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Woran erkenne ich, ob mein Partner mich liebt?

frau rupft blütenblätter ab: er liebt mich, er liebt mich nicht ...

Er liebt mich, er liebt mich nicht. Sicher kennen Sie dieses Spiel aus Jugendtagen. So einfach ist es aber nicht, festzustellen, ob einen der Partner liebt. Bild © LUCKAS - Fotolia.com

Autorin: © Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin

Leben Sie schon lange mit Ihrem Partner zusammen? Tut sich Ihr Partner schwer, den Satz Ich liebe dich über seine Lippen zu bringen?

Dann fragen Sie sich vielleicht manchmal, wie es um seine Liebe zu Ihnen steht. Zu gern wollten Sie einmal in seinen oder ihren Kopf hineinschauen, was er über Sie denkt und welche Gefühle er mit Ihnen verbindet.

Auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen, es gibt kein Messinstrument, welches uns Sicherheit darüber geben könnte, ob unser Partner uns liebt oder nicht.

Lassen Sie uns deshalb einmal anschauen, wie es sich mit Liebesgefühlen in Bezug auf den Partner verhält und welche Arten von Liebesbeweisen es gibt.

Liebesgefühle – wie sie entstehen und wie sie sich äußern

Liebesgefühle sind eine Eigenproduktion.

Kein anderer kann unsere Liebe erzwingen. Je mehr Druck er auf uns ausübt, umso schwächer wird gewöhnlich die Liebe. Wir selbst verursachen mehr oder weniger bewusst unsere Liebesgefühle, indem wir unseren Partner positiv bewerten und ihn mit positiven Erfahrungen in Verbindung bringen. Wir lenken unseren Blick auf die Dinge an ihm, die uns gefallen und uns gut tun.

Verliebtheit und Liebesgefühle äußern sich unterschiedlich.

Mit Verliebtheit verknüpfen wir quasi die „laute Liebe“. Wir fühlen uns auf Wolke 7 und lieben unseren Partner „mit Haut und Haar“. Wie er uns anschaut, berührt, riecht, schmeckt, verbinden wir mit positiven, überschwänglichen Gefühlen. Unbedingt wollen wir in der Nähe unseres Partners sein und ihn „ganz für uns haben“.

Diese Verliebtheitsgefühle verwandeln sich gewöhnlich im Laufe der Zeit in eine „stille Liebe“, die mit Gefühlen von Vertrauen und Geborgenheit einhergeht.

Liebesgefühle – wir sind unsere besten Zeugen.

Gefühle kann nur jeder Mensch für sich selbst empfinden. Nur wir wissen, wie wir uns in Verbindung mit unserem Partner fühlen, wann wir ihn lieben und wann wir ihn ablehnen oder gar hassen.

Liebesgefühle sind empfindlich.

Wie wir alle höchstwahrscheinlich selbst schon erlebt haben, können Liebesgefühle über die Zeit hinweg erheblich schwanken. Unser Partner braucht nur irgendetwas zu tun, was uns missfällt, und schon werden uns Liebesgefühle durch Ärgergefühle ersetzt.

Liebesgefühle sind vergänglich.

Haben wir uns einmal für einen Partner entschieden, weil wir ihn lieben, dann ist dies keine Garantie dafür, dass die Liebe bleibt. Wir verändern uns, unser Partner verändert sich und die Liebe kann nur bleiben, wenn wir und unser Partner weiterhin die wichtigsten Bedürfnisse voneinander erfüllt bekommen.

Liebesgefühle äußern sich ganz unterschiedlich.

Zwischen den Liebesgefühlen und unserem Verhalten besteht nicht unbedingt eine direkte Beziehung. Manche Menschen lieben einen anderen Menschen, können dies aber nicht durch Worte zum Ausdruck bringen.

Stattdessen spiegelt sich Ihre Liebe in Ihrem Verhalten wider. Andere Menschen bringen ihre Liebe durch Worte, Gedichte, Liebesbriefe, kleine Kärtchen, SMS, usw. zum Ausdruck.

Der Satz „Ich liebe dich“ sagt nichts über die wirkliche Liebe aus.

Der ehrlich gemeinter Satz „ich liebe dich“ von einem Menschen ausgesprochen, dessen Liebe wir uns wünschen, kann für uns den Himmel auf Erden bedeuten. Auch in einer langjährigen Partnerschaft sehnen wir uns vielleicht danach, den Satz ab und zu aus dem Mund unseres Partners zu hören.

Manche Menschen setzen den Satz jedoch auch ein, um andere zu manipulieren. Sie versuchen nur, mit unseren Gefühlen zu spielen, und uns dazu zubringen, ihre Wünsche zu erfüllen. Wird der Satz zu oft eingesetzt, verliert er möglicherweise auch an Bedeutung.

Liebesgefühle zu empfinden hat mit der eigenen Geschichte zu tun.

In der Bibel heißt es: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Um bedingungslose Liebe für andere Menschen empfinden zu können, müssen wir uns selbst lieben können.

Lehnen wir uns ab und halten uns für nicht liebenswert, dann haben wir z.B. große Erwartungen an andere. Wir erwarten, dass sie uns Liebe geben, sich nach unseren Vorstellungen verhalten und unsere innere Leere füllen.

Werden unsere Wünsche von ihnen nicht erfüllt, können wir keine Liebe empfinden. Schenkt uns ein anderer seine Liebe, können wir sie vielleicht nicht annehmen, weil wir glauben, sie nicht verdient zu haben.

Woran können wir erkennen, dass unser Partner uns wirklich liebt?

Auf die Frage „Woran können wir erkennen, dass unser Partner uns wirklich liebt?“, gibt es keine hundert Prozent sichere Antwort. Es hilft uns nicht einmal die Gegenfrage zu stellen, woran wir an uns selbst erkennen, dass wir unseren Partner lieben, denn unsere Hinweise auf Liebe müssen nicht dieselben wie die unseres Partners sein.

Als kleine Kinder haben wir vielleicht die Gänseblümchen-Methode eingesetzt, um herauszufinden, ob ein Junge uns mag. Nacheinander haben wir die Blütenblättchen herausgezupft und abwechselnd „ er liebt mich“ und „er liebt mich nicht“, gezählt. Nun, wir wissen selbst, dass wir dadurch nicht die Wahrheit erfahren haben.

Der beste Weg, etwas über die Liebe unseres Partners zu erfahren, ist, nach seinem Verhalten zu schauen und sich zu fragen: Zeigt mein Partner ein Verhalten, das langfristig in meinem besten Interesse ist?

Verhält er sich so, dass es langfristig unsere Partnerschaft stärkt? Welche Verhaltensweisen sind das?

Damit ist natürlich nicht gemeint, dass er sich nur nach unseren Wünschen verhält und sich selbst aufgibt. Langfristig würde ein solches Verhalten nämlich möglicherweise dazu führen, dass er sich von uns trennt.

Am besten, Sie beantworten diese Fragen jetzt gleich einmal und notieren sich Ihre Antworten. Beispielsweise könnte auf der Liste stehen: er hört mir zu, lässt mir Freiraum für mein Hobby, unterstützt meinen Kontakt zu meinen Freunden, ist für mich da, wenn ich ein Problem habe, ...

Beachten Sie, dass ich das Wörtchen „langfristig“ in die Fragen eingebaut habe. Nicht ohne Grund, denn es ist ganz normal, dass unser Partner ab und zumal Dinge sagt oder tut, die uns nicht gut tun.

Indem Sie sich das vor Augen führen, was Ihr Partner zu Ihrer Unterstützung tut, schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe:

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© 2010-2013 Dr. Doris Wolf - Woran erkenne ich, dass mein Partner mich liebt?
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