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Mobbing in Form demütigender und diskriminierender Bemerkungen gibt es nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in Partnerschaften. Bild © Kitty - Fotolia.com
Autorin: © Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin
Gehen Sie einmal in Gedanken Ihren Freundeskreis durch. Kennen Sie auch mindestens ein Paar, bei dem jegliche Achtung vor dem Partner verloren gegangen ist?
Der eine oder beide Partner lassen kein gutes Haar am anderen. Da wird über seine fehlende sexuelle Potenz oder ihren Mundgeruch hergezogen. Ihm wird die Unfähigkeit, mit Geld umzugehen, ihr der Hängebusen vorgeworfen.
Er wird als Vollidiot, sie als Schlampe beschimpft. Sie wundern sich, weshalb die beiden angesichts solcher Demütigungen und Verletzungen überhaupt noch zusammen sind.
Gelegentlich mal eine Kritik oder eine abschätzige Bemerkung - insbesondere, wenn wir uns gerade gestritten haben oder wegen anderer Dinge gereizt sind - das kennt jeder von uns.
Wir füllen dabei meist beide Rollen aus, mal sind wir Täter, mal Opfer. Wenn wir uns beruhigt haben, kehren wir zur Wertschätzung dem Partner gegenüber zurück.
Wenn wir jedoch mit einem Partner zusammenleben, der uns ständig kritisiert, abwertet und alles tut, um uns zu verletzen, dann ist das Mobbing, Psychoterror und seelischer Missbrauch.
Dieses Mobbing in der Partnerschaft gleicht dem Mobbing am Arbeitsplatz.
Beim Mobben in der Partnerschaft werden dieselben Methoden des Psychoterrors angewendet wie beim Mobbing am Arbeitsplatz, um den anderen fertig zu machen:
Dieser Psychoterror hat dramatische Auswirkungen auf unsere Psyche und unseren Körper. Wir fühlen uns nicht mehr geborgen und angenommen in der Partnerschaft. Wir leben in einem ständigen Zustand der Bedrohung.
Ähnlich wie beim Mobbing am Arbeitsplatz können sich Depressionen oder Angstzustände einstellen, unser Körper reagiert mit psychosomatischen Beschwerden wie z.B. Kopf- oder Rückenschmerzen, Tinnitus oder Magen-Darm-Beschwerden. Auch Depressionen sind eine häufige Folge, da wir uns hilflos fühlen.
Die ständigen Abwertungen und Demütigungen können dazu führen, dass wir beginnen, an uns zu zweifeln: Ticken wir wirklich nicht richtig? Was stimmt mit uns nicht? Fehlen uns bestimmte Fertigkeiten und Eigenschaften? Kann man uns wirklich nicht so lieben, wie wir sind? Sind wir vielleicht einfach zu empfindlich?
Kurzum, wir fühlen uns als Opfer.
Mobbing Test - werden Sie in Ihrer Partnerschaft gemobbt?
In irgendeiner Weise muss sich unser Partner von uns oder anderen bedroht, gekränkt oder abgewertet fühlen.
Sein Selbstwertgefühl ist in den Keller gegangen und er versucht, sich durch Demütigungen und Herabsetzungen aufzuwerten. Wenn er uns schlecht macht, hat er den Eindruck, Macht und Kontrolle zu haben und besser als wir zu sein.
Hinter dem Mobbing unseres Partners kann sich auch ein erzieherisches Motiv verbergen. Vielleicht ist er mit uns, wie wir uns verhalten oder kleiden, unzufrieden, und er sieht keine andere Möglichkeit, uns seine Unzufriedenheit mitzuteilen, als durch harsche und öffentliche Kritik an unserer Person.
Wir kennen dieses Verhalten vielleicht bereits aus unserer Kindheit, wurden von anderen schon immer so behandelt. Häufig wählen wir uns unbewusst einen Partner aus, der dieselben Verhaltensmuster zeigt wie unsere Eltern oder nahen Bezugspersonen in der Kindheit.
Haben wir bereits ein geringes Selbstwertgefühl, so neigen wir dazu, an uns zu zweifeln. Wir bemühen uns verstärkt, die Zuneigung unseres Partners zu erhalten und entschuldigen bzw. verzeihen ihm sein Verhalten.
Aus Angst vor dem Verlassenwerden und Alleinsein oder der Kinder wegen spielen wir mit. Vielleicht haben wir auch die Hoffnung, dass unser Partner sich ändert, wenn wir nur genügend viel Geduld aufbringen. Vielleicht halten wir es sogar für ganz normal, in dieser Form vom Partner behandelt zu werden.
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Wir müssen unser Selbstwertgefühl stärken und lernen zwischen dem Verhalten unseres Partners und uns zu trennen. Wenn er sich so verhält, dann hat dies nichts damit zu tun, dass wir nicht in Ordnung sind.
Seine Probleme, mit der Welt zurechtzukommen, stecken dahinter. Sein Verhalten ist Ausdruck einer großen inneren Unsicherheit und Verletzung.
Wenn er nicht mit uns darüber sprechen will, und nicht die Einsicht hat, sein Verhalten ändern zu müssen, haben wir keine Chancen, unsere Partnerschaft zu verbessern.
Dann können wir nur daran arbeiten, unsere Einstellungen und unser Verhalten zu ändern. Um unsere alten negativen Denk- und Verhaltensmuster zu durchbrechen, ist es sinnvoll, uns eine psychotherapeutische Unterstützung zu holen. Und natürlich können wir auch über eine Trennung nachdenken.
© 2005-2013 Dr. Doris Wolf - Mobbing in der Partnerschaft
Kränkungen - Respekt - Rituale - Routine - Missachtung - Erwartungen - Absprachen - Ablehnung