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Quälenden Fragen, die wir uns beim Seitensprung des Partners stellen

paar beim seitensprung

Wenn wir entdecken, dass unser Partner uns betrogen hat, dann bricht für uns eine Welt zusammen.

Manche Betroffene ziehen sofort einen Schlussstrich unter die Partnerschaft, andere bleiben in der Partnerschaft und kämpfen um ihren Partner.

, Psychotherapeutin

Immer aber quälen wir uns als Hintergangene mit Grübelgedanken wie:

Warum hat mein Partner mir das angetan?

Wie konnte er mir so was antun nach all dem, was ich für ihn getan habe?

Warum hat er nicht mit mir geredet, dass er unzufrieden mit unserer Partnerschaft ist?

Hätte ich gleich bemerken müssen, dass etwas nicht stimmt?

Hätte ich etwas tun können, um den Seitensprung zu verhindern?

Warum muss ausgerechnet mir so etwas passieren?

Warum musste ich mich in diesen Ex-Partner verlieben?

Bin ich nicht attraktiv genug?

Werde ich jemals wieder einem Ex-Partner vertrauen können?

Sind Männer/Frauen überhaupt zur Treue in der Lage?

Wie mit solch quälenden Fragen & den Selbstzweifeln umgehen?

Wann immer uns etwas Unerwartetes zustößt, suchen wir gewöhnlich nach Erklärungen dafür.

Das macht dann Sinn, wenn die Erklärungen uns helfen, diese schmerzliche Erfahrung in Zukunft verhindern zu können.

Manchmal können wir jedoch keine oder nur unzureichende Erklärungen finden und schaden uns nur, indem wir immer wieder darüber nachgrübeln.

Manchmal sind bereits unsere Fragen so formuliert, dass es uns schlecht gehen muss.

Schauen wir uns unter diesem Aspekt einmal die häufigsten Fragen an, die nach einem Seitensprung auftreten.

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Warum hat mein Partner mir das angetan?

Diese Frage ist suggestiv und lenkt uns in die falsche Richtung.

Schon alleine mit der Formulierung „Mein Partner hat mir das angetan“ machen wir uns zum Opfer.

Wir sehen unseren Partner als Täter, dessen Ziel es war, uns etwas „anzutun“.

Besser wäre eine der folgenden Fragen:

„Warum hat sich mein Partner für einen Seitensprung entschieden?“

„Warum hat sich unsere Partnerschaft so entwickelt, dass ich mich zur Trennung entschieden habe?“

Am besten wäre es, wenn wir diese Fragen dann gemeinsam mit unserem Partner analysieren könnten.

Dazu ist es aber nötig, dass wir und unser Partner noch einigermaßen ruhig miteinander reden können und auch in der Lage sind, über die Motive nachzudenken.

Wie konnte er mir so was antun nach all dem, was ich für ihn getan habe?

In dieser Frage steckt die Annahme, dass es sozusagen eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt und Soll und Haben einer Partnerschaft aufgerechnet und ausgeglichen werden.

Unser Partner schuldet uns jedoch nichts. Selbst wenn wir uns bei unserer Heirat ewige Treue versprochen haben, können sowohl er als auch wir dieses Versprechen lösen.

Was wir in die Partnerschaft hineinstecken, ist allein unsere persönliche Entscheidung.

Dass wir den Wunsch haben, von unseren Partner ebenso behandelt zu werden, wie wir ihn behandeln, ist verständlich, aber wir haben keinen Anspruch darauf.

Auch wir können uns im Laufe einer Partnerschaft von unserem Partner entfernen, ihn betrügen und/oder zur Trennung entscheiden.

Möglicherweise hat unser Partner auch viel für uns getan und erduldet - nur wir können es nicht erkennen.

Möglicherweise sieht er seinen Seitensprung nicht gegen uns und die Partnerschaft gerichtet.

Möglicherweise hat unser Partner gar nicht erkannt, welche wichtige Rolle wir in der Partnerschaft eingenommen und was wir für ihn getan haben.

Besser wäre diese Frage:

„Warum hat mein Partner sich für einen Seitensprung entschieden?“

„Welchen Beitrag haben wir beide dazu geleistet?“

Warum hat er nicht mit mir geredet, dass er mit der Partnerschaft unzufrieden ist?

Bei dieser Frage gehen wir davon aus, dass unser Partner uns deshalb betrogen hat, weil er unzufrieden mit der Partnerschaft ist.

Hinter einem Seitensprung muss sich aber nicht unbedingt Unzufriedenheit verbergen.

Beispielsweise kann es auch Neugier, generelle Unzufriedenheit mit dem Leben oder es können massive Selbstzweifel sein.

Möglicherweise hat unser Partner auch Botschaften, dass etwas nicht stimmt, an uns gesendet, aber wir haben sie nicht verstanden.

Damit unser Partner ein Gespräch mit uns führen kann, setzt dies voraus, dass er über die Partnerschaft und seine Gefühle bewusst nachdenkt und auch in der Lage ist, darüber zu sprechen.

Besser wäre die Frage:

„Weshalb hat mein Partner sich zu einem Seitensprung entschieden?“

„Weshalb hat mein Partner nicht darüber gesprochen, was in ihm vorgeht?“

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Hätte ich es gleich merken müssen, dass etwas nicht stimmt?

Diese Frage führt in eine Sackgasse. Wenn wir aus heutiger Sicht darüber nachdenken, können wir vielleicht einzelne Hinweise erkennen, aber damals eben nicht.

Möglicherweise haben wir aber sogar Warnsignale empfangen, aber die Erkenntnis wäre zu schmerzhaft gewesen, sodass wir sie nicht an uns herangelassen haben.

Hätte ich etwas tun können, um den Seitensprung zu verhindern?

Auch diese Frage führt zu nichts, da sie in die Vergangenheit gerichtet ist.

Für unsere Zukunft kann sie allerdings wichtig sein. Um uns in der Vergangenheit hätte anders verhalten können, hätten wir genau wissen müssen, wie es um unsere Partnerschaft steht.

Ob wir dann hätten den Seitensprung verhindern können, würde davon abhängen, aus welchem Motiv heraus unser Partner den Seitensprung begangen hat.

Besser wäre die Frage:

„Wie müssen wir unsere Partnerschaft verändern, dass ein Seitensprung in Zukunft nicht mehr vorkommt?“

„Was möchte ich in Zukunft in der Partnerschaft anders machen?“

Warum muss ausgerechnet mir so etwas passieren?

Auch diese Frage führt nicht weiter. Es gibt nur eine Antwort darauf: weil alle notwendigen Bedingungen dafür erfüllt waren, denen es hierzu bedurfte.

Wahrscheinlich haben viele Faktoren mit hineingespielt: wie sich unsere Partnerschaft im Laufe der Jahre entwickelt hat, unsere Persönlichkeit und unsere Wertvorstellungen, die Persönlichkeit unseres Partners und seine Wertvorstellungen, die momentane Verfassung, äußere Umstände, und, und ...

Im Grunde genommen verbirgt sich hinter dieser Frage eine Anklage: „Mir hätte dies nicht passieren dürfen! Ich habe dies nicht verdient“.

Warum musste ich mich in diesen Partner verlieben?

Diese Frage ist auch nicht hilfreich. Zum einen bezieht sie sich auf die Vergangenheit.

Zum anderen lautet die Antwort: Wir haben uns genau in diesen Partner verliebt, weil er unserer „Suchmaske“ entsprach.

Er hat positive Gefühle in uns wachgerufen, weil er unseren Vorstellungen und Wünschen entsprach.

Wir hatten die Überzeugung, mit ihm glücklich zu werden.

Hinter der Frage verbirgt sich eigentlich ein Vorwurf: „Ich hätte mich nicht in diesen Partner verlieben dürfen!“

Bin ich nicht attraktiv genug?

Diese Frage führt uns auf jeden Fall zu Selbstzweifeln. Sie geht davon aus, dass ein Partner seine Partnerin betrügt, weil er sie nicht mehr attraktiv genug findet.

Dies kann, aber muss kein Motiv sein. Selbst aber wenn unser Partner uns nicht mehr attraktiv findet, heißt dies nicht, dass wir generell nicht mehr attraktiv sind.

Besser wäre die Frage:

„Sieht mein Partner mich nicht mehr als attraktiv an?“

Dabei ist dann auf jeden Fall aber auch noch zu klären, was genau für unseren Partner Attraktivität bedeutet.

Hierzu müssen wir mit ihm darüber sprechen.

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Werde ich jemals wieder einem Menschen vertrauen können?

Vertrauen können wir verlieren, aber auch wieder aufbauen. Letztendlich kann es eine innige, enge Beziehung nicht ohne Vertrauen geben.

Wir können nur bewusst entscheiden, trotz Enttäuschung dass Risiko einzugehen, wieder zu vertrauen. Eine Sicherheit gibt es nicht, dass wir nicht wieder enttäuscht werden.

Sind Männer/Frauen überhaupt zur Treue in der Lage?

Diese Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Manche Männer und Frauen verfolgen den Vorsatz der Treue uneingeschränkt, andere formulieren Ausnahmen für sich.

Wir können nur gezielt nach einem Partner suchen, der uns die Treue verspricht und darauf vertrauen, dass er uns tatsächlich treu bleibt.

Was glauben Sie, wie viele Männer gehen in Deutschland fremd? Etwa 20%

Und wieviele Frauen gehen fremd? Etwa 15%

Zitate zur Liebe

Herz auf Hauswand


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich in morgendlicher Meditation, im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen leckerer Kuchen.

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© 2018 Dr. Doris Wolf - Seitensprung in der Partnerschaft - soll man einen Seitensprung verzeihen? - was tun, wenn Partner fremd geht?
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