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Autorin: © Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin
Vielleicht geht es Ihnen wie vielen Menschen, dass Sie sich wehmütig an die Zeit Ihrer ersten großen Liebe erinnern.
Dieses Prickeln, die Schmetterlinge im Bauch, das Herzklopfen, Kniezittern - so etwas haben Sie seitdem nie mehr erlebt.
Es könnte aber auch sein, dass Sie zu den Menschen gehören, die eine Partnerschaft immer dann beenden, wenn dieser Rausch nachlässt. Um den Kick immer wieder zu verspüren, suchen Sie nach der nächsten neuen Liebe.
Lassen Sie uns einmal anschauen, was es mit dem Zustand der Verliebtheit auf sich hat, warum das Verliebtsein unser Leben komplett auf den Kopf stellt und von uns als so positiv erlebt wird, während unser Umfeld darüber vielleicht nur den Kopf schütteln kann.
Uns zu verlieben, das können wir uns nicht vornehmen oder befehlen. Um uns zu verlieben, gehören natürlich zwei Personen dazu.
Verliebtsein führt zu einem unvergleichlich schönen geistigen, emotionalen und körperlichen Ausnahmezustand, der hormonell bedingt ist.
Veränderungen im Denken beim Verliebtsein
Veränderungen in unseren Gefühlen beim Verliebtsein
Veränderungen im unserem Körper beim Verliebtsein
Veränderungen in unserem Verhalten beim Verliebtsein
Gewöhnlich endet unser Verliebtsein nach einer Weile. Hierfür gibt es verschiedene Gründe:
Kommt es in der Phase des Verliebtseins zu einer Trennung, dann versiegen die Glückshormone urplötzlich und wir sind, wie ein Drogensüchtiger, auf Entzug - wir leiden und haben Liebeskummer.
Deshalb dauert es in der Regel auch Monate, bis man den Liebeskummer hinter sich lassen kann und offen für neue Beziehungen ist.
José Ortega y Gasset beschreibt Verliebtheit mit den Worten: Verliebtheit ist eine psychische Angina, ein Zustand geistiger Verengung.
Während bei diesem Zitat die schönen Seiten der Verliebtheit nicht zu Wort kommen, zeigt es ganz deutlich, dass Verliebtheit ebenso wie eine Angina einmal zu Ende gehen wird.
Übrigens ...
Zwischen Verliebtsein und Liebe besteht ein großer Unterschied.
Leserfrage zum Thema Verliebtsein
Ich bin 60 Jahre und habe die Liebe zu einem 54-jährigen gefunden. Er hat mir seine Liebe auch offenbart. Wir leben beide in einer Partnerschaft, in der es schon harte Krisen und Scheidungsgedanken gab. Nun bin ich mit meinem Mann bei ihm zu einer Familienfeier eingeladen. Wir werden sicherlich die Möglichkeit nutzen, dass wir mal alleine sind. Wie soll ich mich verhalten?
Ich habe ihr geantwortet
Zwischen Verliebtsein und Liebe gibt es einen Unterschied. Wenn wir in der Partnerschaft unglücklich sind, dann kann es leicht sein, dass wir uns für einen Menschen öffnen, der uns genau das gibt, was wir in unserer Partnerschaft vermissen. Wir sind dann z.B. dafür empfänglich, wenn uns jemand wirklich zuhört und wenn er die gleichen Interessen und Vorstellungen wie wir hat.
Etwas trügerisch ist dabei, dass wir möglicherweise nur nach den Eigenschaften und Vorstellungen Ausschau halten, die uns in der Partnerschaft fehlen. Wir schauen nicht danach, ob ihm eventuell Eigenschaften und Verhaltensweisen fehlen, die wir in der bestehenden Partnerschaft schätzen.
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Für mich ist in Ihrem Brief nicht so ganz klar, wie weit Ihre Beziehung zu dem Freund schon gediehen ist. Haben sie beide über gemeinsame Lebensziele gesprochen?
Ist schon klar, dass sie sich beide von dem jeweiligen Partner trennen wollen? Oder genießen sie beide einfach, dass es jemanden gibt, der die Bedürfnisse befriedigt, die in der Partnerschaft nicht erfüllt werden?
Schmieden Sie bereits gemeinsame Lebenspläne, dann wäre es gut, wenn Ihr Partner um Ihre neue Liebe weiß. Er muss wissen, dass die Partnerschaft gefährdet ist und eventuell auch darum kämpfen können.
Sind Sie im Augenblick nur verliebt und wissen gar nicht, in welche Richtung es gehen soll, dann hängt es von Ihren Wertvorstellungen ab, ob Sie mit Ihrem Partner darüber sprechen.
Manche Bertoffene möchten es erst einmal mit sich selbst ausmachen, weil sie Angst haben, dass sie durch eine Offenbarung viel zerstören und den Partner eventuell umsonst aus dem Gleichgewicht bringen.
Andere halten die Geheimnistuerei nicht aus und teilen ihrem Partner mit, dass sie verliebt sind und nicht wissen, für wen sie sich entscheiden sollen.
© 2005-2012 Dr. Doris Wolf - Verliebtheit - verliebt sein - verknallt sein
Kränkungen - Eifersucht - Respekt - Rituale - Routine - Missachtung - Erwartungen - Beziehungscheck - Absprachen - Ablehnung