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Aus meiner Ehe- und Paarberatung:

Ich will eine Paartherapie - mein Partner nicht

Leserfrage Partnerschaftsproblem Heike schildert folgendes Problem:

Wie in jeder Ehe gab es auch bei uns gute und schlechte Zeiten. Doch in den letzten Monaten überwiegen eindeutig die schlechten.

Ich sehe mittlerweile die letzte und einzige Chance, unsere Gemeinschaft zu retten, in einer Ehetherapie.

Uwe will davon jedoch überhaupt nichts wissen. Wir streiten uns nur noch. Ich habe außerdem den Verdacht, dass Uwe ein Verhältnis mit einer Kollegin hat.

Und ich selbst wäre, offen gesagt, einem Abenteuer mittlerweile auch nicht mehr abgeneigt. Andererseits gibt es noch so viel, was uns verbindet, nicht zuletzt unsere beiden Töchter, dass ich denke, wir sollten alles versuchen, um unsere Beziehung zu kitten.

Ich weiß nicht, warum Uwe immer mauert, wenn ich das Thema Eheberatung anspreche.

Möglicherweise ist es ihm peinlich, mit fremden Menschen über uns zu sprechen. Vielleicht hat er uns schon aufgegeben, vielleicht denkt er, es renkt sich von selbst wieder ein.

Wenn er sich doch nur mal äußern würde, ob und wie es weitergehen soll!

Leserfrage Partnerschaftsproblem Uwe, ihr Mann, sagt dazu:

Eheberatung – da sitzt man dann mit einem Psychologen zusammen, der verständnisvoll zu allem mit dem Kopf nickt und ein paar Allgemeinplätze absondert.

Und dieses Psycho-Gequatsche soll unsere Ehe retten? Das ist doch verschwendete Zeit. Vom Geld mal ganz zu schweigen.

Heike sollte lieber auf mich und meine Bedürfnisse hören. Sie ist in letzter Zeit auf so einem komischen Selbstfindungstrip.

Sie sollte lieber wieder die Frau sein, in die ich mich vor Jahren verliebt habe, dann wäre alles in Ordnung.


Ich habe geantwortet:

Einmal verliebt und Liebesgefühle bis ans Lebensende - das gibt es leider nur im Märchen. Unsere Liebesgefühle dem Partner gegenüber müssen wir uns immer wieder neu erschaffen.

Andauernde Streitereien, Misstrauen, unerfüllte Bedürfnisse sind eindeutige Alarmzeichen dafür, dass wir etwas für die Partnerschaft tun müssen. Wir müssen über unsere Enttäuschungen und unsere Wünsche sprechen.

Manchmal sind wir jedoch so stark von unserer eigenen Sichtweise und unseren negativen Gefühlen eingenommen, dass es uns schwer fällt, die Sichtweise des Partners anzuhören und zu akzeptieren.

Manchmal fehlen uns die Fähigkeiten, Konflikte auf angemessene Weise auszutragen. Dann kann eine Paartherapie sehr hilfreich sein.

Was Sie tun können

1. Sagen Sie Ihrem Partner deutlich, dass Sie nur eine Chance für die Partnerschaft sehen, wenn er bereit für eine Paartherapie ist.

Sie wissen, dass Sie ihn nicht dazu zwingen können, es wäre schön, wenn er zumindest zu einem ersten Gespräch mitkommen würde.

2.  Sofern er sich nicht zu einer ambulanten Paartherapie entscheidet, gibt es auch eine Online-Paartherapie – beispielsweise www.theratalk.de

3. Eine weitere Möglichkeit ist es, gemeinsam anhand eines Ratgebers zur Partnerschaft, an den Problemen zu arbeiten.

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Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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