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Eine langjährige Partnerschaft unterliegt Höhen und Tiefen. Bild © Fotowerk - Fotolia.com
Autorin: © Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin
Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Sie Ihren Partner kennenlernten, an die Zeit der Verliebtheit und des gegenseitigen Werbens? An die Zeit, als Sie es kaum erwarten konnten, ihm zu begegnen, und ihm unendlich viel zu erzählen hatten?
Wieviel Zeit ist seitdem vergangen. Konnten Sie sich einen Hauch dieser Gefühle über die Jahre hinweg erhalten? Wenigstens ab und zu?
Dann ist das wunderbar. Wenn nicht, können Sie vielleicht ein klein wenig davon zurückerobern.
Bei vielen Paaren kommt es im Laufe der Jahre dazu, dass man sich anödet, streitet oder still vor sich hin leidet. Ab und zu solche Phasen zu erleben ist nicht beziehungsgefärdend oder gesundheitsschädlich. Als Dauerzustand hat es jedoch negative Auswirkungen auf Körper und Seele.
Überhaupt müssen wir uns vom Bild des Märchenprinzen, der uns ins Paradies führt und für ein immerwährendes Glücksgefühl sorgt, verabschieden. Sicher haben Sie diese Erkenntniss auch über all die Ehejahre gewonnen. Die Partnerschaft verläuft in verschiedenen Phasen.
Die amerikanische Ehetherapeutin Liberty Kovacs unterscheidet 6 voneinander abzugrenzende Phasen in einer Partnerschaft.
Jedes Paar braucht unterschiedlich lang, um bis zu Phase 6 zu kommen. Manche Paare machen Rückschritte oder verharren in einer Beziehungsphase, so dass sie nie zur Phase 6 gelangen.
1. Schwärmerei
Beide Partner betrachten sich als ideal, entdecken Gemeinsamkeiten, sind bereit, sich auf den anderen einzustellen und ihm seine Wünsche zu erfüllen. Verliebtheitsgefühle und Sehnsucht nach Nähe herrschen vor. "Hauptsache mit dir zusammensein", ist die Grundhaltung.
2. Erwartungen
Verschiedenheiten und Schwächen treten zutage. Die Partner beginnen, sich wieder mehr um ihre Interessen zu kümmern. Die Alltagspflichten rücken in den Vordergrund. Erste Gefühle der Enttäuschung und Ernüchterung treten auf.
3. Machtkampf
Jeder versucht, den anderen zu verändern, ihn nach seinen Erwartungen zu formen. Misstrauen, Wut, Schuldzuweisungen treten auf.
4. Verflixtes 7. Jahr (muss nicht mit dem tatsächlich 7. Jahr nach der Heirat identisch sein)
Einer oder beide Partner verspüren den Drang, die Partnerschaft aufzugeben. Sie fühlen sich vom Partner eingeengt.
5. Versöhnung
Die Partner finden allmählich wieder zueinander. Sie erkennen, dass der jeweilige Partner nicht unbedingt zu 100 Prozent den eigenen Erwartungen gerecht werden muss. Sie sind zu Kompromissen bereit und betrachten die Beziehung als ein Geben und Nehmen.
6. Akzeptanz
Beide Partner haben ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Selbständigkeit entwickelt. Sie genießen ihr Zusammensein und nehmen den anderen so an, wie er ist.
Dieses Modell macht deutlich, dass Beziehungskrisen und Unzufriedenheit normale Erscheinungen in einer Partnerschaft sind. Jeder einzelne Partner muss sich weiterentwickeln.
Außerdem führen äußere Umstände wie etwa die Berentung oder der Auszug der Kinder dazu, dass man die Partnerschaft der neuen Lebenssituation anpassen muss.
© 2005-2012 Dr. Doris Wolf - Die Phasen in einer Partnerschaft
Kränkungen - Respekt - Rituale - Routine - Missachtung - Geben - Nehmen - Erwartungen - Abwertung - Absprachen - Ablehnung