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Verliebt sein

Verliebt zu sein führt zu einem unvergleichlich schönen geistigen, emotionalem und körperlichen Ausnahmezustand, der rein hormonell bedingt ist.

Wenn wir verliebt sind, dann schüttet unser Körper eine Menge Drogen aus, die uns - ähnlich wie andere Drogen - high machen. So schüttet unser Körper verstärkt Endorphine aus, durch die wir euphorisch und aufgekratzt werden. Es wird verstärkt Oxytocin ausgeschüttet, das u.a. das sexuelle Verlangen von Mann und Frau steigert und das auf uns eine befriedigende und beruhigende Wirkung hat. Bei Männern bildet sich verstärkt Testosteron, das nicht nur der Potenz zugute kommt, das sie auch mutiger und oftmals leichtsinniger macht.

Die in der Phase des Verliebtseins ausgeschütteten Glückshormone versetzen uns in einen ähnlichen Rauschzustand wie die Einnahme von berauschenden Drogen. Wir fühlen uns frei, unbeschwert und belebt, uns scheinen Flügel zu wachsen, wir werden leichtsinniger und mutiger, der Verstand setzt aus. Negative Gefühle werden im Zustand des Verliebtseins ausgeblendet, positive Gefühle werden verstärkt.

Kommt es in der Phase des Verliebtseins zur Trennung, dann versiegen diese Glückshormone urplötzlich und wir sind, wie ein Drogensüchtiger, auf Entzug - wir leiden und haben Liebeskummer. Deshalb dauert es in der Regel auch Monate, bis man den Liebeskummer hinter sich lassen kann und offen für neue Beziehungen ist.

Zwischen Verliebtsein und Liebe besteht ein großer Unterschied.


Eine Leserin schrieb mir zum Thema Verliebtsein
Ich bin 60 Jahre und habe die Liebe zu einem 54-jährigen gefunden. Er hat mir seine Liebe auch offenbart. Wir leben beide in einer Partnerschaft, in der es schon harte Krisen und Scheidungsgedanken gab. Nun bin ich mit meinem Mann bei ihm zu einer Familienfeier eingeladen. Wir werden sicherlich die Möglichkeit nutzen, dass wir mal alleine sind. Wie soll ich mich verhalten?

Ich habe ihr geantwortet
Zwischen Verliebtsein und Liebe gibt es einen Unterschied. Wenn wir in der Partnerschaft unglücklich sind, dann kann es leicht sein, dass wir uns für einen Menschen öffnen, der uns genau das gibt, was wir in unserer Partnerschaft vermissen. Wir sind dann z.B. dafür empfänglich, wenn uns jemand wirklich zuhört und wenn er die gleichen Interessen und Vorstellungen wie wir hat. 

Etwas trügerisch ist dabei, dass wir möglicherweise nur nach den Eigenschaften und Vorstellungen Ausschau halten, die uns in der Partnerschaft fehlen. Wir schauen nicht danach, ob ihm eventuell Eigenschaften und Verhaltensweisen fehlen, die wir in der bestehenden Partnerschaft schätzen.

Für mich ist in Ihrem Brief nicht so ganz klar, wie weit Ihre Beziehung zu dem Freund schon gediehen ist. Haben sie beide über gemeinsame Lebensziele gesprochen? Ist schon klar, dass sie sich beide von dem jeweiligen Partner trennen wollen? Oder genießen sie beide einfach, dass es jemanden gibt, der die Bedürfnisse befriedigt, die in der Partnerschaft nicht erfüllt werden?

Schmieden Sie bereits gemeinsame Lebenspläne, dann wäre es gut, wenn Ihr Partner um Ihre neue Liebe weiß. Er muss wissen, dass die Partnerschaft gefährdet ist und eventuell auch darum kämpfen können.

Sind Sie im Augenblick nur verliebt und wissen gar nicht, in welche Richtung es gehen soll, dann hängt es von Ihren Wertvorstellungen ab, ob Sie mit Ihrem Partner darüber sprechen.

Manche Bertoffene möchten es erst einmal mit sich selbst ausmachen, weil sie Angst haben, dass sie durch eine Offenbarung viel zerstören und den Partner eventuell umsonst aus dem Gleichgewicht bringen. Andere halten die Geheimnistuerei nicht aus und teilen ihrem Partner mit, dass sie verliebt sind und nicht wissen, für wen sie sich entscheiden sollen.



© 2005-2010 Dr. Doris Wolf - 1x1 einer guten Partnerschaft - Partnerschaft Lexikon - verliebt sein
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