein und der Partner kann Sie auch mit Hand oder Mund befriedigen. Auch können Sie sich selbst etwas Gutes tun, Sie sind autonom.

Zwingen Sie sich nicht, mit Ihrem Partner zu schlafen, wenn Sie keine Lust haben, und spielen Sie ihm auch keinen Orgasmus vor.

Sie betrügen sich und Ihren Partner. Erlauben Sie sich, Nein zu sagen. Suchen Sie aber auch nach den Gründen für Ihre Lustlosigkeit und besprechen diese mit Ihrem Partner.

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Eine Klientin sagte mir:
Ich würde in einer glücklichen Partnerschaft leben, wenn nur die Probleme mit dem Sex nicht wären. Mein Mann will häufiger als ich und reagiert jähzornig, wenn er nicht bekommt, was er möchte. Wir haben versucht, eine Absprache über die Häufigkeit zu treffen, aber er bedrängt mich dann doch. Mittlerweile habe ich überhaupt keine Lust mehr auf Sex mit ihm.

Ich habe ihr geantwortet:
Offensichtlich unterscheiden Sie und ihr Mann sich darin, welchen Stellenwert Sie der Sexualität beimessen. Wie viel Sex richtig oder falsch ist, darüber lässt sich nicht streiten. Sexuelles Verlangen wird von körperlichen, seelischen und auch äußeren Faktoren beeinflusst.

Das Verlangen kann man nicht an- und ausknipsen wie eine Lampe. Und je mehr Druck man sich selbst macht  bzw. je mehr Druck vom Partner ausgeübt wird, um so stärker wird die Lust abnehmen.

Im Augenblick ist die Sexualität sehr stark in den Mittelpunkt gerückt. Ihr Mann sieht es als Kränkung und Ablehnung, wenn Sie nicht auf sein sexuelles Verlangen eingehen.

Sie sehen es als Erpressung und verspüren Leistungsdruck, wenn er sein Bedürfnis artikuliert bzw. Sie mit Wut bestraft.

Ein Ausweg könnte sein, wenn sie beide erst einmal dazu bereit sind, die Situation des anderen zu akzeptieren. Sie beide „ticken“ richtig. Ein nächster Schritt könnte sein, sich zu überlegen, wie Sie wieder mehr Spaß am Sex finden könnten.

Ihr Mann könnte darüber nachdenken, ob es auch eine Alternative wäre, wenn Sie ihn ab und zu mit Hand oder Mund befriedigen würden.

Sie können sich auch beide bewusst daran erinnern, wie sie früher die Sexualität erlebt haben bzw. sich Lust gemacht haben.

Vielleicht gibt es auch körperliche Veränderungen, die bei Ihnen nun zu Schmerzen führen oder die Unlust mitbewirken.

Dann wäre eine Untersuchung beim Frauenarzt sinnvoll. Generell könnten Sie sich auch überlegen, eine Paartherapie zu machen.

Es gibt viele therapeutische Strategien, die helfen können, die Sexualität wieder lustvoll und nicht als Pflicht zu erleben.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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