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Autorin: Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin
Eine Partnerschaft ist eine besondere Form von Team. Ein wesentlicher Aspekt des Teams ist es, dass wir und unser Partner ein gemeinsames Ziel haben und die Aufgaben, die zur Erreichung des Ziels notwendig sind, untereinander aufteilen.
Die Aufgabenteilung hat deutliche Vorteile. Wir sparen Zeit und Energie, der eine ist z.B. für die Wäsche und den Einkauf, der andere für die Autos und die Bankangelegenheiten zuständig. Wichtig ist, dass wir uns aufeinander verlassen können.
Die Aufgabenaufteilung kann jedoch auch ihre Nachteile haben, weil sie uns ein Stück unselbständig macht. Wenn unser Partner für uns wichtige Bereiche wie z.B. die Finanzen oder den Kontakt mit Handwerken übernimmt, dann können wir uns selbst darin nicht üben. Bei einer Trennung oder dem Tod unseres Partners könnte uns dies Schwierigkeiten bereiten.
Es ist nicht immer leicht, die Aufgaben zu verteilen. Da gibt es z. B. unliebsame Aufgaben, die keiner übernehmen möchte. Oder aber wir haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wer was übernimmt und wie die Aufgaben dann auch ausgeführt werden. Aufräumen, einkaufen, Müll raustragen, putzen das sind Aufgaben, über die oft gestritten wird. Ein weiterer Streitpunkt ist auch, dass wir unseren Einsatz nicht immer genügend gewürdigt sehen oder uns im Nachteil sehen. So rechnen wir vielleicht auf, was wir im Gegensatz zu unserem Partner alles für die Partnerschaft tun.
Eine vorübergehende Unzufriedenheit ist ganz normal. Sind wir hingegen dauerhaft unzufrieden, dann müssen wir aktiv werden. Unsere Unzufriedenheit kann sich direkt oder indirekt äußern. Wir machen unserem Partner z.B. heftige Vorwürfe, dass er es sich auf unsere Kosten bequem macht, drohen ihm oder aber fahren unseren eigenen Einsatz zurück. Hilfreicher ist es, den Partner in ruhigem Tun auf unsere Unzufriedenheit anzusprechen und mit ihm nach Lösungen zu suchen.
Die Aufgabenteilung ist nicht unbedingt für alle Zeiten festgelegt. Wenn wir mit unserem Partner zusammenziehen, werden die anstehenden Aufgaben mehr oder weniger bewusst erstmals aufgeteilt. Wird unser Team durch die Geburt eines Kindes erweitert, kommen neue Aufgaben hinzu. Der Auszug der Kinder und die Berentung sind dann weitere mögliche Zeitpunkte, an denen die Aufgabenteilung neu überdacht werden muss.
Für eine erfolgreiche Partnerschaft ist es wichtig, dass wir selbst und unser Partner den Eindruck haben, dass die Aufgaben gerecht verteilt sind. Wir müssen die Aufgaben nicht unbedingt lieben, aber sie als unseren Beitrag zum Erfolg der Partnerschaft ansehen.
Eheprobleme aufgrund der Haushaltsführung
Wie kam es zu der Aufgabenteilung in deiner Partnerschaft? Bist du mit ihr zufrieden?
Aus welchen Aufgabenbereichen hast du dich zurückgezogen? Ist dies aus heutiger Sicht noch in Ordnung für dich?
Wie reagierst du gewöhnlich, wenn dein Partner seinen Part nicht übernimmt?
Wie hältst du es mit der Erledigung deiner Aufgaben? Bist du eher nachlässig oder streng mit dir?
© 2011 Dr. Doris Wolf - 1x1 einer guten Partnerschaft - Partnerschaft Lexikon - Aufgabenverteilung in Beziehungen
Kränkungen - Respekt - Rituale - Routine - Missachtung - Erwartungen - Abwertung - Absprachen - Ablehnung