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Autorin: © Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin
Als Stiefmutter muss und will man es vielleicht den leiblichen Kindern und den "Neuen" Recht machen. Das ist oft eine Gratwanderung. Hier einige Tipps.
TIPP 1: Verlangen Sie nicht von sich, die Rolle der leiblichen Mutter zu spielen. Nehmen Sie statt dessen die Rolle der Beraterin oder Helferin ein.
Wenn Sie Mutter spielen wollen, entwickeln die Kinder Angst, Sie wollten die leibliche Mutter verdrängen.
TIPP 2: Liebe, Vertrauen und Zuneigung kann man nicht erzwingen. Beschäftigen Sie sich mit dem Kindern, seien Sie zuverlässig und zeigen Sie ihnen, dass Sie sich zuständig für sie fühlen. Dann werden sie von alleine kommen.
TIPP 3: Geben Sie sich Zeit, um Rituale und Regeln zu entwickeln. Es dauert im Schnitt 4 Jahre, bis sich alle Mitglieder einer Stieffamilie aufeinander eingespielt haben
TIPP 4: Erinnern Sie sich daran: Auch in der normalen Familie gibt es Konflikte, Enttäuschung, Machtkämpfe in der Phase der Pubertät (Du hast mir nichts zu sagen)
Tragen Sie den Streit um Erziehungsprinzipien nicht vor den Kindern aus.
TIPP 5: Buhlen Sie nicht um die Liebe des Kindes. Lassen Sie sich nicht in einen Wettstreit zwischen der leiblichen Mutter und der eigenen Rolle als Stiefmutter hineinziehen.
Das Kind muss Sie nicht lieben. Es genügt, wenn es Sie anerkennt und als Freundin betrachtet. Lassen Sie ihm die Liebe zu seinem Ursprungselternteil.
TIPP 6: Reagieren Sie geduldig, wenn die Kinder eifersüchtig auf Sie reagieren.
TIPP 7: Gönnen Sie sich auch Zeit für Zweisamkeit mit dem Partner.
TIPP 8: Versetzen Sie sich in die Rolle des Kindes hinein und verdeutlichen Sie sich, dass die Rebellion meist ein Ausdruck von Verzweiflung ist. Das Kind kommt mit der Situation nicht klar.
Es geht nicht gegen Sie. Statt das Kind zu beschimpfen und aggressiv zu reagieren "So springst du mit mir nicht um ..." sollten Sie äußern: Ich bin sehr traurig, enttäuscht, gekränkt, wenn ... Ich will deine Mutter nicht verdrängen. Ich will nur Deine Freundin sein.
TIPP 9: Erinnern Sie sich daran: Kinder können sich meist nicht ganz bewusst für ihren Stiefelternteil entscheiden, die Partner tun es. Sie leben oftmals noch in der Hoffnung, dass die Eltern wieder zusammenkommen. Ihr Trauerprozess beginnt quasi mit dem Beginn der neuen Familie.
TIPP 10: Stellen Sie die Kinder nicht vor eine Entweder-Oder-Entscheidung (zwischen Ihnen und dem leiblichen Elternteil). Sprechen Sie über die Vorteile, die das Kind durch die neue Familienkonstellation hat.
TIPP 11: Denken Sie auch an sich. Setzen Sie Grenzen und sagen Sie nein. Verfolgen Sie auch eigene Bedürfnisse.
TIPP 12:Machen Sie den Kindern zusammen mit Ihrem Partner deutlich, weshalb Sie sich für einander entschieden haben und was Ihnen am anderen gefällt. Lenken Sie auch selbst Ihren Blick immer wieder auf den "Gewinn".
TIPP 13:Erlauben Sie den Kindern, offen ihre Gefühle zu zeigen - sowohl positive, als auch negative und ambivalente - und ihre Gedanken auszusprechen.
TIPP 14:Vereinbaren Sie klare Besuchsregelungen mit dem leiblichen Elternteil und unterstützen Sie das Kind in seinem Kontakt zu diesem.
TIPP 15: Besuchen Sie eine Selbsthilfegruppe für Stieffamilien, wenn Sie Unterstützung benötigen. Dort können Sie über Ihre negativen Gefühle sprechen, ohne sich schuldig zu fühlen.
TIPP 16:Erwarten Sie nicht, dass Sie Kinder gleich lieben können. Je nach Persönlichkeit werden Sie mit Ihren eigenen Schwächen konfrontiert und herausgefordert, an sich zu arbeiten.
© 2005-2013 Dr. Doris Wolf - 1x1 einer guten Partnerschaft - Partnerschaft Lexikon - Stiefmutter
Kränkungen - Respekt - Rituale - Routine - Missachtung - Erwartungen - Beziehungscheck - Absprachen - Ablehnung