Informationen für Geliebte und Betrogene

Der Partner hat eine Geliebte - was bedeutet das für die Partnerschaft? Wie damit umgehen?

Informationen für Geliebte und Betrogene

Wenn unser Partner eine Geliebte hat und wir davon erfahren, dann fühlen wir uns betrogen und hintergangen. Wir sehen uns abgewertet und in Frage gestellt. Noch mehr wie das Fremdgehen schmerzen uns der heimliche Betrug und die Lügen.

Gleichzeitig zweifeln wir an unserer Wahrnehmungsfähigkeit: Wie konnten wir dies so lange nicht bemerken. Uns quälen Fragen wie "Was hat die Geliebte, was ich nicht habe?" "Wie lange geht das schon?" "Wie konnte er gleichzeitig mit mir und mit ihr schlafen?" "Wenn er sie liebt, was empfindet er dann für mich?"

Unsere Gefühle schwanken zwischen Wut, Verbitterung, Selbstzweifel, Angst, Einsamkeit. Manche Betroffene stellen ihrem Partner ein Ultimatum: Entweder ich oder sie. Wenn du dich nicht sofort trennst, ist dies das Aus für unsere Partnerschaft.

Andere versuchen, den Partner zurück zu gewinnen, indem sie um ihn werben, sich besonders anstrengen. Sie machen sich klein, betteln um eine Chance.

Da der Ausgang ungewiss ist, letztendlich der Partner, der fremdgeht, entscheidet, ob er der Partnerschaft nochmals eine Chance gibt, fühlen sie sich hilflos und ausgeliefert.

Denkanstöße für Betrogene

Wenn du herausfindest, dass dein Partner dich betrogen hat, dann brauchst du Unterstützung für dein Selbstwertgefühl. Die Affäre bedeutet nicht, dass DU nicht attraktiv bist oder einem Partner nicht genügst. Du hast genug anzubieten, aber dein Partner hat vielleicht seine Bedürfnisse geändert.

Vielleicht braucht er Bewunderung, die du ihm nicht (mehr) in der Form geben kannst, neue sexuelle Erfahrungen oder mehr Freiheit.

Vielleicht hat er sich in diese Situation hinein manövriert, und weiß nicht, wie er wieder herauskommen soll, ohne allen Beteiligten wehzutun.

Umgib dich im Augenblick mit Menschen, die dich stützen und dir gut tun.

Wenn man selbst Geliebte ist

Die Position der/des Geliebten hat Vor- und Nachteile. Als Geliebte/r müssen wir nicht den Alltag mit unserem Partner teilen. Es gibt keinen Streit um die Alltagspflichten und wegen der Kinder.

Durch das unregelmäßige Zusammentreffen bleibt das Prickeln des Unbekannten und der immerwährenden Eroberung bestehen, die Sexualität spannend. Wenn der Partner kommt, ist er bemüht, dass es ein gelungenes Treffen wird.

Nachteil der Geliebten-Position ist, dass wir immer hinter der Familie des Partners zurückstecken müssen. Der Partner bestimmt, wann und wo wir uns treffen, für spontane Treffen und Anrufe ist meist keine Möglichkeit.

Aus dem Bekanntenkreis des Partners bleiben wir ausgeschlossen. Nur in etwa 10 Prozent der Fälle trennt sich der Partner von seiner Ehefrau und den Kindern.

So besteht die Gefahr, dass wir in der ständigen Hoffnung leben müssen, dass wir irgendwann mit ihm eine richtige Partnerschaft leben können.

Eine Geliebten-Beziehung kann nur befriedigend sein, wenn beide Partner sich für diese Form der Beziehung entscheiden und bei dieser Entscheidung bleiben.

Fragen für Geliebte - zum Nachdenken und Handeln

Welche Gefühle hast du den überwiegenden Teil der Zeit, wenn du an deinen Partner denkst oder mit ihm zusammen bist?

Sind deine wichtigsten Vorstellungen einer Partnerschaft erfüllt?

Genügt es dir, deinen Partner nur zu bestimmen Zeiten zu sehen bzw. erreichen zu können?

Wie lange lebst du schon in der Hoffnung, dass dein Partner sich aus seiner Ehe lösen wird? Siehst du Anzeichen, dass er es wirklich tut?

Könnte es sein, dass die Angst, keinen anderen Partner mehr finden zu können, dich in der Beziehung hält?

Mein Mann hat eine Geliebte - Leserfrage

Durch eine SMS musste ich erfahren, dass mein Mann schon über längere Zeit eine Geliebte hat – übrigens nicht das erste Mal. Jetzt lebt er ganz bei ihr. Auf meine Frage, wie es weitergehen soll, antwortet er, dass ich ihm Zeit lassen soll und er sich therapiere.

Bei dem Wort Trennung wird er ausfallend. Unsere Tochter ist ein Papakind, nur deshalb warte ich noch. Kann ein Mensch sich denn selbst therapieren, eine Therapie lehnt er nämlich ab?

Verhalten zählt mehr als Worte. Durch sein Verhalten macht Ihr Mann deutlich, wo er steht. Er ist zu seiner Geliebten gezogen und kommt nur noch nach Hause, um seine Tochter zu sehen. Dass der Vater nicht mehr bei Ihnen wohnt und sich nur noch einmal die Woche zeigt, hat auch Ihre Tochter schon mitbekommen. Sie erlebt Ihre Traurigkeit und Zerrissenheit, auch wenn Sie mit ihr vielleicht nicht darüber gesprochen haben.

Nur wegen Ihrer Tochter eine Partnerschaft aufrechtzuerhalten, die bereits keine mehr ist, kann keine Lösung sein. Im Augenblick möchte Ihr Partner quasi von zwei Bäumen naschen und nur für einen Baum die Fürsorge übernehmen.

Er schließt Sie davon aus, wie und in welche Richtung er sich ändern möchte. Prinzipiell denke ich, dass er es nur schwer schaffen kann, sich zu ändern und wieder zu Ihnen zurückzufinden.

Um herauszufinden, weshalb man immer wieder eine gut funktionierende Beziehung abbricht und sich nach einem neuen Partner umsieht, muss man sich auch die Lebensgeschichte anschauen. Man benötigt auch das Wissen und die Strategien dazu, wie man sich ändern kann.

Selbst wenn Ihr Mann sich wieder für Sie entscheiden würde, wäre damit nicht die ganze Arbeit getan. Dann müsste er, um eine Wiederholung des Fremdgehens zu vermeiden, auch seine Denk- und Verhaltensmuster verändern.

Dadurch dass er kategorisch eine Therapie bzw. Paartherapie ausschließt, nimmt er sich bzw. Ihnen beiden die Möglichkeit, an der Partnerschaft zu arbeiten.

Deshalb liegt es an Ihnen, abzuwägen, ob Sie es riskieren, zu warten, um den Preis, dass Sie weiter zwischen Hoffnung, Verzweiflung, Angst und Wut schwanken.

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Naje schreibt am 02.11.2020

Ich war 20 Jahre lang Geliebte eines verheirateten Mannes. Er betrog mich zwischendurch sogar mit einer weiteren Frau, verließ sie wieder und kam zur mir als Erstgeliebte zurück. Seine Frau wusste von mir. Vor 15 Jahren wurde ich schwanger und bekam ein Kind von ihm. Er wollte dieses Kind nicht, ich wollte es schon. 2 Jahre lang hat er das Kind verleugnet, dann machte er seinem schlechten Gewissen Luft und outete sich als Vater. Seine Frau verließ ihn, aber es gab keine Scheidung. Auch sie hatte 2 Kinder von ihm. Weiterhin hielt er die Beziehung zu mir aufrecht, aber er mied den Kontakt zu unserem Kind. Als mein Kind 12 Jahre alt war, zog ich aus dem Ort weg und lebe seitdem mit meiner Tochter in Ruhe. Fazit für alle Geliebten und alle betrogenen Frauen: Lasst Euch nicht betrügen, lasst Euch nichts versprechen. Lasst einen Mann, egal was er sagt, ziehen, wenn Ihr merkt, dass er betrügt oder Euch verspricht, er kommt zu Euch. Es gibt noch andere, sicher bessere. Trotz der Kinder.

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