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Wie eine Partnerschaft beenden?

leerer Ankerplatz - Schiff hat Hafen verlassen

Schluss machen und eine Beziehung beenden, wenn man sich auseinandergelebt hat, ist für beide Seiten schmerzhaft.

Gibt es Möglichkeiten, die Trennungsabsicht schonend beizubringen? Tipps, wie man eine Beziehung beenden kann. Bild © J. von Gunten - Fotolia.com

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Sie spüren, dass Ihre Partnerschaft keine Zukunft mehr hat? Ihre Bedürfnisse nach Nähe, Verständnis, Respekt, Austausch oder Sex werden nicht so erfüllt, wie Sie es sich wünschen?

Sie sind des Wartens und der Diskussionen müde und wollen Ihrem Partner sagen, dass Sie sich von ihm trennen. Sie fragen sich, wie Sie Ihrem Partner Ihren Trennungswunsch "schonend" mitteilen können.

Sie haben Angst vor der Reaktion Ihres Partners, seinen Tränen, seinem Klammern, seiner Wut.

Sie haben Angst, hilflos dazustehen und etwas Unpassendes zu sagen. Sie kommen sich vielleicht wie ein Schwerverbrecher vor und haben Schuldgefühle.

Vielleicht helfen Ihnen meine Hilfestellungen, wie Sie an ein Trennungsgespräch herangehen und Ihre Trennungsabsicht mitteilen können.

Generell gilt: Sie können Ihrem Partner den Trennungsschmerz und Liebeskummer nicht ersparen. Sie können nur so schlussmachen, dass das Ende der Beziehung nicht die positiven Seiten und Erinnerungen Ihrer Partnerschaft zerstört.

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8 Tipps für ein Trennungsgespräch, um die Beziehung fair zu beenden.

1. Seien Sie sich sicher, sich trennen zu wollen.

Ich weiß, dass das leichter gesagt als getan ist. Wahrscheinlich schleichen sich doch in Ihren Gedanken immer einmal wieder Zweifel ein, ob die Beendigung der Beziehung der richtige Schritt ist.

Wenn Sie die Trennung ankündigen wollen, sollten Sie deshalb zuvor nochmals Ihr Vertrauen in diesen Schritt stärken.

Notieren Sie hierzu alle Gründe, die dafür sprechen, dass Sie die Partnerschaft beenden möchten: Welche Ihrer Bedürfnisse werden nicht (mehr) erfüllt? Welche Konflikte können Sie nicht lösen? In welchen Bereichen wurden Sie enttäuscht? Was können Sie nicht verzeihen?

Ihre Trennungsgründe können auch für das Trennungsgespräch hilfreich sein. Machen Sie sich also die Mühe, nochmals in aller Ruhe über die Gründe für Ihre Trennung nachzudenken.

Fragen Sie sich auch, was Sie zur Lösung dieses Problems unternommen haben bzw. ob Sie nicht noch etwas tun könnten, um es zu lösen.

2. Wählen Sie für Ihr Gespräch einen geeigneten Zeitpunkt

Wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem Ihr Partner nicht stark durch andere Probleme oder eine körperliche Erkrankung geschwächt ist. Natürlich sollten Sie bei dem Gespräch mit ihm alleine sein.

Manchmal hilft es, wenn man bei dem Trennungsgespräch spazieren geht oder sich an einem neutralen Ort, z.B. irgendwo in der Natur auf eine Bank setzt.

3. Sprechen Sie von Angesicht zu Angesicht mit Ihrem Partner.

Sicherlich wären eine Email oder eine SMS ein bequemer Weg, eine Beziehung zu beenden. Sie würden sich lange Diskussionen, Tränen, Vorwürfe und negative Reaktionen des Verlassenen ersparen.

Andererseits wäre diese Art, eine Beziehung zu beenden, dem Verlassenen gegenüber sehr unfair. Schließlich hat er Ihnen mal etwas bedeutet und und Sie ihm.

Und ehrlich gesagt finde ich diese Art des Schlussmachens auch feige. Man sollte dazu stehen und den Mut haben, dem Partner von Angesicht zu Angesicht die Entscheidung mitzuteilen.

Ausnahme ist, wenn Sie befürchten, dass Ihr Partner gewalttätig wird.

4. Bereiten Sie sich auf das Trennungsgespräch vor.

Überlegen Sie sich den Wortlaut, mit dem Sie die Beziehung beenden und die Trennung aussprechen. Sagen Sie Ihrem Partner z.B., dass Sie nicht mehr zusammenpassen, dass er nicht der Partner ist, den Sie sich wünschen.

Sie brauchen an diesem Punkt noch keine umfassende Erklärung für Ihre Entscheidung abzugeben. Ihr Partner wird wahrscheinlich erst einmal geschockt oder aus der Fassung sein und Ihre Trennungsgründe nicht hören.

Sätze wie, dass es Ihnen schwer fällt, ihm das zu sagen, oder dass es Ihnen leid tut, dass Ihre Partnerschaft so endet, können ein wenig den Druck nehmen.

Überlegen Sie sich auch, wie Ihr Partner auf Ihre Trennungsabsicht reagieren könnte, und wie Sie damit umgehen wollen.

Beispielsweise könnte er mit Schock und Sprachlosigkeit, gewollt cool, mit einem Weinkrampf oder Wutanfall reagieren. Er könnte Sie anflehen, dass Sie Ihre Entscheidung zurücknehmen.

Versuchen Sie, nicht zu schreien oder die Fassung zu verlieren. Versuchen Sie, sich in Ihren Partner hineinzuversetzen und seine Reaktion nachzuvollziehen.

Akzeptieren Sie, wie auch immer er reagiert. Hören Sie einfach nur zu – auch wenn Ihnen dies sehr schwer fällt. Ihr Partner fühlt sich in seinem Lebenskonzept bedroht und ringt darum, Kontrolle zu bekommen.

5. Formulieren Sie Ihre Trennungsabsicht klar und deutlich. Machen Sie klar, dass es kein Zurück gibt.

Wie auch immer Ihr Partner sich verhält, bleiben Sie bei Ihrem Ziel, die Beziehung zu beenden. Erinnern Sie sich daran, dass Sie NICHT schuld an den Gefühlen des Partners sind.

Sie trennen sich nicht, um ihm wehzutun, sondern weil Sie sich auseinander gelebt haben.

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Lassen Sie sich nicht hinreißen, ihm den Schmerz über die Trennung ersparen zu wollen, indem Sie sagen:

Ich liebe dich immer noch - aber ich brauche Zeit für mich.
Nie habe ich jemanden wie dich geliebt.
Vielleicht kommen wir irgendwann wieder zusammen.
Tief in mir liebe ich dich immer noch.

Sie können die Hoffnung, die Sie in Ihrem Partner wecken, nicht erfüllen und machen alles nur noch schmerzhafter für ihn!

Auch wenn Sie ihm gegenüber kaltherzig oder herzlos erscheinen, sollten Sie eine klare Aussage machen. Dies erleichtert Ihrem Partner den Weg, die Trennung akzeptieren zu lernen.

Ihre Aufgabe ist es also, auch wenn es Ihnen schwer fällt und Sie Mitleid mit Ihrem Partner haben, eindeutig und „hart“ zu bleiben.

Auch wenn Sie sich wie ein “herzloser Mensch“ fühlen, sind Sie in Wirklichkeit nicht herzlos, sondern haben nur die Absicht, Ihrem Partner zu vermitteln, dass er sich eine neue Lebensperspektive suchen muss.

6. Bleiben Sie konsequent. Meiden Sie den Kontakt zu Ihrem Partner.

Für Ihren Partner wird es umso leichter, sich mit der Trennung abzufinden, je klarer ihm durch Ihr Verhalten wird, dass die Beziehung nicht mehr zu retten ist und es kein Zurück mehr gibt.

Beschränken Sie deshalb nach Ihrem Weggang den Kontakt auf ein Minimum – nach Möglichkeit auf kurze, schriftliche Kontakte mit neutralen Worten.

Leben Sie weiterhin in der gemeinsamen Wohnung, dann verhalten Sie sich so, wie sich ein Mensch verhält, der keine Liebesbeziehung mehr zum Partner hat. Verzichten Sie auch auf sexuellen Kontakt.

7. Geben Sie Ihrem Partner die Möglichkeit zur Aussprache.

Ihr Partner hat nach dem ersten Gespräch wahrscheinlich den Wunsch, Ihre genauen Gründe für die Beendigung der Beziehung kennenzulernen und Ihr Verhalten zu verstehen.

Möglicherweise nimmt er die Situation auch zum Anlass, um eine zweite Chance zu ringen oder Sie verschiedener Vergehen oder Versäumnisse zu beschuldigen.

Es erwartet Sie also keine leichte Situation. Dennoch sollten Sie Ihrem Partner den Wunsch nach einem Gespräch erfüllen.

Hierfür können Sie Ihre Liste, die ich unter Punkt 1 vorgeschlagen habe, zur Hilfe nehmen.

Denken Sie daran: Sie können keine Gründe anführen, die für Ihren Partner „ausreichend“ für eine Trennung sind.

Erwarten Sie also nicht, dass Ihr Partner Verständnis für Ihre Entscheidung hat. Ihr Partner ist noch an dem Punkt, dass die Partnerschaft mit Ihnen lebenswert für ihn ist.

Es gibt keine Gründe, mit denen Ihr Partner gefühlsmäßig einverstanden sein könnte. Vielleicht wird er die Gründe später einmal verstehen oder ihnen sogar zustimmen.

8. Verzichten Sie auf den Satz "Wir können ja Freunde bleiben".

Mit diesem Angebot möchten Sie vielleicht Ihr schlechtes Gewissen beruhigen. Ihrem Partner tun Sie damit jedoch keinen Gefallen!

Gute Freunde bleiben zu wollen lässt in Ihrem Partner die Hoffnung keimen, dass sie beide vielleicht doch wieder zueinander finden.

Ihr Partner kann die Beziehung nicht abschließen und die Trennung akzeptieren lernen. Sein Leidensweg ist länger.

Die Beendigung einer Partnerschaft ist eine große Entscheidung.

Gleichzeitig bietet dieser Schritt aber für Sie und Ihren Partner die Chance, einen neuen Lebenspartner zu finden, mit dem man seine Vorstellungen einer erfüllten Partnerschaft besser verwirklichen kann.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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  1. Leserkommentar selbstbestimmt 27.11.2016

    ich habe am Telefon schluss gemacht. mein freund versucht mir nun tatsächlich schuldgefühle einzureden. daraufhin bitte ich meinen freund darum, dass er auch sich selbst und sein verhalten, während der Beziehung reflektiert. ich bitte um Neutralität und Verständnis. natürlich fällt es ihm , im Moment noch schwer, das ist mir bewusst. jedoch habe ich Hoffnung auf sein Verständnis und dass ich ihn als freund der zwischenmenschlichen Beziehung behalten kann. wenn nicht, ist es schade und traurig, aber dann auch nicht mehr mein Problem, sondern seins. ich habe mir vor dem Telefonat die tipps reingezogen und mich so gut es ging daran zu halten und es funktioniert! bis auf das Gespräch von angesicht zu angesicht. da es am Telefon war und mein Akku leer, mein Handy aus, steht nun ein fortführendes Gespräch an, welche ich dann von angesicht bzu angesicht auch fortführen möchte.

  2. Leserkommentar Friederike 23.10.2016

    Liebe Maxima, wenn Du es wirklich ernst meinst, dann stell ihm die Koffer vor die Tür und lasse ein neues Schloss einbauen.

  3. Leserkommentar Maxima 21.10.2016

    Ich versuche schon seit fünf Jahren mich zu trennen. Aber er will nicht gehen, wir haben ein gemeinsames Kind und er sagt, dass er mich liebt. Für mich fühlt sich das allerdings nicht so an: Wer haben ständig Streit. Ich finde ihn zutiefst unästhetisch, körperlich abstoßend, da er sich in meinen Augen so gehen lässt. Ich mag ihn aber als Mensch - daraus zieht er den Schluss, dass es für uns noch eine Chance gibt. Und nimmt meine Bitten uns zu trennen nicht ernst. Ich hatte sogar mal eine Affäre, er war gekränkt und sagte nun ist Schluss - doch ist er trotzdem geblieben. Wir leben zusammen in meiner Wohnung, das heißt, er müsste ausziehen - was er aber nicht tut. Was kann ich tun, dass er endlich geht?

  4. Leserkommentar elisa 12.10.2016

    Mein Mann ist Alkoholiker. Nach seinem Selbstmordversuch wollte er die räumliche Trennung. Er machT mich für seinen Alkohol verantwortlich, will aber bis Ende des Jahres schauen, ob wir ein Ehepaar (20 Jahre) bleiben. Wir wohnen seit Mai getrennt. Er macht zur Zeit eine Reha Sucht. Ich komme mit allem nicht klar, ich vermisse ihn, und schaffe auch eine Trennung nicht.Ich wollte nicht ausziehen, hatte aber keine Wahl. Er sagt immer, Ich denke so schwarz, weil ich so traurig bin, Ich sollte alles positiver sehen..... Ich weiß nicht mehr weiter. Ideen sind mir ausgegangen.

  5. Leserkommentar Pati 29.09.2016

    Hallo folgendes ich lebe mit meinem Partner 20 Jahre zusammen aber in die 20 Jahren hat er sich zum einen Alkoholiker entwickelt habe ihm immer wieder eine Chance gegeben dass sie zurückkommen kann mit ein Neuanfang dass er nicht mehr drängt aber er schafft es nicht ertrinkt bleibt in der Nacht im Auto beschimpft mich mit Nachrichten ist der bei seiner Mutter aber er möchte wieder ein Neuanfang wie kann ich es Ihnen am besten erklären dass ich ihn nicht verletze er wollte zu mir kommen und noch mal mit mir reden aber ich habe Angst davor vielen Dank für die Antwort

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