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Verliebtsein - ein emotionaler Ausnahmezustand

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Vielleicht geht es Ihnen wie vielen Menschen, dass Sie sich wehmütig an die Zeit Ihrer ersten großen Liebe erinnern.

Dieses Prickeln, die Schmetterlinge im Bauch, das Herzklopfen, Kniezittern - so etwas haben Sie seitdem nie mehr erlebt.

Kalenderblatt Lebensfreude Inspirationen KalenderEs könnte aber auch sein, dass Sie zu den Menschen gehören, die eine Partnerschaft immer dann beenden, wenn dieser Rausch nachlässt.

Um den Kick immer wieder zu verspüren, suchen Sie nach der nächsten neuen Liebe.

Lassen Sie uns einmal anschauen, was es mit dem Zustand der Verliebtheit auf sich hat, warum das Verliebtsein unser Leben komplett auf den Kopf stellt und von uns als so positiv erlebt wird, während unser Umfeld darüber vielleicht nur den Kopf schüttelt.

Wie kommen wir in den Zustand der Verliebtheit?

Uns zu verlieben, das können wir uns nicht vornehmen oder befehlen. Um uns zu verlieben, gehören natürlich zwei Personen dazu.

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Was zeichnet den Zustand der Verliebtheit aus?

Verliebtsein führt zu einem unvergleichlich schönen geistigen, emotionalen und körperlichen Ausnahmezustand, der hormonell bedingt ist.

Veränderungen im Denken beim Verliebtsein

Veränderungen in unseren Gefühlen beim Verliebtsein

Veränderungen im unserem Körper beim Verliebtsein

Liebe auf den ersten Blick ist keine Liebe, sondern Hypnose.Judy Garland

Veränderungen in unserem Verhalten beim Verliebtsein

Wodurch endet der Zustand der Verliebtheit?

Gewöhnlich endet das Verliebtsein nach 6 bis 9 Monaten. Hierfür gibt es verschiedene Gründe:

Kommt es in der Phase des Verliebtseins zu einer Trennung, dann versiegen die Glückshormone urplötzlich und wir sind, wie ein Drogensüchtiger, auf Entzug - wir leiden und haben Liebeskummer.

Deshalb dauert es in der Regel auch Monate, bis man den Liebeskummer hinter sich lassen kann und offen für neue Beziehungen ist.

José Ortega y Gasset beschreibt Verliebtheit mit den Worten: Verliebtheit ist eine psychische Angina, ein Zustand geistiger Verengung.

Während bei diesem Zitat die schönen Seiten der Verliebtheit nicht zu Wort kommen, zeigt es ganz deutlich, dass Verliebtheit ebenso wie eine Angina einmal zu Ende gehen wird.

Übrigens ...
Zwischen Verliebtsein und Liebe besteht ein großer Unterschied.

Wie wir Liebesgefühle zerstören

Viel können wir darüber lesen, was Partner alles tun, um die Partnerschaft zu zerstören.

Zu deren „Waffenarsenal“ gehören z.B. emotionale Erpressung, übermäßiger Alkoholkonsum, ein Seitensprung, fehlender Respekt, nicht eingehaltene Absprachen, fehlende Kommunikation, ständige und abschätzige Kritisiererei oder egozentrisches Verhalten.

Doch auch wir selbst können viel tun, unsere Liebesgefühle unserem Partner gegenüber abzuschwächen oder gar abzutöten.

Deshalb möchte ich Ihnen einige schädliche Verhaltensweisen im Umgang mit unserem Partner vorstellen.

Wir konzentrieren uns bei unserem Partner auf seine Schwachstellen und Fehler.

Indem wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, erscheinen sie uns immer größer und unser Partner immer weniger liebenswert.

Wir stellen hohe, unerfüllbare Erwartungen an unseren Partner.

Erfüllt er unsere Erwartungen nicht, dann fühlen wir uns ungeliebt, enttäuscht oder ärgerlich.

Wir nehmen uns keine Zeit für unseren Partner und den Austausch mit ihm.

So verlieren wir die Nähe zu ihm. Wir geben ihm keine Chance, unsere Bedürfnisse zu erfüllen, und empfinden demzufolge auch weniger Liebe für ihn.

Wir überhören oder übersehen, was unser Partner Gutes für uns tut  oder uns Nettes sagt, oder halten es für selbstverständlich.

So nehmen wir uns die Chance, uns geliebt und wichtig zu fühlen.

Wir sprechen nicht über unsere Wünsche und erwarten, dass unser Partner sie errät.

Da unser Partner nicht hellsehen kann, sind die Chancen groß, dass er unsere Wünsche nicht erfüllt und wir uns zu kurz kommend fühlen.

Wir erinnern uns immer wieder an Ereignisse, bei denen wir von unserem Partner enttäuscht waren.

So wächst unsere Enttäuschung immer stärker an.

Wir sprechen nicht über unsere Enttäuschungen und rächen uns insgeheim.

Dadurch hat unsere Partner keine Möglichkeit, eventuelle Missverständnisse auszuräumen, und kann auch unser negatives Verhalten vielleicht nicht verstehen.

Wir beobachten unseren Partner eifersüchtig und zweifeln an unserer Attraktivität.

Eifersucht und Liebe können wir nicht gleichzeitig empfinden.

Wir überlasten uns so stark mit Arbeit, dass wir zuhause nur noch unsere Ruhe haben wollen.

Unsere Erschöpfung oder Anspannung erschwert es, uns für unseren Partner zu interessieren oder sexuelle Lust zu empfinden.

Prüfen Sie, ob Sie diese schädlichen Verhaltensweisen nicht auch ab und zu einsetzen. Sollten Sie diese bei sich entdecken, dann können Sie sich bewusst entscheiden, Ihre Liebesgefühle zu stärken.


Leserfrage zum Thema Verliebtsein
Ich bin 60 Jahre und habe die Liebe zu einem 54-jährigen gefunden. Er hat mir seine Liebe auch offenbart. Wir leben beide in einer Partnerschaft, in der es schon harte Krisen und Scheidungsgedanken gab. Nun bin ich mit meinem Mann bei ihm zu einer Familienfeier eingeladen. Wir werden sicherlich die Möglichkeit nutzen, dass wir mal alleine sind. Wie soll ich mich verhalten?

Ich habe ihr geantwortet
Zwischen Verliebtsein und Liebe gibt es einen Unterschied. Wenn wir in der Partnerschaft unglücklich sind, dann kann es leicht sein, dass wir uns für einen Menschen öffnen, der uns genau das gibt, was wir in unserer Partnerschaft vermissen. Wir sind dann z.B. dafür empfänglich, wenn uns jemand wirklich zuhört und wenn er die gleichen Interessen und Vorstellungen wie wir hat. 

Etwas trügerisch ist dabei, dass wir möglicherweise nur nach den Eigenschaften und Vorstellungen Ausschau halten, die uns in der Partnerschaft fehlen.

Wir schauen nicht danach, ob ihm eventuell Eigenschaften und Verhaltensweisen fehlen, die wir in der bestehenden Partnerschaft schätzen.

Für mich ist in Ihrem Brief nicht so ganz klar, wie weit Ihre Beziehung zu dem Freund schon gediehen ist. Haben sie beide über gemeinsame Lebensziele gesprochen?

Ist schon klar, dass sie sich beide von dem jeweiligen Partner trennen wollen? Oder genießen sie beide einfach, dass es jemanden gibt, der die Bedürfnisse befriedigt, die in der Partnerschaft nicht erfüllt werden?

Schmieden Sie bereits gemeinsame Lebenspläne, dann wäre es gut, wenn Ihr Partner um Ihre neue Liebe weiß. Er muss wissen, dass die Partnerschaft gefährdet ist und eventuell auch darum kämpfen können.

Sind Sie im Augenblick nur verliebt und wissen gar nicht, in welche Richtung es gehen soll, dann hängt es von Ihren Wertvorstellungen ab, ob Sie mit Ihrem Partner darüber sprechen.

Manche Bertoffene möchten es erst einmal mit sich selbst ausmachen, weil sie Angst haben, dass sie durch eine Offenbarung viel zerstören und den Partner eventuell umsonst aus dem Gleichgewicht bringen.

Andere halten die Geheimnistuerei nicht aus und teilen ihrem Partner mit, dass sie verliebt sind und nicht wissen, für wen sie sich entscheiden sollen.


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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