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Sex und Bedürfniss nach Häufigkeit

Flaute im Bett? Gründe, warum er/sie keine Lust auf Sex hat und was man dagegen tun kann. Die häufigsten Libidokiller. Bild © detailblick - Fotolia
Autorin: © Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin
„Der Sex im ersten Jahr der Partnerschaft war leidenschaftlich. Wir konnten es kaum erwarten, allein zu sein, und fielen buchstäblich über einander her. Jeder Blick, jede Berührung, jeder Gedanke an meinen Mann erweckte Lust.
Doch heute lasse ich alles nur über mich ergehen. Wenn es nach mir ginge, bräuchte ich gar nicht mehr mit meinem Mann zu schlafen“.
So oder ähnlich ergeht es vielen Frauen. Viele Frauen haben nach langer Partnerschaft nur noch selten Lust, mit ihrem Partner zu schlafen, oder erleben die Liebe ohne Orgasmus.
Solange beide Partner damit einverstanden sind, keinen Sex oder nur noch selten Sex zu haben, und zum Alltag ausreichend Zärtlichkeit und auch Berührungen dazugehören, ist das kein Problem.
Problematisch wird es dann, wenn nur die Frau oder nur der Mann über einen längeren Zeitraum keine Lust empfinden.
Die Quelle des sexuellen Begehrens und der Begierde ist das Gehirn. Sexualität und Libido finden im Kopf statt.
Durch lustvolle Phantasien erregen wir unseren Körper. Durch negative Phantasien oder Versagensängste haben wir keine Lust auf Sex oder empfinden gar Ekel.
Voraussetzung dafür, Lust auf Sex zu haben, ist, dass wir
Lust lässt sich nicht erzwingen. Alles, was uns in eine negative Stimmung bringt, lässt die Libido schwinden. Gefühle wie Angst, Eifersucht, Wut, Depression, Trauer, Gekränktsein führen zu einem Libidoverlust oder verhindern, dass wir den Sex genießen können.
Wir benötigen erregende Gedanken und lustvolle Phantasien, um Lust zu verspüren. Denken wir den Tag über daran, dass abends die Wäsche noch gewaschen, die Hausaufgaben der Kinder noch durchgesehen und der Dankesbrief an die Tante noch geschrieben werden müssen, dann können wir am Abend keine Lust verspüren, wenn der Partner zur Tür hereinkommt.
Besonders einflussreiche Libidokiller sind negative Gedanken wie:
Diese Gedanken führen dazu, dass wir uns unter Druck fühlen, uns ablehnen und Ekel empfinden. Zwingen wir uns, dennoch mit dem Partner zu schlafen, dann ist dies die sichere Garantie, keinen Spaß und keine Befriedigung empfinden zu können.
Manchmal werden wir dann Schmerzen beim Sex verspüren. Wir geraten in einen Kreislauf: Wir machen uns keine lustvollen Gedanken - fordern von uns, mit dem Partner zu schlafen - machen negative Erfahrungen - usw.
Da ist es kein Wunder, dass wir immer weniger Lust empfinden und alles dafür tun, bei unserem Partner keine Lust auf Sex entstehen zu lassen.
Wir täuschen eine Migräne vor, gehen lange vor ihm oder lange nach ihm ins Bett, tragen ein hochgeschlossenes Nachthemd, meiden Kuscheln und körperliche Nähe.
Immer dann, wenn wir mit dem Sex unangenehme Erfahrungen verbinden, Sex als Pflichtübung ansehen und unsere Wünsche nicht mehr äußern, wirkt dies lusthemmend.
Daneben können auch Medikamente wie etwa Betablocker, Beruhigungsmittel, Blutfettsenker, Kortisonpräparate aber auch bestimmte Kombinationen von Gestagen und Östrogen Lustkiller sein.
Weitere Gründe, wenn wir keine Lust auf Sex haben, sind:
Natürlich trägt unser Partner viel dazu bei, ob wir uns nach Sex sehnen oder keine Lust auf Sex haben. Die meisten von uns haben keine Lust auf Sex, wenn
1. Akzeptieren Sie zunächst, dass Sie momentan keine Lust auf Sex haben. Dies ist kein Grund, sich zu verdammen. Es ist lediglich ein Hinweis, dass Sie aus irgendwelchen Gründen keine Lust mehr in sich wachrufen.
2. Suchen Sie nach den Ursachen, weshalb Sie keine Lust haben.
3. Sprechen Sie mit Ihrem Partner darüber, weshalb Sie keine Lust auf Sex haben und wie er Ihnen helfen kann, wieder mehr Lust zu verspüren.
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4. Rufen Sie sich in Erinnerung, wie Sie sich zu Anfang Ihrer Beziehung in Stimmung gebracht haben. Wahrscheinlich haben Sie sich mit Ihrem Partner an einem romantischen Ort verabredet, frisch geduscht, ein aufregendes Parfum aufgelegt, sich in Ihr schönstes Outfit gestürzt.
In der Phantasie haben Sie sich ausgemalt, wie Ihr Partner Sie berühren, küssen, streicheln wird, wie Sie ihn verführen werden. Und all dies hat Sie damals in Stimmung gebracht.
Warum sollte es nicht auch heute ein klein wenig Zauber zurückbringen? Wichtig ist auch, sich zuzugestehen, dass Sie weniger häufig Lust wie Ihr Partner haben.
5. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das Genießen, einander nahe sein und sich etwas Gutes tun. Nicht jedes sexuelle Zusammensein muss zum Orgasmus kommen.
Außerdem ist Ihr Körper keine Maschine. Wenn Sie einen anstrengenden Tag hinter sich haben, den Kindern bei den Schulaufgaben helfen und die Wohnung auf Vordermann gebracht haben, ist möglicherweise keine Energie mehr da für den Sex. Dann ist es lustvoller für Sie, sich ganz in Ruhe in den Sessel zu setzen und von niemandem gestört zu werden.
Leserfrage zum Thema Sexuelle Unlust
Mir ist die ganze Geschichte etwas unangenehm, weiß aber leider keinen anderen Rat mehr. Ich bin seit 11 Jahren mit meinem Mann verheiratet und haben einen Sohn zusammen.
Seit aber mehreren Jahren haben wir jedoch ein großes Problem mit der Sexualität. Mein Mann ist abweisend im Bezug auf Sex oft über mehrere Monate. Dann schlafen wir vielleicht 1 Mal miteinander und dann ist wiederfür Monate von seiner Seite aus Pause.
Spreche ich Ihn auf die Situation an weicht er mir aus, sagt er hätte keine Lust, ist müde oder sagt das alles meine Schuld wäre. Muß ich davon ausgehen, dass mein Mann mich betrügt?
Ich habe geantwortet:
Ich kann gut verstehen, dass Sie sich enttäuscht, wütend und hilflos fühlen. Hinter sexueller Unlust können sich viele unterschiedliche Gründe verbergen: Überforderung im Job, Depressionen, körperliche Probleme, Konflikte in der Partnerschaft, Versagensängste. Eine Geliebte ist wirklich nur eine von vielen Erklärungsmöglichkeiten.
Das Problem ist, dass Ihr Mann mauert und Sie somit alleine mit Ihrem Problem läßt. Sie brauchen seine Bereitschaft, um etwas verändern zu können. Gibt es denn einen Menschen, dem Ihr Mann vertraut und den Sie einweihen können? Oder einen Hausarzt, den er regelmäßig konsultiert?
Am besten wäre natürlich, wenn Sie beide eine Paartherapie machen würden, um herauszufinden, weshalb es in der Sexualität nicht mehr klappt. Sie müssen für sich entscheiden, wie wichtig Ihnen die Sexualität ist.
Möchten Sie keinesfalls so weiterleben, müssen Sie Ihrem Mann mitteilen, dass für Sie auf jeden Fall zur Partnerschaft auch ein gutes Sexualleben gehört und dass Sie mit ihm eine Therapie machen möchten, um Wege dahin zu finden. Sie würden ihn lieben und gerade deshalb wäre es Ihnen wichtig, ihm auch körperlich nahe zu sein. Wenn er dies ablehnt, dann sehen Sie die Partnerschaft gefährdet.
Es gibt viele therapeutische Möglichkeiten, die Lust wieder zu wecken und wieder Spaß miteinander zu haben. Ich hoffe, dass Ihr Mann diese Chance für Sie beide nutzen wird.
© 2010-2013 Dr. Doris Wolf - Keine Lust auf Sex - sexuelle Unlust - Libidoverlust
Kränkungen - Eifersucht - Respekt - Rituale - Routine - Missachtung - Erwartungen - Abwertung - Absprachen - Ablehnung