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Ehebruch - wenn der Partner fremdgeht

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Ein Partner begeht dann Ehebruch, wenn er außerehelichen sexuellen Kontakt hat.

Voraussetzung für einen Ehebruch ist, dass beide Partner sich sexuelle Treue versprochen haben. Ein Ehebruch ist meist für den Partner, der betrogen wurde, sehr verletzend.

Der Partner, der fremdgegangen ist, sieht das Fremdgehen nicht immer als seinen Fehler.

Manchmal lehnt er die Verantwortung ab. Er begründet sein Verhalten damit, dass er verführt wurde, dass die Partnerschaft schlecht sei er oder unter Alkoholeinfluss gestanden hat.

Für den Partner, der betrogen wurde, ist es einfacher, das Verhalten des Partners zu akzeptieren, wenn dieser ehrlich ist und zu seinem Verhalten steht.

Nach einem Ehebruch können beide Partner sich erneut die Treue für die Zukunft versprechen. Dass das Vertrauen bei dem Betrogenen erst mal dahin ist und er Zeit braucht, um wieder Vertrauen zu fassen, ist verständlich.

Leserfrage:
Ich bin seit 34 Jahren verheiratet. An Pfingsten im vergangenen Jahr habe ich durch Zufall entdeckt, dass mein Mann ein Verhältnis hat. Ich vermute, dass es schon sehr lange besteht.

Als Strafe dafür, dass ich es herausbekam, sperrte mir mein Mann das gemeinsame Konto. Ich war und bin auch heute noch am Boden zerstört und weiß nicht, was ich tun soll. Bleiben oder gehen?

Nach einer Trennung wäre ich total von meinem Noch-Ehemann abhängig, denn in meinem Alter finde ich keine Arbeit mehr.

Ich antwortete ihr:
Ich kann gut verstehen, dass Sie im Augenblick ratlos und verzweifelt sind. Völlig unfreiwillig sind Sie in die Situation geraten, eine Entscheidung treffen zu müssen.

Sie haben sich 34 Jahre für den Partner und die Kinder eingesetzt und sich auf das gemeinsame Altwerden gefreut.

Durch das Verhältnis Ihres Mannes stehen Sie vor dem Scherbenhaufen. Ein Seitensprung wäre nicht einmal so tragisch, wenn Ihr Mann seinen Fehler einsehen und Ihrer Partnerschaft eine Chance geben würde, doch dies scheint nicht so zu sein.

So scheinen Sie im Grunde genommen nur zwei unattraktive Alternativen zur Auswahl zu haben: zu bleiben und in einer Art Zwangsgemeinschaft ohne Liebe weiterzuleben oder sich zu trennen und von Ihrem Mann finanziell abhängig zu sein.

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Ich möchte Ihnen empfehlen, sich von einem Scheidungsanwalt beraten zu lassen.

Um eine Entscheidung treffen zu können, müssen Sie wissen, wie hoch der Unterhalt bzw. die Rente sein werden und ob Sie mit Unterstützung durch den Staat rechnen können.

Vielleicht sieht es in diesem Punkt etwas rosiger aus, als Sie es einschätzen. Sie haben mit Ihrem Mann zusammen aufgebaut, was Sie jetzt besitzen, und die Kinder erzogen.

Also steht Ihnen auch ein Anteil an dem gemeinsam Erarbeiteten zu.

Überlegen Sie sich danach, wie Ihr Leben an der Seite dieses Mannes in der Zukunft aussehen wird.

Wie würden Sie sich fühlen? Was würden Sie mit Ihrem Schmerz und Ihrem Hass machen? Wie würde Ihr Körper reagieren?

Theoretisch ist es möglich, sich mit der Situation zuhause auch zu arrangieren. Doch dann müssten Sie, um nicht körperlich oder seelisch krank zu werden, so weit kommen, das Verhalten Ihres Mannes zu akzeptieren.

Ich möchte Ihnen vorschlagen, sich psychotherapeutische Unterstützung zu holen, um Ihr Selbstwertgefühl zu stärken und sich dann für Ihren persönlichen Weg zu entscheiden.

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