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Leserfragen zur Partnerschaft - Teil 1

Mein Mann hält keine Ordnung. Das macht mich rasend.
Obwohl ich meinem Mann schon so oft gesagt habe, dass er im Bad Ordnung halten soll, sieht es jeden Morgen wieder so katastrophal aus. Dann ist für mich der Tag gelaufen.

Machen Sie Ihre Wünsche deutlich.Teilen Sie Ihrem Mann genau mit, an welchen Stellen im Bad Sie Ordnung haben möchten und dass Sie enttäuscht sind, wenn er sie nicht einhält. Sollte er dennoch weiterhin keine Rücksicht nehmen, dann kündigen Sie ihm an, dass er in einem für ihn wichtigen Bereich auch nicht mit Ihrer Unterstützung rechnen kann. Es ist zwar schade, wenn das der einzige Weg ist, wie man Ihre Bedürfnisse zur Kenntnis nimmt, doch manchmal hilft nur dieser Weg. Bleiben Sie dann auf jeden Fall aber konsequent.

Mein Mann kann nicht pünktlich sein.
Ich führe eine harmonische Ehe. Doch die Unpünktlichkeit meines Mannes macht mich rasend. Er kommt einfach nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause. Wie kann ich meinen Mann zur Pünktlichkeit erziehen?

Ihre Wut auf Ihren Mann ist verständlich, doch offenbar nicht wirkungsvoll. Bevor Sie Ihr Verhalten ändern, müssen Sie sich erklären können, weshalb Ihr Mann unpünktlich ist. Häufig verbirgt sich hinter der Unpünktlichkeit eine Rebellion. Ihr Mann möchte nicht von Ihnen kontrolliert werden. Er fühlt sich gezwungen, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erscheinen. Geben Sie ihm Wahlmöglichkeiten. Kündigen Sie ihm in ruhigem Ton folgendes an: Wenn er zu dem verabredeten Zeitpunkt kommt, werden sie mit ihm zusammen essen. Dann werden Sie mit ihm ins Kino gehen oder zur Einladung bei Freunden. Kommt er nicht bis zu diesem Zeitpunkt, essen Sie alleine oder gehen alleine weg. Warten Sie nicht auf ihn, sondern unternehmen Sie etwas. Dann werden Sie weniger Ärger verspüren und Ihrem Mann auch deutlich zeigen, dass er nicht pünktlich kommen muss. Sie sind nicht auf ihn angewiesen.

Meine Frau will keine Kinder.
Seit vier Jahren bin ich verheiratet. Nun möchte ich gerne ein Kind, doch meine Frau ist strikt gegen Kinder. Sie hat mir das von Anfang an gesagt, doch ich habe gedacht, dass sie ihre Meinung noch ändern wird. Was soll ich tun?

Einen Kinderwunsch kann man nicht erzwingen. Versuchen Sie herauszufinden, weshalb Ihre Frau keine Kinder haben möchte. Hat sie sehr negative Erfahrungen in ihrer Kindheit gemacht? Möchte sie lieber noch eine Weile in ihrem Beruf arbeiten oder ist ihr die Karriere wichtiger als Kinder? Hat sie Bedenken, Kinder in diese Welt mit Umweltbelastung und Kriegen zu setzen? Schneiden Sie die Familienplanung auch im Gespräch mit Freunden an und suchen Sie den Kontakt zu Ehepaaren mit Kindern. Hat sich Ihre Frau vollkommen gegen ein Kind entschieden, dann sollten sie sich beide über eine Trennung Gedanken machen. Die Entscheidung für Kinder ist eine so stark lebensbeeinflussende Entscheidung, dass sich keiner von ihnen beiden auf einen Kompromiss einlassen sollte.

Mein Mann verbietet mir, alleine in Urlaub zu fahren.
Ich bin leidenschaftliche Skifahrerin und meinen Mann zieht es in die Sonne. Bisher bin ich ihm zuliebe immer in den Süden mitgefahren, doch dieses Jahr will ich endlich einmal wieder in den Schnee. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir für eine Woche getrennt in Urlaub fahren, aber er ist dagegen. Er sagt, das sei der Anfang vom Ende. Soll ich trotzdem fahren?

Sie haben Ihren Mann über die Jahre hinweg verwöhnt, indem seine Reisepläne immer in Erfüllung gingen. Deshalb ist es verständlich, dass er zunächst einmal an Ihrer Liebe zweifelt und vielleicht auch Angst hat, Sie könnten sich in einen anderen Mann verlieben. Erklären Sie Ihrem Mann, dass das Skifahren für Sie ein wichtiges Hobby ist, auf das Sie auf Dauer nicht verzichten möchten. Gönnen Sie sich auf jeden Fall diese eine Woche Skifahren, sonst werden Sie auf Dauer immer unzufriedener in der Partnerschaft. Ein getrennter Urlaub kann für sie beide viele neue Erfahrungen bringen. Sie können erleben, wie sie alleine in einer unbekannten Umgebung klarkommen und neue Ideen sammeln. Durch eine Trennung werden sie auch erkennen, welche Bedeutung der Partner in ihrem Leben einnimmt und ihn nach der Rückkehr wieder zu schätzen wissen.

Mein Mann hängt noch an seiner Ex-Frau.
Ich lebe seit 2 Jahren mit meinem Mann zusammen und wir sind seit einem Jahr verheiratet. Mein Mann spricht fast täglich von seiner Ex-Frau und besucht sie regelmäßig einmal die Woche - er sagt, es sei wegen der Kinder, und weil seine Frau so unselbständig sei? Wenn ich ihn bitte, nicht zu gehen, besucht er sie heimlich. Wird sich das jemals ändern?

Nach einer Trennung dauert es meist mehrere Jahre, bis die beiden Partner sich auch seelisch voneinander gelöst haben. Ihr Partner hat einen Konflikt. Er fühlt sich einerseits für die Kinder und seine Exfrau verantwortlich, andererseits möchte er Ihnen nicht weh tun. Je mehr Sie Druck auf Ihren Partner ausüben, um so schwieriger wird es für ihn. Machen Sie Ihrem Partner keine Vorwürfe. Zeigen Sie Verständnis, dass er seiner Ex-Frau noch behilflich ist, und suchen Sie gemeinsam nach Wegen, wie er Ihre Selbständigkeit fördern kann. Sprechen Sie mit ihm darüber, dass Sie gerne mehr Zeit mit ihm verbringen möchten. Vielleicht können Sie gemeinsam mit Ihrem Mann und seinen Kindern etwas unternehmen.

Ärger mit dem Ex-Mann
Seit zwei Jahren bin ich von meinem Mann geschieden. Leider lebe ich mit unseren beiden Kinder ganz in der Nähe meines Ex-Mannes. Er ruft fast täglich an und will die Kinder sehen. Die Kinder weigern sich aber, ihn zu besuchen. Soll ich die Kinder zwingen, zu ihm zu gehen?

Auf keinen Fall sollten Sie die Kinder zwingen, Ihren Ex-Mann zu besuchen. Ihr Ex-Mann meldet sich so häufig, weil er sich wahrscheinlich noch nicht mit der Trennung abgefunden hat. Prüfen Sie aber auch einmal bei sich nach, ob die Kinder nur deshalb nicht zu ihrem Vater wollen, weil sie innerlich spüren, dass es ihnen weh tun würde. Sie brauchen eine Absprache, nach der sich alle richten können. Sprechen Sie mit Ihrem Mann, dass die Kinder unter den Anrufen leiden. Vereinbaren Sie feste Zeiten, an denen die Kinder ihn sehen oder anrufen. So hat Ihr Ex-Mann die Sicherheit, dass er den Kontakt nicht verliert und die Kinder sind den Anrufen nicht hilflos ausgeliefert.

Warum muß der Sex immer von mir ausgehen?
Ich bin seit 6 Jahren verheiratet. Im Bett läuft bei uns nichts, wenn ich nicht die Initiative ergreife. Ist es denn nicht normal, auch mal verwöhnt werden zu wollen?

Ihr Wunsch ist ganz verständlich. Sie möchten auch mal das Gefühl haben, körperlich begehrt zu werden. Versuchen Sie über Gespräche mit Ihrer Frau herausfinden, warum der Sex immer nur von Ihnen ausgeht. Hat sie selbst weniger oder keine Lust? Ist sie es nur so von Ihnen gewöhnt? Erwartet sie, dass der Mann immer beginnt? Ist sie zu unsicher, eigene Wünsche zu äußern? Weiß sie einfach nicht, wie sie den Anfang machen soll? Wenn Ihre Frau Freude daran hat, mit Ihnen zu schlafen, dann beschreiben Sie ihr, auf welche Weise Sie gerne verwöhnt werden wollen. Es ist in einer Partnerschaft nie zu spät, Neues auszuprobieren. Machen Sie den Sex-Test und finden heraus, welcher Sex-Typ Sie als Frau sind und welche Männer Sie ansprechen oder abturnen.

Mein Mann und ich streiten uns vor den Kindern.
Mein Mann und ich haben einen vollkomen unterschiedlichen Erziehungsstil. Er ist für Strenge und Konsequenz, ich bemühe mich, die Kinder zu verstehen. Besonders am Esstisch geraten wir uns vor den Kindern in die Haare.

Suchen Sie nach einem Kompromiss. Unser Erziehungsstil richtet sich meist nach dem, was wir in der Kindheit selbst erlebt haben. Wurden wir sehr hart erzogen, geben wir es meist an die Kinder weiter. Kinder dürfen ruhig erleben, dass Eltern eine unterschiedliche Vorstellung davon haben, was richtig und falsch ist. Hilfreich ist jedoch, wenn die Eltern sich bei gemeinsamen Aktivitäten auf einen Kompromiss einigen. Besprechen Sie deshalb mit Ihrem Mann, wenn die Kinder nicht dabei sind, wie Sie sich seine Reaktion wünschen und wie er sich die Ihrige wünscht.

Ich habe meinen Mann bei der Selbstbefriedigung ertappt.
Ich bin seit 8 Jahren verheiratet und habe meinen Mann vor zwei Wochen dabei ertappt, wie er sich selbst befriedigte. Ich fühle mich erniedrigt und habe seitdem Ekel vor meinem Mann. Muss ich das als Ehefrau erdulden?

Ich kann verstehen, dass Sie sich zunächst einmal gedemütigt sehen. Ja, vielleicht denken Sie sogar, Sie würden Ihrem Mann sexuell nicht genügen. Sich selbst zu befriedigen, ist eine Fähigkeit, die wir alle von Natur aus mitbekommen haben. In unserer Gesellschaft wird sie Männern eher gestattet als Frauen. Doch viele glauben, dass Selbstbefriedigung in einer gut funktionierenden Ehe nicht vorkommen darf. Ich sehe das anders. Viele Männer und Frauen befriedigen sich selbst. Manche, wenn der Partner keine Lust oder weniger Lust hat, andere auch dann, wenn sie sich selbst mal in einer anderen Form spüren wollen. Jeder Mensch hat das Recht, sich selbst etwas Gutes zu tun. Wenn Sie es als falsch ansehen, dann ist das Ihre persönliche Meinung. Sie sollten diese jedoch nicht von anderen fordern. Sprechen Sie mit Ihrem Mann darüber, dass Sie sich schwer damit tun, sein Verhalten zu akzeptieren, weil es Ihnen fremd ist. Bitten Sie ihn darum, Sie beim Sex nicht auszuschließen, und sprechen Sie über Ihre Angst, ihm nicht zu genügen.

Mein Mann ist fremdgegangen.
Schon längere Zeit hatte ich den Verdacht, dass mein Mann eine Freundin hat. Immer wieder habe ich gebohrt, bis er es mir jetzt gestanden hat. Er sagt, dass er bereut und bei mir bleiben möchte, doch ich fühle nur noch Enttäuschung und Angst. Kann es jemals wieder so werden wie früher?

Wenn Ihr Partner aus Ihrer Partnerschaft ausbricht und fremdgeht, dann ist es ganz normal, dass Sie sich gekränkt und verzweifelt fühlen. Ihr Vertrauen in Ihren Mann wurde zerstört. Sie müssen sich jetzt beide viel Zeit lassen, um eine neue Basis zu finden. Ihr Mann hat sich für Sie entschieden. Doch können Sie beide jetzt nicht automatisch zur Tagesordnung übergehen. Sie müssen darüber sprechen, weshalb es so weit gekommen ist. Welche Wünsche haben Sie an den Partner, welchen Stellenwert nimmt die Partnerschaft ein? Sprechen Sie über Ihre Enttäuschung und Ihre Angst, dass er wieder fremdgehen könnte. Bemühen Sie sich aber darum, ihm nicht nur Vorwürfe zu machen. Lenken Sie ihren Blick darauf, was in Ihrer Partnerschaft anders werden könnte, damit dies nicht mehr passiert. Ein Verhältnis kann eine Partnerschaft neu beleben und sie beide wieder näherbringen.

Meine Frau ist anderen Menschen gegenüber so unsicher.
Ich habe eine liebevolle Frau und bin sehr glücklich mit ihr, wenn wir allein sind. Doch bei Einladungen bringt sie den Mund nicht auf und ich schäme mich für sie. Wie kann ich ihr helfen?

Zunächst einmal müssen Sie sich fragen, ob Sie ein Problem haben oder Ihre Frau. Wenn Ihre Frau sich in Gegenwart anderer wohlfühlt, auch ohne viel zu erzählen, dann müssen Sie lernen, Sie mit Ihrer stillen Art zu akzeptieren. Leidet Ihre Frau unter Ihrer Unsicherheit und möchte sie überwinden, dann sollten Sie sie fragen, wie Sie ihr dabei helfen können. Tragen Sie vielleicht selbst durch Ihr eigenes Verhalten etwas zu ihrer Schüchternheit bei? Wissen Sie vielleicht alles besser und lassen ihr keine Gelegenheit, das Wort zu ergreifen? Hinter der Gehemmtheit Ihrer Frau steht vermutlich ein geringes Selbstwertgefühl. Sie glaubt, unfähig und unattraktiv zu sein und hat Angst, von anderen abgelehnt zu werden. Um ihr zu helfen, können Sie ihr Mut machen und ihre positiven Seiten herausstreichen. Letztendlich liegt es jedoch an Ihrer Frau, ihre Angst zu überwinden

Meine Freundin will mich, aber ohne meine Kinder.
Ich bin geschieden, habe zwei Kinder, die bei meinen Ex-Frau leben, und seit 18 Monaten wieder eine Freundin. Alle 14 Tage verbringen meine Kinder das Wochenende bei mir. Dann weigert sich meine Freundin, zu mir zu kommen. Hat diese Beziehung überhaupt eine Zukunft?

Ihre Beziehung kann nur dann eine Zukunft haben, wenn Sie und Ihre Freundin mit dieser Art des Lebens einverstanden sind. Wie ich jedoch aus Ihrem Brief lese, wünschen Sie sich, dass Ihre Freundin die Zeit gemeinsam mit Ihren Kinden verbringt. Die Bereitschaft Ihrer Freundin können Sie jedoch nicht erzwingen. Sie können sie darum bitten und ihr erklären, weshalb die gemeinsame Freizeit für Sie wichtig ist. Das Zusammensein mit den Kindern bedeutet ja nicht, dass Sie die Freundin nicht lieben. Sie nehmen Ihre Vaterrolle ernst und übernehmen die Verantwortung für die Kinder. Zu Ihrem Leben gehören die Kinder mit dazu. Hat die Freundin dafür kein Verständnis, dann ist es nicht die Partnerin, die Sie brauchen.

Ich habe mich in der Kur in einen anderen Mann verliebt.
Ich war dieses Jahr zum ersten Mal in meinem Leben in einer Kur. Obwohl ich eine gute Ehe führe, habe ich mich dort in einen Mann verliebt. Dieser Mann ist verheiratet und will sich nicht von seiner Frau trennen. Jetzt bin ich wieder zuhause und weiß nicht, wie ich meinem Mann begegnen soll. Soll ich meinem Mann von meinem Abenteuer erzählen?

Akzeptieren Sie Ihre neue Erfahrung. Vielen Menschen geht es wie Ihnen, wenn sie zum 1. Mal von zuhause weg sind. Sie können sich bewegen, ohne dass der Partner sie einschränkt. Sie lernen Menschen kennen, die sie so nehmen, wie sie sind. Sie bemerken den Menschen, der genau das hat, was dem Partner fehlt, und verlieben sich in ihn. Sie fühlen sich wie neu zum Leben erweckt. Das ist eine positive Erfahrung für viele Menschen. Sie können dabei erkennen, was Ihnen möglicherweise in der Partnerschaft fehlt. Wenn Sie die Erfahrungen mit nach Hause nehmen und in die Partnerschaft einbringen, kann das belebend für die Partnerschaft sein. Es ist hierbei jedoch, solange man keine Trennung plant und immer nur an den Geliebten von der Kur denkt, nicht sinnvoll, dem Partner von den Erfahrungen zu erzählen.

Mein Mann ist arbeitssüchtig.
Ich habe mit meinem Mann eine eigene Firma aufgebaut, die jetzt gut läuft. Nun möchte ich auch etwas vom Leben haben, doch mein Mann kann nicht aufhören zu arbeiten.

Leben Sie Ihre Interessen aus. Ihr Mann und Sie haben gut harmoniert, als Sie das gemeinsame Ziel, den Aufbau einer Firma, anstrebten. Nun ist in Ihren Augen das Ziel erreicht und Sie möchten sich neue Ziele wählen, während Ihr Mann aus Angst vor dem möglichen Abstieg der Firma oder aus dem Wunsch nach noch weiterem Aufstieg seine Ziele beibehalten hat. Sie beide haben das Recht, Ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Verwirklichen Sie Ihre eigenen Interessen. Möglicherweise folgt Ihnen Ihr Mann, wenn er sieht, wie gut es Ihnen dabei geht.

Mein Mann ist geizig.
Ich bin jetzt 25 Jahre verheiratet und der Geiz meines Mannes wird immer schlimmer. Wir könnten uns das Leben so schön machen, doch er legt nur alles auf dem Sparbuch an.

Jeder sollte über sein Taschengeld frei verfügen können. Über den Umgang mit Geld gibt es in vielen Partnerschaften Konflikte. Wenn Sie berufstätig sind, sollten Sie sich ein eigenes Konto anlegen. Teilen Sie die anfallenden Kosten für Miete, Auto, etc. durch zwei, machen Sie noch eine Rücklage und dann sollte jeder von Ihnen über den Rest frei verfügen können, ohne Rechenschaft ablegen zu müssen. Wenn Sie nicht berufstätig sind, steht Ihnen ebenfalls ein frei verfügbares Taschengeld zu. Schließen Sie einen Kompromiss. Sie können Ihren Mann nicht bekehren, mehr Geld auszugeben, dürfen aber über Ihr eigenes Geld frei verfügen.

Ich habe seit 6 Monaten keine Lust mehr, mit meinem Mann zu schlafen.
Ich bin mit meinem Mann seit 5 Jahren verheiratet. Seit einem halben Jahr haben wir nicht mehr miteinander geschlafen, obwohl mein Mann gerne will. Irgendetwas kann doch mit mir nicht stimmen?

In den meisten Partnerschaften gibt es Phasen, in denen Geschlechtsverkehr nicht so häufig praktiziert wird. Äußere Lebensumstände wie etwa ein Trauerfall, Arbeitslosigkeit, Erkrankung eines Partners, Umzug, Antritt einer neuen Stelle, Geburt eines Kindes können Energie und Aufmerksamkeit auf sich lenken. Bei einem Partner können hormonelle Störungen, starker Alkohol- oder Medikamentenkonsum, eine chronische Erkrankung wie Diabetes die Lust hemmen. Daneben können seelische Probleme erzeugt durch Erwartungsangst, ein früherer sexueller Missbrauch, aber auch Konflikte in der Partnerschaft eine Rolle spielen. Klären Sie zunächst bei Ihrem Arzt ab, inwieweit körperliche Ursachen verantwortlich sind. Dann sollten Sie mit einem Therapeuten nach seelischen Ursachen suchen.

Ich habe mich in den Mann meiner Freundin verliebt.
Mein Mann und ich verbringen seit Jahren viel Freizeit mit meiner Freundin und deren Mann. Seit einem halben Jahr bemerke ich, dass ich mich von dem Mann meiner Freundin angezogen fühle und am liebsten mit ihm alleine wäre. Ich sehne mich nach Zärtlichkeit von ihm, obwohl ich weiß, dass ich das nicht darf. Ich habe bisher mit niemanden darüber gesprochen. Wie komme ich wieder von ihm los?

Sie haben sich in eine schwierige Situation hineinmanövriert. Die Freundin vertraut Ihnen und hat eine intakte Ehe. Sie haben gemeinsam schöne Stunden erlebt. Sie sollten die Freundschaft nicht zerstören, indem Sie sich in unerfüllbare Phantasien flüchten. Häufig sieht man an anderen Männern nur das, was am eigenen Partner fehlt. Man übersieht dabei, was der eigene Partner an positiven Eigenschaften anzubieten hat. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder auf Ihre Partnerschaft. Was gefällt Ihnen, was fehlt Ihnen? Sprechen Sie mit Ihrem Mann über Ihre Wünsche. Genießen Sie die gemeinsame Zeit mit dem anderen Paar, aber unterbrechen Sie Phantasien, die den Mann Ihrer Freundin und Sie alleine betreffen.

Ich komme von meinem Mann nicht los.
Mein Mann hat mich vor einem Jahr wegen einer anderen Frau verlassen. Mit ihr erlebt er alles, was wir uns gemeinsam vorgenommen haben. Ich grüble Tag und Nacht darüber nach, warum er mich verlassen hat.

Sie befinden sich in der Trennungskrise, die bis zu vier Jahren dauern kann. Sie fühlen sich enttäuscht und verbittert, weil Sie mit Ihrem Mann Ihr gemeinsames Lebensziel verloren haben. Das Grübeln über das "Warum" der Trennung bringt Sie nicht weiter. Nahezu immer sind beide Partner beteiligt, wenn es zu einer Trennung kommt. Selbst wenn Sie die Gründe Ihres Mannes wüssten, könnten Sie diese im Augenblick nicht verstehen. Lernen Sie, zu akzeptieren, dass Ihr Mann sich von Ihnen getrennt hat, weil seine und Ihre Vorstellungen von Partnerschaft nicht mehr zusammengepasst haben. Schreiben Sie Ihre Wut und Enttäuschung in ein Tagebuch oder sprechen Sie mit einer Freundin darüber. Planen Sie Aktivitäten, insbesondere für das Wochenende.

Bin ich sexuell abnormal oder ist mein Mann sexsüchtig?
Wir sind seit zwei Jahren verheiratet. Mein Mann möchte am liebsten jeden Tag mit mir schlafen, während es mir einmal im Monat genügt. Manchmal zwinge ich mich dazu, aber es fällt mir immer schwerer.

Sie sind nicht abnormal. Solange Sie es genießen können, körperliche Nähe und sexuellen Kontakt zu haben, ist alles in Ordnung. Wie häufig Sie Lust haben, mit dem Partner zu schlafen, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig: ob Sie unter Stress stehen, sich über den Partner geärgert haben, wie Ihr Hormonspiegel aussieht. Sexuelle Bedürfnisse können Sie nicht erzwingen. Deshalb möchte ich Ihnen dringend abraten, sich zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie nur noch Ekel und Abwehr verspüren. Sprechen Sie mit Ihrem Mann darüber, dass Sie einfach weniger Bedürfnisse haben, ihn aber damit nicht strafen wollen. Druck von ihm bewirkt, dass Sie sich immer mehr zurückziehen Kuscheln Sie mit Ihrem Mann und zeigen Sie ihm, dass dies auch schön sein kann. Wenn Sie möchten, können Sie ihm anbieten, ihn mit Händen oder Mund zu befriedigen.

Mein Mann nörgelt nur noch an mir herum.
Unsere Ehe wird immer schlechter. Wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kommt, nörgelt er in einem fort an mir herum. Nichts kann ich ihm recht machen. Ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen, doch manchmal reißt mir dann der Geduldsfaden und ich schreie ihn an.

Ich verstehe gut, dass Sie sich ärgern und gekränkt fühlen, wenn Ihr Mann Sie immer nur kritisiert. Wenn Sie die Wut erst einmal eine Weile in sich hineinfressen, dann muss irgendwann eine Explosion kommen. Sie müssen dringend mit Ihrem Mann sprechen. Nehmen Sie sich einen Zeitpunkt, an dem Sie ruhig sind, und teilen Sie ihm mit, dass Sie sich ungeliebt fühlen und auch einmal hören wollen, was ihm an Ihnen gefällt. Sprechen Sie über die Wünsche, die jeder von ihnen beiden hat, und suchen Sie nach einem Kompromiss. Suchen Sie auch zu ergründen, ob Ihr Mann sich im Geschäft überfordert fühlt oder mit seinem Leben generell unzufrieden ist, sodass sein Nörgeln gar nichts mit Ihnen zu tun hat.

Ich kann meiner Frau nicht verzeihen.
Vor einem halben Jahr habe ich herausgefunden, dass meine Frau fremdgeht. Ich habe sie zur Rede gestellt und sie hat sich von ihrem Geliebten getrennt. Ich kann nicht vergessen, was sie mir angetan hat. Sie droht zu gehen, wenn ich die Vergangenheit nicht ruhen lasse.

Sie fühlen sich verletzt, weil Ihre Frau eine Beziehung mit einem anderen Mann eingegangen ist. Das ist verständlich. Doch Ihre Frau ist zu Ihnen zurückgekommen, weil ihr etwas an Ihnen und der Partnerschaft liegt. Wenn Sie ihr ihr Fremdgehen nun immer wieder vorwerfen, dann bringen Sie sie in eine ausweglose Situation. Sie ist zurückgekommen und kann die Vergangenheit nicht mehr ungeschehen machen. Nutzen Sie die Chance, mit ihr zusammen ihre Partnerschaft zu analysieren und zu überlegen, was in der Vergangenheit unbefriedigend war und was ihr für die Zukunft verändern könnt. Basis für eine weitere gemeinsame Partnerschaft ist jedoch, dass Sie ihr verzeihen können.
Buch-Tipp: Ab heute kränkt mich niemand mehr

Mein Mann schaut sich Sexfilme an.
Ich habe meinen Mann dabei ertappt, wie er sich heimlich im Fernsehen erotische Filme anschaute. Bin ich ihm nicht genug?

Menschen sind sehr unterschiedlich in der Art und Weise, wie sie sexuell erregt werden. Während die einen, insbesondere Frauen, Lust entwickeln, wenn sie einen romantischen Film anschauen, empfinden andere den Anblick von Nacktbildern und Filmen lustvoll. Das Ansehen erotischer Filme kann keinen Menschen ersetzen und deshalb brauchen Sie sich auch nicht verletzt zu fühlen. Ihr Mann kann sich wohlfühlen, mit Ihnen zu schlafen, und auch Gefallen an erotischen Filmen finden. Sprechen Sie mit ihm über Ihre Ängste, ihm nicht zu genügen, aber akzeptieren Sie auch, wenn er weiterhin erotische Filme anschaut.

Mein Mann hilft mir nicht im Haushalt.
Seit meine beiden Kinder ins Gymnasium gehen, bin ich wieder halbtags berufstätig. Es bleibt zuhause alles liegen, sodaß ich meine Nachmittage und Wochenenden damit verbringen muß, den Haushalt auf Vordermann zu bringen. Wäre es nicht auch Aufgabe meines Mannes, mir dabei zu helfen?

Für Sie und Ihre Familie bedeutet Ihre Berufsrückkehr einen großen Einschnitt. Ihre Familie war es bisher gewöhnt, dass Sie sie umsorgten. Nun müssen sie alle vier zusammen neue Regeln der Alltagsorganisation erarbeiten. Überlegen Sie sich, welche Pflichten jeder einzelne übernehmen könnte. Dann berufen Sie eine "Familiensitzung" ein, in der Sie alle Tätigkeiten aufführen, die die einzelnen Familienmitglieder übernehmen sollen. Vielleicht gelingt es Ihnen sogar, dass jeder sich freiwillig bereiterklärt. Wenn nicht, verteilen Sie die Aufgaben und geben genau den Zeitpunkt und die Häufigkeit an, mit der sie erledigt werden sollen. Erstellen Sie einen Plan, den Sie für alle gut sichtbar aufhängen. Kündigen Sie an, dass Sie Ihre Pflichten auch nicht übernehmen werden, wenn der Plan nicht funktioniert. Wichtig ist, dass Sie konsequent bleiben. Ihre Familie muss die Aufgaben nicht begeistert ausführen - es genügt, wenn sie diese murrend tut. Sollte Ihre Familie nicht mitmachen, können Sie sich überlegen, ob Sie eine Putzfrau engagieren.

Meine Freundin hat Selbstmordgedanken.
Schon mehrmals drohte meine Freundin während eines Streits, sich umzubringen, wenn ich sie verlasse. Ich fühle mich erpreßt, könnte aber mit den Schuldgefühlen nicht leben, wenn sie es wirklich tun würde. Was soll ich tun?

Im Streit sagt man häufig Dinge, die man nicht so meint. Sie sollten dennoch die Selbstmorddrohung Ihrer Freundin ernst nehmen. Hinter diesen Äußerungen steht ein geringes Selbstvertrauen. Ihre Freundin fühlt sich hilflos und klammert sich an Sie. Wenn Sie aus Mitleid oder Angst bei Ihrer Freundin bleiben, ist das keine gute Basis für eine Partnerschaft. Ihre Freundin muss lernen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Bitten Sie Ihre Freundin, sich in therapeutische Behandlung zu begeben, oder gehen Sie mit ihr zusammen zu einer Eheberatungsstelle.

Trennung nach 27 Jahren
Meine Frau hat nach 27 Jahren Partnerschaft erkannt, dass sie lesbisch ist. Sie sieht für uns daher keine Möglichkeit mehr, so eng wie ein Ehepaar zu leben. Sie will zunächst jedoch darauf verzichten, aus unserem gemeinsamen Haus auszuziehen, sondern stellt sich vor, wir könnten in einer WG zusammen bleiben, mit getrennten Zimmern. Wenn ich das nicht völlig falsch sehe, bin ich der absolute Verlierer in der ganzen Sache. Meine Frau hat eine Freundin und ist mit ihr glücklich - auch wenn sie immer wieder betont, wie unendlich leid ihr das tut. Doch was bleibt für mich übrig?

Ich kann gut verstehen, dass Sie im Augenblick verzweifelt und völlig verwirrt sind. Das Fundament, auf das Sie jahrzehntelang gebaut haben, und Ihre gemeinsamen Ziele mit Ihrer Frau sind zerstört. Ihre Frau hat ihre Bisexualität entdeckt und wahrscheinlich auch lange Zeit mit sich gerungen, bis sie dies zulassen und Ihnen gestehen konnte. Für sie und vielleicht auch für die Kinder wäre es sicher gut, wenn sie im gewohnten Umfeld bleiben könnte. Ob Sie dies aushalten können und wollen, das können nur Sie beantworten. Ob Sie die Situation auf Dauer so haben möchten und dort mit einer neuen Partnerin leben möchten, darüber sollten Sie sich im Augenblick noch keine Gedanken machen. Sie sollten nur überlegen, wie Sie sich schützen können. Gäbe es z.B. die Möglichkeit, dass Ihre Frau und die Freundin in die Wohnung der Eltern ziehen und diese ausziehen? Sie haben schon das Recht und die Pflicht zu sagen, wie weit Sie die Situation ertragen wollen. Die Hilfe eines Psychotherapeuten kann dabei eine Unterstützung sein, wieder in ein Gleichgewicht zu kommen.
Buch-Tipp: Wenn der Partner geht


Leserfragen zu Partnerschaftsproblemen 3 - Leserfragen zu Partnerschaftsproblemen 2

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© 2005-2016 Dr. Doris Wolf - Probleme in der Partnerschaft - Teil 1
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