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Tipps zur Bewältigung einer Scheidung oder Trennung

Wenn der Partner geht und die Scheidung oder Trennung beschlossene Sache ist, dann bricht für viele Menschen eine Welt zusammen. Fast niemals in ihrem Leben haben sie sich so einsam, verlassen und hilflos gefühlt. Wenn die Hoffnung nachläßt, dass der Partner nach der Trennung wieder zurückkommt, denken viele an Selbstmord oder beschäftigen sich mit den finstersten Rachephantasien, die sie bisweilen sogar in die Tat umsetzen. Immer wieder können wir lesen, dass ein Partner blind vor Eifersucht seinen Ex-Partner oder sein Kind ermordet hat.

Die emotionale Bewältigung einer Scheidung ist keine leichte Sache, und das umso mehr, wenn uns der Partner völlig unverhofft mit seiner Trennungsabsicht konfrontiert. Ich weiß das aus eigener Erfahrung und der meiner Klienten. Andererseits: eine Scheidung oder Trennung ist das Ende einer Beziehung, schmerzvoll ja, aber es gibt ein Leben nach der Scheidung, wenn man sich vom ersten Schock und vom Liebeskummer erholt hat.

Zunächst einmal müssen Sie wissen, was Sie auf dem Weg bis zum Ende des Tunnels erwartet. Bei einer Trennung oder Scheidung werden Sie vier Phasen auf dem Weg bis zur emotionalen Bewältigung der Trennung durchlaufen. Schauen wir uns diese an.

Die 4 Phasen bei einer Trennung oder Scheidung

1. Phase: Nicht-Wahrhaben-Wollen und Verleugnen
Sie glauben an einen bösen Traum, hoffen darauf, dass alles wieder gut werden wird. Sie bemühen sich, den Partner umzustimmen. Sie verschließen die Augen vor der Scheidung und tun so, als sei nichts geschehen.

2. Phase: Aufbrechende Gefühle
Sie werden überrollt von Ihren Gefühlen, sind verzweifelt, voller Angst, plagen sich mit Selbstzweifeln, Eifersucht, Wut und Hass. Sie können nicht gut schlafen, essen nicht oder zuviel, sind voller Unruhe, haben Verstopfung, Kopf- oder Magenschmerzen, Herzrasen, usw. Sie grübeln "warum nur?" und denken ununterbrochen an den Partner. Sie ziehen sich von Freunden zurück oder flüchten sich in Aktivitäten. Gefühle, die bei einer Trennung hochkommen.

3. Phase: Neuorientierung
So langsam sehen Sie Land. Sie können sich wieder alleine beschäftigen, Ihre Wut und die Verzweiflung angesichts der Trennung nehmen ab. Mehr zur Phase der Neuorientierung nach einer Trennung.

4. Phase: Neues Gleichgewicht
Sie verspüren wieder Selbstvertrauen, verstehen, weshalb die Partnerschaft zerbrach und es zur Trennung/Scheidung kam. Sie sehen wieder eine Zukunftsperspektive.

Sie müssen damit rechnen, dass Sie ungefähr ein Jahr brauchen, bis Sie zu Phase 3 gelangen, 2-4 Jahre bis zu Phase 4.


Eine Klientin schreibt:
Mein Mann hat sich plötzlich von heute auf morgen nach 18 Jahren gemeinsamer Zeit von mir getrennt. Er ist zu seiner Kollegin gegangen, die er kaum kennt. Seine Begründung, uns wäre es zu gut gegangen und seine neue Partnerin und er hätten die gleiche Wellenlänge. Wie kann so etwas passieren? War ich blind vor Liebe? Zu den Kindern ist der Kontakt auch weitgehend abgebrochen. Müsste er sich nicht wenigstens um seine Kinder kümmern?

Ich habe ihr geantwortet:
Ich kann Ihre Verzweiflung und Ratlosigkeit gut verstehen. Es ist sehr schmerzhaft, wenn der Ehepartner uns verlässt, ohne vorher einen Hinweis auf Trennungsgedanken zu geben und ohne dass wir um unsere Partnerschaft kämpfen können. Ihr Partner ist plötzlich aus der Beziehung ausgebrochen. Seine Bedürfnisse und seine Sichtweise haben sich verändert - doch leider ohne dass er Sie hat daran teilhaben lassen.

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Doris Wolf
Wenn der Partner geht

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Viele Motive können sich hinter der Trennung verbergen - beispielsweise fehlende Bestätigung, fehlende Nähe, Neugier, Suche nach Abwechslung, fehlendes Verständnis, u.v.m.. Dies bedeutet nicht, dass Sie zu wenig gegeben haben. Es bedeutet nur, dass Ihr Ex sich verändert hat. Vielleicht kam die Veränderung schleichend, vielleicht auch plötzlich. Sicher haben Sie sich im Laufe der 18 Jahre auch verändert, aber waren eher bereit, der Kinder und Partnerschaft wegen Kompromisse einzugehen. Ganz sicher hatten Sie einmal die gleiche Wellenlänge, sonst wären Sie nicht so lange zusammengeblieben und wären vielleicht schon seit längerem geschieden.

Es ist traurig, dass der Kontakt zu den Kindern fast ganz abgebrochen ist. Sowohl Ihr Expartner als auch die Kinder müssen sich nach der Trennung und der vermutlich folgenden Scheidung mit der neuen Situation arrangieren. So wie Sie müssen die Kinder erst Traurigkeit, Wut, Angst, Schuldgefühle verspüren, bevor sie einen Weg finden können, einigermaßen friedlich mit dem Vater umzugehen.

Ihr Exmann muss lernen, mit seinen Schuldgefühlen den Kindern gegenüber zu leben, und wie er die Kinder in sein neues Leben integrieren kann. Es ist schade, dass er nicht die Kraft hat, die Vorwürfe der Kinder auszuhalten und dennoch weiterhin seine Liebe und Fürsorge für sie zu signalisieren. So können nur Sie Ihren Kindern immer wieder vermitteln, dass sie liebenswert sind und Sie zu ihnen stehen. Je mehr Sie die Trennung akzeptieren und Ihrem Exmannn verzeihen, desto besser können Sie Ihren Kindern helfen, mit der Situation umzugehen.


Wie eine Trennung oder Scheidung emotional bewältigen?

1. Verlangen Sie nicht von sich, dass die Trennung oder Scheidung spurlos an Ihnen vorübergeht. Nehmen Sie sich jetzt keine großen Entscheidungen vor. Geben Sie sich eine Art Schonzeit, in der Sie nur das Nötigste tun.

2. Sammeln Sie alle Gegenstände in der Wohnung ein, die Sie an den Partner erinnern. Packen Sie diese in eine Kiste und stellen sie in den Keller.

3. Vermeiden Sie - sofern möglich - den Kontakt zum Partner, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Für seine Wäsche muss er selbst sorgen, den Wagen muss sie selbst zur Reparatur bringen. Nur wenn er/sie in Lebensgefahr ist, sind Sie in der Pflicht.

4. Vermeiden Sie es, den Schmerz der Scheidung mit Alkohol, Tabletten oder Essen zu betäuben. Suchtmittel können nicht heilen, sondern nur den Schmerz für den Augenblick lindern. Ihr Schmerz wird weniger werden, wenn Sie den Trennungsschmerz zulassen und an der seelischen Bewältigung der Scheidung arbeiten.

5. Erstellen Sie sich einen Aktivitätenplan - ganz besonders für die Wochenenden und die Feiertage. Überfordern Sie sich nicht, indem Sie zu viel von sich verlangen, aber werden Sie aktiv, auch wenn Ihnen nicht danach zumute ist. Es ist wichtig, dass Sie rausgehen und nicht zu Hause sitzen und grübeln.

6. Drücken Sie Wut und Haß auf für Sie und andere unschädliche Weise aus: Schreiben Sie Briefe, die Sie aber nicht abschicken, in denen Sie Ihre Vorwürfe ausdrücken. Setzen Sie Wut in Bewegung um, indem Sie joggen, walken, tanzen oder den Garten umgraben.

7. Schreiben Sie auf, was Sie glauben, in der Partnerschaft falsch gemacht zu haben. Dann schließen Sie mit dem Satz ab: "Ich habe getan, was mir möglich war. Ich bin bereit, mir zu verzeihen."

8. Erinnern Sie sich an Ihre positiven Eigenschaften, Fähigkeiten und Erfolge. Bei einer Trennung oder Scheidung verliert man diese leicht aus den Augen, da starke Selbstzweifel aufkommen und man verunsichert ist. Gerade aber in einer Phase der Trennung ist es besonders wichtig, dass wir uns nicht noch zusätzliche Probleme machen, indem wir uns und unseren Wert als Frau oder Mann in Frage stellen.

9. Denken Sie immer daran: Sie werden wieder Freude am Leben verspüren, auch wenn Ihr Partner nicht zurückkommt - nicht heute, nicht morgen, aber der Tag wird kommen.

10. Wenn Sie eine günstige Anlaufstelle für eine Online-Scheidung suchen, dann schauen Sie mal auf Easy-Divorce vorbei. Reichen Sie beim Spezialisten für Online-Scheidungen Ihren Scheidungsantrag ein, damit Sie schnell Ihr Leben wieder geniessen können. Auf Scheidung.de finden Sie zudem kostenlose Informationen zum Thema Trennung, Scheidung und Unterhalt.

11. Schauen Sie sich meine Tipps, wie man Trennungsschmerzen lindern oder verstärken kann an.

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© 2005-2010 Dr. Doris Wolf - Hilfe und Tipps für die emotionale Bewältigung einer Scheidung oder Trennung vom Partner - Ehescheidung
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