Beziehungsprobleme durch unterschiedliche Erwartungen

Beziehungsprobleme entstehen oft durch unterschiedliche Erwartungen der Partner. Was tun um Beziehungsproblemen aus dem Weg zu gehen?

Beziehungsprobleme durch unterschiedliche Erwartungen
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Männer und Frauen haben unterschiedliche Bedürfnisse in einer Partnerschaft. Die Bedürfnisse des anderen zu kennen und zu respektieren, verhindert Beziehungsprobleme. "Männer sind anders, Frauen auch ..." unter diesem Titel hat der Paartherapeut John Gray einen Ratgeber für eine funktionierende Partnerschaft herausgegeben. Er geht davon aus, dass Männer und Frauen unterschiedliche Bedürfnisse haben und wir die Unterschiede kennen müssen, wenn wir Beziehungsprobleme vermeiden wollen. Statt zu erwarten, dass der Partner so denkt, fühlt und handelt wie wir, sollten wir ihn in seinem Anderssein akzeptieren. Statt den Partner ständig zu kritisieren oder uns gekränkt von ihm zurückzuziehen, können wir unserem Partner, wenn wir seine Bedürfnisse kennen, mit Liebe begegnen. Statt uns zu trennen oder zu zerfleischen, können wir uns an ihm erfreuen.

"Männer und Frauen haben nicht nur eine unterschiedliche Art, sich verständlich zu machen, sie denken, fühlen, lieben und freuen sich auch anders. Außerdem nehmen sie ihre Umwelt grundverschieden wahr und haben unterschiedliche Bedürfnisse. Es ist, als kämen sie von zwei verschiedenen Planeten und sprächen verschiedene Sprachen." (John Gray). Die Kenntnis dieser Unterschiede kann Beziehungsprobleme vermeiden. Männer und Frauen müssen lernen, sich gegenseitig mit ihren Unterschieden zu akzeptieren. Sie müssen lernen, dem Partner die Bedürfnisse zu erfüllen, die er wirklich hat, und nicht die, die man selbst erfüllt bekommen möchte. Erst dann hat die Liebe eine Chance und wir können Beziehungsprobleme vermeiden.

Schauen wir uns an, was Männer und Frauen brauchen, um sich geliebt zu fühlen.

Wann fühlen sich Frauen geliebt?

Um sich geliebt zu fühlen, brauchen Frauen,

  • dass der Partner ihnen zuhört und sich bemüht, ihre Gefühle zu verstehen, ohne gleich Ratschläge zu geben
  • dass der Partner ihnen Mitgefühl statt Lösungen anbietet
  • dass der Partner Unterstützung und Hilfe anbietet
  • dass der Partner an der Partnerschaft mit ihnen arbeitet
  • dass der Partner ihre Gefühle akzeptiert und nicht herabmindert
  • dass er sie nicht unterbricht mit Sätzen: "Komm zur Sache. Du solltest dir nicht so viel Sorgen machen. Das ist doch nicht so schlimm."
  • dass er sie bei Stress über ihre Probleme und Gefühle reden lässt
  • das Gefühl, liebevoll behandelt, umsorgt und respektiert zu werden
  • das Gefühl, etwas Besonderes zu sein
  • das Gefühl, angehört und verstanden zu werden
  • das Gefühl, dass Rechte, Wünsche und Bedürfnisse akzeptiert werden und Vorrang vor denen des Mannes haben, er beispielsweise Absprachen nicht vergisst
  • das Gefühl, dass er sich um sie sorgt und ihnen seine Liebe immer wieder versichert
  • täglich Zeichen, Gesten und die verbale Bestätigung, geliebt zu werden
  • das Gefühl, in Entscheidungen miteinbezogen und nach der Meinung gefragt zu werden
  • ein langes Vorspiel, um sexuelle Erfüllung zu erleben
  • Schmusen, Kuscheln und innige Umarmungen
  • dass er auf Kleinigkeiten eingeht, die ihnen wichtig sind
  • das Gefühl, wichtiger als alle anderen behandelt zu werden (zuerst begrüßt werden), besondere Zuwendung zu bekommen und zwar als allererste.

Wenn Beziehungsprobleme auftreten, dann sind daran immer 2 Personen beteiligt, d.h. die Ursachen für die Beziehungsprobleme gehen beide an!

Wann fühlen sich Männer geliebt?

Um sich geliebt zu fühlen, braucht ein Mann

  • dass die Partnerin nicht ständig an ihm herumnörgelt, sondern ihn akzeptiert
  • dass die Partnerin ihn nicht ständig kritisiert, kontrolliert und verbessert etwa mit Bemerkungen wie "Du hast schon wieder vergessen ... Du solltest einen Handwerker bestellen."
  • dass sie seine Kompetenz und Leistung schätzt und ihm Lösungen zutraut
  • dass sie ihm sein Interesse für Sport, High-Tech und Autos lässt
  • das Gefühl, autonom zu sein und ohne fremde Hilfe zurechtzukommen
  • die Erlaubnis, Probleme zunächst mit sich selbst auszumachen
  • dass sie erst hilft, wenn er ausdrücklich darum bittet
  • dass sie ihn bei Stress und Problemen sich zurückziehen und ihn in Ruhe lässt (Zeitunglesen, Fußball schauen, durchs Fernsehprogramm zappen ... ohne ihn mit ständigen Fragen "Du hast doch was" zu nerven)
  • das Gefühl, geschätzt und gebraucht zu werden
  • seinen Freiraum und Vertrauen in seine Problembewältigungsfähigkeiten, wenn er sagt: "Mir fehlt nichts. Es ist schon gut."
  • dass sie seine Bemühungen anerkennt
  • die Erlaubnis, sich ab und zu zurückziehen zu dürfen, um sich seine Autonomie und Unabhängigkeit zu bestätigen
  • dass sie nicht fordert, er müsse über seine Gefühle reden
  • das Gefühl, bewundert zu werden
  • dass er bei Stress Lösung für Probleme anbieten kann, wenn Frau ihn um Rat frägt
  • keine Vorhaltungen "Ich hab dir ja gesagt ... Du weißt doch, dass ..."
  • Vertrauen, Akzeptanz und Anerkennung statt Beschuldigung, Anzweifeln, Kritik und Verurteilung
  • dass sie um Hilfe bittet und er die Freiheit hat, die Bitte abzulehnen
  • dass die Partnerin ihm für bestimmte Aktivitäten dankbar ist
  • die Anerkennung, im Leben anderer eine positive Veränderung herbeizuführen
  • dass sie an seine Fähigkeiten, Ehrlichkeit, Integrität, Zuverlässigkeit und Ernsthaftigkeit glaubt.

"Du verstehst mich nicht". Diese Äußerung ist wohl die häufigste Klage von Frauen, wenn Männer ihre Bedürfnisse nicht ernst nehmen oder missachten und sie ist ein sicherer Hinweis auf ein Beziehungsproblem. Darüber reden und sich austauschen ist die Lösung. Dem anderen mitteilen, was einem fehlt. Weder Männer noch Frauen sind Hellseher. Beziehungsprobleme lösen sich nicht von alleine in Luft auf. Sie müssen beseitigt werden, wenn die Beziehung eine Chance haben soll.

Deutliche Hinweise für Beziehungsprobleme sind

  • Sie können es Ihrem Partner nie Recht machen,
  • Ihr Partner tut vieles, was Sie stört, obwohl Sie ihm das schon öfter gesagt haben
  • Immer muss alles nach dem Willen Ihres Partners gehen
  • Sie beide können kaum mehr ein Gespräch führen, ohne dass es zum Streit kommt
  • Sie beide sprechen kaum noch miteinander
  • Unzufriedenheit wird totgeschwiegen
  • Der Partner braust gleich auf, wenn etwas nicht nach seinem Willen geht.

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Denise1987 schreibt am 07.12.2019

Ich habe die volle Krise mit meinem Freund.er nimmt sich Zeit für seinen Sohn,für seine Eltern die unter uns wohnen,für Computer aber für unsere Beziehung nicht.wir haben keine zweisamkeiten mehr.wir können nicht mehr normal miteinander reden.ich weiss echt nicht mehr weiter.

Angi schreibt am 06.12.2019

Mein Freund und ich sind seit 2 Jahren zusammen. Er wird bald 30 Jahre alt und schafft es noch immer nicht dich um seine Körperhygiene zu kümmern. Ich komme mir vor wie als wäre ich seine Mutter weil ich ihm immer sagen muss was er zu tun und zu lassen hat. Wenn ich Versuche mit ihm über gewisse Sachen zu sprechen versteht er mich überhaupt nicht. Er ist auch völlig Planlos und Unmotiviert, alle Entscheidungen muss ich treffen und das nervt.

Lila schreibt am 08.11.2019

Mein Partner verbringt schon seit Jahren nur noch Zeit mit anderen Freunden, Eltern etc. wenn ich mit ihm was unternehmen oder auch mal kuscheln möchte ist er immer k.o. wir sind zwar schon über 34 Jahre zusammen, aber lange möchte ich das nicht mehr ertragen. Ich habe ein Recht auf ein eigenes erfülltes Leben und Aktivitäten, p.s. ich stehe beruflich auf eigenen Beinen.

ELKE schreibt am 25.08.2019

iCH WUENSCHTE MAN MOEGE MEINE gEFUEHLEUND MEINE Traurigkeit ERNST NEHMEN:dASS MAN IM gESPRAECH ZU lOESUNGEN KOMMT:ODER ABER VERSTANDEN WIRD; DAS ES MIR NICHT GUT GEHT:aNTWORTJ MEISTENS; JA ICH WEISS DU BIST UNZUFRIEDEN; FERTIG, ueber Gruende sprechen wir nicht, oder sie sind ihm unverstaendlich. Ich fuehle mich SEHR ALLEIN:JA ; ICH HABE ALLES;ABER

peter schreibt am 21.01.2019

das frauen mehr aus austausch an gefühlen interessiert sind habe ich immer wieder erlebt und es nervt. warum? weil wenn sie etwas belastet, dann belastet es auch unser zusammenleben und wenn sie keine lösung für ihr problem haben will sondern nur darüber reden will, dann hilft das über kurz und lang nicht weiter, wenn das problem immer wieder auftritt. wer nicht an lösungen interessiert ist, nutzt seinen partner als ballast tank in den er seine negativen emotionen entlanden kann. heute gilt in der paartherapie die weibliche seite aber als norm, an die sich männer anpassen sollten..

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