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Wie Sie eine Partnerschaft am besten beenden - Tipps für ein Trennungsgespräch

Sie spüren seit Jahren, dass Ihre Partnerschaft keine Zukunft mehr hat? Ihre Bedürfnisse nach Nähe, Verständnis, Respekt, Austausch und/oder Sex werden nicht so erfüllt, wie Sie es sich wünschen? Sie haben viele Versuche unternommen, mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin darüber zu sprechen? Oder haben Sie sich schon seit langem von ihm bzw. ihr innerlich zurückgezogen, lassen sie oder ihn nicht mehr an Ihrem Leben teilhaben und machen vieles alleine?

Nun sind Sie des Wartens und der Bemühungen müde und wollen Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin sagen, dass Sie sich trennen möchten. Sie grübeln darüber, wie Sie dies am besten anstellen können, um Ihren Partner nicht zu verletzen. Es ist für Sie keinesfalls leicht, Ihrem Partner dies zu sagen. Sie haben Angst vor seiner Reaktion, seinen Tränen oder Wutausbrüchen, oder haben Angst, hilflos dazustehen und etwas total Unpassendes zu sagen.

Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Hilfestellungen geben, wie Sie an ein Trennungsgespräch herangehen können. Generell gilt aber, dass Sie keine Möglichkeit haben, Ihrem Partner den Schmerz des Verlustes zu ersparen. Sie können nur einige Punkte berücksichtigen, um den Schmerz etwas abzupuffern. Der Einfachheit halber spreche ich im Folgenden von „dem Partner, der verlassen will“, aber selbstverständlich verlassen auch Frauen ihre Männer.

1. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich innerlich sicher sind, sich trennen zu wollen.

Ich weiß, dass das leichter gesagt als getan ist. Wahrscheinlich schleichen sich doch in Ihren Gedanken immer einmal wieder Zweifel ein, ob es der richtige Schritt ist. Wenn Sie die Trennung ankündigen wollen, sollten Sie zuvor nochmals Ihr Vertrauen in den richtigen Schritt stärken. Notieren Sie hierzu am besten alle Gründe, die für Sie dafür sprechen, dass Sie die Partnerschaft aufgeben möchten: Welche Ihrer Bedürfnisse werden nicht mehr oder nicht erfüllt? Welche Konflikte konnten Sie nicht lösen? In welchen Bereichen wurden Sie enttäuscht? Was können Sie nicht verzeihen? Fragen Sie sich auch, was Sie zur Lösung dieses Problems unternommen haben bzw. ob Sie nicht noch etwas tun könnten, um es zu lösen.

2. Wählen Sie für Ihr Gespräch nach Möglichkeit einen guten Zeitpunkt

Wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem Ihr Partner nicht ohnehin schon stark durch andere Probleme oder eine körperliche Erkrankung geschwächt ist. Natürlich sollten Sie bei dem Gespräch mit ihm alleine sein. Manchmal hilft es, wenn man bei dem Gespräch spazieren geht oder sich an einem neutralen Ort, z.B. irgendwo in der Natur auf eine Bank setzt.

3. Sprechen Sie von Angesicht zu Angesicht mit Ihrem Partner.

Die Trennung per Telefon, E-mail oder SMS anzukündigen, mag Ihnen zwar leichter fallen, aber Ihr Partner fühlt sich dadurch eher verletzt. Sie haben so viele Erfahrungen gemeinsam mit Ihrem Partner gemacht, dass Sie auch den Abschluss mit Würde und Respekt tun sollten. Ausnahme hierfür ist, wenn Sie befürchten, dass Ihr Partner gewalttätig wird.

4. Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor.

Überlegen Sie sich den Wortlaut, mit dem Sie die Beziehung beenden und die Trennung aussprechen. Sagen Sie Ihrem Partner z.B., dass Sie nicht mehr zusammenpassen und Sie sich deshalb trennen möchten. Sie brauchen an diesem Punkt noch keine umfassende Erklärung für Ihre Entscheidung abzugeben, denn Ihr Partner wird wahrscheinlich erst einmal geschockt oder aus der Fassung sein. Sätze wie, dass es Ihnen schwer fällt, ihm das zu sagen, oder dass es Ihnen leid tut, dass Ihre Partnerschaft so endet, können ein wenig den Druck nehmen.

Überlegen Sie sich auch, wie Ihr Partner auf Ihre Offenbarung reagieren könnte, und wie Sie damit umgehen wollen. Beispielsweise könnte er mit Schock und Sprachlosigkeit, gewollt cool, mit einem Weinkrampf oder Wutanfall reagieren. Er könnte Sie anflehen, dass Sie Ihre Entscheidung zurücknehmen.

Versuchen Sie, nicht zu schreien oder die Fassung zu verlieren. Versuchen Sie, sich in Ihren Partner hineinzuversetzen und seine Reaktion nachzuvollziehen. Akzeptieren Sie, wie auch immer er reagiert. Hören Sie einfach nur zu – auch wenn Ihnen dies sehr schwer fällt. Ihr Partner fühlt sich in seinem Lebenskonzept bedroht und ringt darum, Kontrolle zu bekommen.

5. Formulieren Sie klar und deutlich, dass es kein Zurück mehr gibt.

Wie auch immer Ihr Partner sich verhält, bleiben Sie bei Ihrem Ziel, die Trennung kundzutun. Erinnern Sie sich daran, dass Sie NICHT schuld an den Gefühlen des Partners sind. Sie trennen sich nicht, um ihm wehzutun, sondern weil Sie keine Chance für ein gemeinsames Leben mehr sehen.

Lassen Sie sich nicht hinreißen, ihm den Trennungsschmerz ersparen zu wollen, indem Sie sagen:

Ich liebe dich immer noch – aber ich brauche Zeit für mich.
Lass uns Freunde bleiben.
Nie habe ich jemanden wie dich geliebt.
Vielleicht kommen wir irgendwann wieder zusammen.
Tief in mir liebe ich dich immer noch.

Sie können die Hoffnung, die Sie in ihm wecken, nicht erfüllen und machen alles nur noch schmerzhafter! Auch wenn Sie ihm gegenüber kaltherzig oder herzlos erscheinen, sollten Sie eine klare Aussage machen. Dies erleichtert ihm den Weg, die Trennung akzeptieren zu lernen.

Ihre Aufgabe ist es also, auch wenn es Ihnen schwer fällt und Sie Mitleid mit Ihrem Partner haben, eindeutig und „hart“ zu bleiben. Auch wenn Sie sich wie ein “herzloser Mensch“ fühlen, sind Sie in Wirklichkeit nicht herzlos, sondern haben nur die Absicht, ihrem Partner zu vermitteln, dass er sich eine neue Lebensperspektive suchen muss.

6. Bleiben Sie konsequent. Meiden Sie möglichst den Kontakt zu Ihrem Partner.

Für Ihren Partner wird es umso leichter, sich mit der Trennung abzufinden, je klarer ihm durch Ihr Verhalten wird, dass die Beziehung nicht mehr zu retten ist und es kein Zurück mehr gibt. Beschränken Sie deshalb, wenn Sie ausgezogen sind, den Kontakt auf ein Minimum – nach Möglichkeit auf kurzen, schriftlichen Kontakt mit neutralen Worten. Leben Sie weiterhin in der gemeinsamen Wohnung, dann verhalten Sie sich so, wie sich ein Mensch verhält, der keine Liebesbeziehung mehr zum Partner hat. Verzichten Sie auch auf sexuellen Kontakt.

7. Geben Sie Ihrem Partner die Möglichkeit zur Aussprache.

Ihr Partner hat nach dem ersten Gespräch wahrscheinlich den Wunsch, Ihre genauen Gründe für die Trennung kennenzulernen und Ihr Verhalten zu verstehen. Möglicherweise nimmt er die Situation auch zum Anlass, um eine zweite Chance zu ringen oder Sie verschiedener Vergehen oder Versäumnisse zu beschuldigen. Es erwartet Sie also keine leichte Situation. Dennoch sollten Sie Ihrem Ex-Partner den Wunsch nach einem Gespräch erfüllen. Hierfür können Sie auch Ihre Liste, die ich unter Punkt 1 vorgeschlagen habe, zur Hilfe nehmen.

Denken Sie daran, dass Sie keine Gründe vorbringen können, die für Ihren Ex-Partner „ausreichend“ für eine Trennung sind. Er ist noch an dem Punkt, dass die Partnerschaft mit Ihnen lebenswert für ihn ist. Sie haben keine Gründe, mit denen Ihr Ex-Partner im Augenblick gefühlsmäßig einverstanden sein könnte. Vielleicht wird er die Gründe später einmal verstehen oder ihnen sogar zustimmen können.

Den Schritt aus einer unglücklichen Partnerschaft zu wagen, ist eine große Entscheidung. Gleichzeitig bietet dieser Schritt aber für Sie und Ihren Partner die Chance, einen neuen Lebenspartner zu finden, mit dem man seine Vorstellungen einer erfüllten Partnerschaft verwirklichen kann.

© 2010 Dr. Doris Wolf - wie eine Partnerschaft beenden? wie sich trennen? wie eine Beziehung beenden?
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