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Streiten will gelernt sein, erst Recht in einer Partnerschaft

paar streitet © schinsilord - Fotolia

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Viele Menschen sind der Meinung, dass man sich in einer guten Partnerschaft nicht streiten sollte.

Der Umkehrschluss würde bedeuten: wenn man sich nicht streitet, dann ist in der Partnerschaft alles in Ordnung.

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus.

Wenn wir uns nicht (mehr) mit unserem Partner streiten,

In der Ehe muss man sich
manchmal streiten,
nur so erfährt man etwas
voneinander. J. W. Goethe

In einer erfolgreichen Partnerschaft darf es, ja, muss es Streit geben.

Entscheidend ist, wie wir miteinander streiten. Wir sollten dabei in der Ich-Form über unsere Gedanken und Gefühle sprechen und unserem Partner die Möglichkeit geben, seine Sichtweise ebenso darzustellen.

Nach dem Streit können wir die Versöhnung feiern und uns gegenseitig verzeihen.

Sind wir im Streit beleidigend und vorwurfsvoll, geht unsere Kritik unter die Gürtellinie und verletzt diese die Selbstachtung des Partners, dann mangelt es uns an Respekt für den anderen und die Beziehung endet früher oder später in einer Trennung.

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Was tun, wenn der Streit immer wieder nach gleichem Muster abläuft?

Leben Sie zurzeit in einer Partnerschaft? Dann sind die Chancen groß, dass Sie die folgende Erfahrung gemacht haben, die quasi nach einem festgelegten Drehbuch abläuft. Das Streit-Drehbuch:

1. Ihr Partner schaut Sie in bestimmter Art und Weise an, hat einen ganz bestimmten Tonfall drauf und/oder verwendet ganz bestimmte „Reizworte“.

2. Sie werten diese Signale als Kritik, Abwertung, Ablehnung, Tadel, Kränkung, Unverschämtheit, Missachtung, Ungerechtigkeit, Bevormundung, Angriff ... und fühlen sich gekränkt, wütend, traurig, enttäuscht, ungeliebt, einsam, schuldig, ...

Aus diesen Gefühlen heraus handeln Sie: Sie erwidern Ihrem Partner etwas oder tun etwas. Die Chancen sind groß, dass Sie zum Angriff übergehen, zynisch werden, ihn beschuldigen, auf Ihr Recht beharren, ...

3. Ihr Partner wertet Ihre Worte oder Ihr Tun als Kritik, Abwertung, Ablehnung, Tadel, Kränkung, Unverschämtheit, Missachtung, Ungerechtigkeit, Bevormundung, Angriff ... und fühlt sich gekränkt, wütend, traurig, enttäuscht, ungeliebt, einsam, schuldig, ...

Aus diesen Gefühlen heraus handelt er: Er reagiert auf Ihre Worte und/oder Ihr Handeln.

Wahrscheinlich lässt er sich auch etwas einfallen, um nicht der „Verlierer“ zu sein, wird sarkastisch, abwertend, beschuldigt sie, ...

Und schon haben Sie das schönste Wortgefecht. Ein verletzendes Wort gibt das andere und zurück bleiben zwei Menschen, die sich in diesem Augenblick total ungeliebt fühlen und ihren Partner vielleicht sogar hassen.

Oder aber der Streit endet vielleicht mit einem lauten Türen-Werfen, Rückzug und tagelangem Mauern.

Kommt Ihnen dieses Szenarium vertraut vor? Dann machen Sie eine Erfahrung, die den meisten Paaren vertraut ist.

Fragen zum Streiten - zum Nachdenken und Handeln

Wann hast du mit deinem Partner zum letzten Mal gestritten?

Gibt es in deiner Partnerschaft Punkte, über die ihr immer wieder streitet?

Was würde passieren, wenn ihr, statt einander Vorwürfe zu machen, über eure Wünsche und deren Umsetzung in der Zukunft sprechen würdet?

Habe den Mut, deine Wünsche und Meinungen zu äußern, aber erinnere dich daran, das dein Partner auch das Recht auf seine Sichtweise und seine Wünsche hat. Nur als Team könnt ihr eine gute Lösung finden.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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