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Offenheit und Ehrlichkeit

, Psychotherapeutin

Offenheit und Ehrlichkeit sind eine wichtige Basis für eine Beziehung. Keine Frage. Man muss dem anderen vertrauen können.

Zu viel Offenheit kann jedoch auch schädlich sein und einer Beziehung mehr schaden als nutzen.

Bei sehr sensiblen Partnern, die schnell verletzt und gekränkt sind, sind Schweigen oder kleine Notlügen meist besser für die Beziehung als schonungslose Offenheit.

Welche Frau will schon gerne hören, dass ihre Hüften in der neuen Jeans unvorteilhaft betont werden und welcher Mann will schon hören, dass seine Liebhaberqualitäten nicht so toll sind.

Auch gibt es Fantasien, etwa sexueller Art, die der andere vielleicht besser nicht kennt, weil sie ihn abturnen und verschrecken würden.

Und auch die Beichte eines Seitensprungs ist nicht gerade eine Form der Offenheit, die sich positiv auf die Beziehung auswirkt.

War der Seitensprung eine einmalige Sache, dann finde ich, sollte man ihn nicht beichten.

Das würde das Vertrauen in der Beziehung nachhaltig beeinträchtigen und die Partnerschaft unnötig belasten.

Anders sieht es aus, wenn aus dem Seitensprung mehr wird, d.h. sich daraus eine Liebesbeziehung oder eine dauerhafte Affäre mit regelmäßigen Treffen entwickelt.

Und ist Eifersucht in der Beziehung ein Thema, dann ist Schweigen Gold und Reden ist Silber.

Durch allzugroße Offenheit schürt man nämlich die Eifersucht und das Misstrauen des anderen noch mehr, etwa, indem man dem eifersüchtigen Partner von jeder harmlosen Zufallsbekanntschaft mit dem anderen Geschlecht erzählt.

Sie sehen: das mit der Offenheit ist eine Gratwanderung. Schonungslose Offenheit ist ebensowenig gut für eine Partnerschaft wie Schweigen und Verheimlichen.

Ein Rezept gibt es nicht. Wir müssen selbst durch Versuch und Irrtum herausfinden, wieviel Offenheit unsere Beziehnung braucht und verträgt.


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich in morgendlicher Meditation, im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen leckerer Kuchen.

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