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Woran erkennt man Beziehungskrisen?

paar diskutiert über ehekrise

Beziehungskrisen schleichen sich oft unmerklich in eine Partnerschaft ein. Schauen wir uns die häufigsten Anzeichen für eine Beziehungskrise an. Bild © closeupimages - Fotolia.com

, Psychotherapeutin

Je früher Sie die Anzeichen für eine Beziehungskrise erkennen, umso besser.

Dann können Sie nämlich gegensteuern und so vielleicht verhindern, dass es zum Bruch kommt, die Beziehung völlig auseinanderfällt und es zur Trennung kommt.

Viele Trennungen könnten verhindert und viele Ehen gerettet werden, wenn Paare frühzeitig die Alarmsignale erkennen und darauf reagieren würden.

Eine Trennung erfolgt nicht aus heiterem Himmel. Sie ist meist der Schlusspunkt einer länger andauernden Beziehungskrise.

Mann/Frau haben sich in der Regel über Jahre hinweg auseinandergelebt. Ihre Beziehung ist langsam und leise in die Brüche gegangen.

Man hat dem Partner meist innerlich schon längere Zeit gekündigt und dieser hat davon nichts mitbekommen - oder wollte nichts mitbekommen. Was also sind die Anzeichen einer Beziehungskrise in der Partnerschaft?

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Anzeichen einer Beziehungskrise

Nachlassende Unterstützung

Der Partner zieht sich von häuslichen und familiären Aufgaben mehr und mehr zurück und hält sich nicht mehr an Absprachen.

Er setzt sich immer weniger für früher von ihm erledigte Aufgaben ein und vernachlässigt diese: er bringt die Kinder nicht mehr in den Kindergarten oder zur Sportveranstaltung, er kommt immer häufiger später von der Arbeit nach Hause, er ist zu Hause immer sehr erschöpft - findet aber genug und spontan Energie, um seinen Hobbies nachzugehen, sich mit Freunden zu treffen ....

Sprechen Sie Ihren Partner darauf an. Machen Sie ihm deutlich, dass Ihnen seine Unterstützung wichtig ist.

Rücksichtnahme kann genau das falsche Verhalten sein. Sprechen Sie mit ihm darüber, ehe sein mangelnder Einsatz zur Gewohnheit wird und ein Ungleichgewicht eintritt, das Ihre Beziehung zum Einsturz bringt.

Nachlassender Respekt

Anzeichen hierfür können sein: man redet in Gegenwart anderer und im Beisein des Partners schlecht über ihn oder macht sich lustig über ihn oder seine kleinen und großen Schwächen, man nimmt weniger Rücksicht auf seine Befindlichkeiten, man redet "von oben herab" zu ihm, man schneidet ihm das Wort ab, unterbricht ihn, korrigiert ihn ständig, kritisiert ihn mehr als früher, usw.

Sprechen Sie mit ihm darüber. Sprechen Sie ihn darauf an.

Machen Sie ihm klar, dass Sie sein Verhalten als verletzend empfinden, als Missachtung, als Herabsetzung Ihrer Person.

Ergründen Sie, was hinter seinem Verhalten steckt: Fühlt er sich von Ihnen schlecht, ungerecht behandelt? Fühlt er sich vielleicht von Ihnen vernachlässigt? Fehlt ihm vielleicht der Respekt?

Emotionale Erpressung

Wenn du nicht ..., dann wirst du schon sehen, was du davon hast. D.h. der Partner macht seine Liebe und Zuneigung davon abhängig, dass Sie nach seiner Pfeife tanzen.

Er gibt Ihnen zu verstehen, dass Sie sich seine Liebe und Anerkennung verdienen müssen.

Vielleicht geht der Partner aber auch subtiler vor: er sagt nicht direkt, was er verlangt, sondern wirft Ihnen vor, egoistisch oder rücksichtslos zu sein.

Er wirft Ihnen vor, dass er sich ganz alleine um die Kinder, die Finanzen, den Haushalt oder andere bisher gemeinsam getragene Tätigkeiten kümmert und Sie auf der faulen Haut liegen.

Er will Ihnen Schuldgefühle machen und Sie so erpressen, bzw. gefügig machen. Emotionale Erpressung führt auf Dauer zum Tod einer Beziehung.

Auch hier heißt es, miteinander kommunizieren. Kann es sein, dass Ihr Partner das Gefühl hat, zu kurz zu kommen?

Kann es sein, dass er sich ausgenutzt und nicht genügend respektiert fühlt?

Kann es sein, dass er den Eindruck hat, mehr für die Beziehung zu tun, als Sie?

Fehlende oder negative Kommunikation

Dies sind ernsthafte Anzeichen für eine Beziehungskrise. Die Bedürfnisse nach Kommunikation in der Partnerschaft sind meist unterschiedlich.

Frauen haben eher das Bedürfnis, sich über Gefühle auszutauschen und über Probleme zu sprechen als Männer. Kleine Geheimnisse und ein Freiraum sind für die Partnerschaft förderlich, die Devise <Wer mich liebt, versteht mich auch ohne Worte> jedoch nicht.

Liebe hat nichts mit Gedankenlesen zu tun. Um dem Partner nahe zu sein, müssen wir dessen Sichtweise und Gefühle kennen.

Zieht sich der Partner zurück, kann dies viele Ursachen haben wie beispielsweise er fühlt sich beruflich überfordert, er hat das Gefühl, ausgequetscht zu werden, dass wir uns lustig über ihn machen, er hat es nicht gelernt, über sich zu sprechen, er hat Angst, Fehler zuzugeben, ...

Um uns in der Partnerschaft wohlzufühlen, benötigen wir das Gefühl, dass wir wichtig sind für den Partner und er Anteil nimmt.

Will er nichts mehr von uns wissen, fühlen wir uns abgelehnt, mißachtet, ungeliebt.

Konflikte sind in einer Partnerschaft normal und notwendig, denn es leben zwei Menschen mit unterschiedlicher Lebensgeschichte und unterschiedlichen Bedürfnissen zusammen.

Sowohl Konflikte, die in einen Machtkampf (wer hat recht) ausarten, als auch das schweigende Nebeneinanderherleben sind verdächtig.

Schweigen bedeutet, dass beide Partner innerlich kapituliert und gekündigt haben oder einer seine Bedürfnisse massiv unterdrückt und sich anpasst, während der andere das Sagen hat.

Negative Gefühle und fehlende Achtung

Fast alle Menschen suchen in einer Partnerschaft Liebe, Verständnis, Unterstützung und Anerkennung.

Wir wollen das Gefühl haben, liebenswert zu sein; vielleicht erwarten wir sogar die bedingungslose und immerwährende Liebe von unserem Partner.

Dies ist eine nicht erfüllbare Forderung. Kein Mensch ist in der Lage, diese Erwartung zu erfüllen.

Kritisiert unser Partner hingegen immer nur und lenkt seinen Blick auf das, was ihm an uns nicht gefällt, vergeht seine Liebe und natürlich auch unsere.

Die Basis für die Partnerschaft muss sein, dass wir uns als Person akzeptiert fühlen, auch wenn manche unserer Eigenheiten dem Partner nicht gefallen.

Eine Partnerschaft einzugehen mit der Idee "Ich werde den Partner schon ändern" ist zum Scheitern verurteilt!

Eine Partnerschaft sollte zumindest den überwiegenden Teil der Zeit dazu führen, dass wir uns gestärkt, unterstützt fühlen und dass der Partner an unserer Weiterentwicklung sowie unserem Wohlbefinden interessiert ist.

Rituale und gemeinsame Aktivitäten fehlen

Eine Partnerschaft sollte Freiraum bieten, in der jeder etwas für sich tut und seinen Interessen nachgeht. Klammern und das ständige Zusammensein führt zum Erlahmen der Gefühle.

Andererseits muss es auch Zeiten geben, in denen wir gemeinsam Spaß haben und Schönes erleben.

Zieht sich unser Partner zurück, kann dies verschiedene Ursachen haben: er ist überfordert, erschöpft, fühlt sich geklammert, fühlt sich unwohl mit uns, hat seine Ziele/Interessen verändert, steckt in einer seelischen oder persönlichen Krise.

Nachlassendes sexuelles Interesse

Sex besteht nur noch aus Routine.

Der Partner hat eine Geliebte oder macht einen Seitensprung.

Wir haben keine Lust auf Sex mehr, betrachten Sex als lästiges Pflichtprogramm.

Es ist normal, dass die Sexualität im Laufe der Partnerschaft mal wichtiger, mal weniger wichtig ist.

Wie häufig wir mit unserem Partner schlafen, ist abhängig von unseren und seinen sexuellen Bedürfnissen.

Betrachten wir und unser Partner die Sexualität als nicht (mehr) für so wichtig, ist dies auch in Ordnung. Zärtlichkeit und körperliche Nähe sollten jedoch auf jeden Fall gesucht werden.

Auch ein Seitensprung muss nicht das Ende einer Partnerschaft bedeuten, ist jedoch meist ein Indiz für eine Beziehungskrise oder dass der andere etwas in der Beziehung vermisst.

Wenn beide Partner dies als Chance nehmen, über die Sexualität und ihre Bedürfnisse zu sprechen, verzeihen und neu beginnen, dann kann ein Seitensprung sogar bereichernd für die Partnerschaft sein.

Beziehungskrisen.html

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Was tun bei Beziehungskrisen? Wege aus der Beziehungskrise

1. Sprechen Sie Ihren Partner in einer ruhigen Minute direkt an, wenn er schweigt oder nur noch unwirsch reagiert - auch wenn dies in einen Konflikt oder einer Gesprächsblockade von seiten des Partners münden kann.

Formulieren Sie Ihre Gefühle und Wünsche in der "Ich-Form” : "Ich fühle mich, wenn du dich ... verhältst, ... Ich wünsche mir ... Ich frage mich, weshalb sich unsere Partnerschaft so verändert hat.”

Vermeiden Sie Vorwürfe und Aufrechnerei. Lenken Sie seinen Blick auf die Vergangenheit, in die Zeit, in der die Kommunikation geklappt hat.

Fragen Sie, was Sie tun können, damit sie beide wieder zufriedener werden.

2. Haben Sie über längere Zeitstrecken den Eindruck, nichts recht machen zu können und abgelehnt zu werden, müssen Sie dies ansprechen. Der Partner hat nicht das Recht, Sie nach seinen Vorstellungen umzukrempeln.

Versuchen Sie herauszufinden, was er von Ihnen erwartet, und sprechen Sie darüber, was Sie zu geben bereit sind und sich ganz konkret von ihm wünschen.

Versichern Sie ihm, dass Sie ihn nicht kränken oder kleinmachen wollen, sondern wollen, dass es ihm auch gutgeht.

3. Schlagen Sie gemeinsame Aktivitäten vor, um wieder Schönes mit dem Partner zu verknüpfen. Versuchen Sie gemeinsam herauszufinden, weshalb er lieber alleine etwas unternimmt.

4. Wenn Sie die Sexualität nicht mehr als lustvoll erleben oder die Lust auf Sex fehlt, dann sprechen Sie mit Ihrem Partner.

Suchen Sie gemeinsam nach Ursachen und Lösungen: Nehmen wir uns zu wenig Zeit für den Sex? Kennen wir unsere sexuellen Wünsche nicht?

Liegt es an mangelnder Hygiene, genereller Unzufriedenheit in der Partnerschaft, hormoneller Umstellung, unrealistischen Erwartungen (beispielsweise, dass der Partner immer Lust haben muss, immer zum Orgasmus kommen muss) usw.?

Stellen Sie sich die Frage: Was können wir tun, um wieder mehr Lust auf Sex und Spaß am Sex zu haben?

Je mehr Alarmzeichen dieser Art Sie feststellen, je mehr Giftpfeile Ihr Partner abschießt, umso größer ist die Gefahr, dass Ihre Beziehung daran stirbt.

Entfernen Sie das Gift frühzeitig, damit es nicht Ihre Beziehung ruiniert.


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich in morgendlicher Meditation, im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen leckerer Kuchen.

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  1. Leserkommentar Andreas 27.08.2017

    Wir haben gerade echt Stress. Haben einen kleinen Jungen, den ich über alles liebe, und sind am Umziehen in unser neues Haus. Meine Frau arbeitet auch wieder. Irgendwie streiten wir in letzter Zeit sehr viel - zu viel für meinen und ihren Geschmack. Laut meiner Frau bin ich auch immer der Schuldige, was durchaus sein kann. Früher hatten wir uns super verstanden, es gab sehr selten Probleme. Jetzt ist alles richtig schwierig geworden und ich weiß nicht mehr weiter.

  2. Leserkommentar Katja 19.07.2017

    Ich weiß nicht, was momentan passiert, aber ich bin sehr unglücklich in meiner Ehe. Schon des Öfteren habe ich ihn darauf angesprochen, dass ich mich nicht wohl fühle, so wie er mit mir umgeht. Er achtet kaum noch auf mich. Weder in Gesprächen noch im Zusammenleben noch beim Sex. Dass er mich liebt zeigt er mir nicht. Er lässt immer wieder blöde Äußerungen ab wie "Für was bist du denn den ganzen Tag daheim?" (Bin ich übrigens nicht, weil ich trotz 2 Kleinkindern arbeiten gehe) oder oder Kommentare über mein Äußeres (ich wiege aktuell noch 7 Kilo mehr als vor den Schwangerschaften). Ich denke immer wieder über einen Seitensprung nach, obwohl ich das keinesfalls möchte. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich in dieser Situation machen soll. Ich weiß, dass unsere Paarbeziehung schon länger zu kurz kommt. Aber daran kann ich aktuell wegen Baby, Selbständigkeit und Hausbau kaum was ändern.

  3. Leserkommentar Marc 10.07.2017

    Seit 10 Jahren sind wir "zusammen" und ich bin nur hier, weil wir zwei tolle Jungs haben. Ihre Visage ertrage ich einfach nicht mehr und ich meine nicht erstrangig die 30-40kg mehr als vor 10 Jahren, ich meine das vorherrschende Anspruchsdenken. Urlaub 3Tsd€? Zahlst Du, ist ja klar! Auto? Zahlst Du, ich fahre ja Deine Kinder zur Schule - Sie selbst ganz wichtige Lehrerin aber 0 Empathie. Ich empfinde nur noch Hass und würde am Liebsten ausziehen - Das ist doch wohl kein Leben?! (m38)

  4. Leserkommentar Walter 09.07.2017

    Sind seit 18 j verheiratet, die Töchter haben eigene Interessen und uns fehlen nun die gemeinsamen Interessen. Wir leben gut nebeneinander aber nicht miteinander. Die Sexualität ist kaum noch vorhanden und zärtliche Berührungen kommen nur noch von mir, sie berührt mich kam noch. Immer öfter denke ich an Trennung, nur wir leben gut und warum der Aufwand auf sich nehmen. Da ich jedoch nicht wirklich eine andere Beziehung suche, wird sich nichts ändern. Bequemlichkeit

  5. Leserkommentar Carmen 06.05.2017

    Wir sind 30 Jahre verheiratet !haben uns schon oft unterhalten bekomme dann das Versprechen das er versucht dafür was zu tun(was er schon Jahre sagt)ich versuche ihm beim sex alles zu geben(er steht auf shemale pornos)seit 16 jahren)dafür hat er Zeit aber Sachen für mich hat er kein Interesse!mir fällt schon lange auf das er mir nicht zu hört!bin wohl nicht wichtig!dazu muss ich sagen das er mich Jahre belogen hat!was jetzt besser ist.ich weiß ich sollte wahrscheinlich ein Strich ziehen...

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