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Den Partner angreifen

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Der Begriff "Angriff" wird beim Militär, beim Sport und auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation verwendet. Er ist immer gegen andere Menschen gerichtet.

In der Partnerschaft kann ein Angriff körperlich oder verbal erfolgen. Wir können sowohl Täter sein, der einen Angriff ausrichtet, als auch das Opfer, das sich angegriffen fühlt.

Wann und wie greifen wir den Partner an?

Ein Angriff zeigt gewöhnlich an, dass wir nicht im Gleichgewicht und unzufrieden sind.

Wir fühlen uns z.B. ungerecht behandelt, ungeliebt, allein gelassen, verletzt, verärgert, sind unzufrieden mit uns selbst und dann starten wir einen Angriff auf unseren Partner.

Manchmal genügt auch, dass wir erschöpft sind oder Schmerzen haben, um auf unseren Partner loszugehen.

Je nachdem wie stark unsere Unzufriedenheit ist, sind wir mehr oder weniger emotional und unsachlich.

Wir übertreiben unsere Vorwürfe, sprechen von "immer" und "nie" und machen unseren Partner schlecht.

Unsere eigenen Vorstellungen, wie er sich verhalten sollte, betrachten wir als Norm. Meist haben wir überhaupt kein Ohr für die Argumente unseres Partners.

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Wann fühlen wir uns angegriffen?

Um uns angegriffen zu fühlen, müssen wir die Worte unseres Partners als Angriff auf unsere Person deuten. 

Manchmal ist es sicher so, dass es das Ziel unsers Partners ist, uns zu kränken und verletzen - meist als Reaktion auf eine eigene Kränkung.

Manchmal bekommen wir aber auch seine Worte in den falschen Hals. Wir sehen einen Angriff, wo er uns nur seine Sichtweise mitteilen wollte.

Besonders verwundbar sind wir an den Punkten, wegen derer wir uns selbst ablehnen.

Eine Bemerkung wie „Du bist genau wie deine Mutter“ kann uns beispielsweise kränken, weil wir nicht so sein wollen wie die Mutter.

Wenn wir uns angegriffen fühlen, haben wir verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

Beispielsweise können wir zum Gegenangriff übergehen oder uns verletzt zurückziehen. Wir können den Angriff aber auch einfach übergehen oder sachlich darauf eingehen.

Manchmal ist es gut, sich erst einmal zurückzuziehen, um dann später mit dem Partner darüber zu sprechen.

Fragen zum Angriff, sich angegriffen fühlen - zum Nachdenken und Handeln

In welchen Situationen greifst du deinen Partner an? Welche Gefühle hast du in diesen Situationen?

Was würde sich ändern, wenn du deine Sichtweise in ruhigem Ton vortragen könntest?

Was müsstest du anderes denken, um deine Botschaft ruhig vorbringen zu können?


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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