Mein Partner gibt unser ganzes Geld für sein Hobby aus.

Jeden verfügbaren Euro und leider noch mehr ? steckt mein Mann in sein Hobby. Das Geld fehlt uns dann an allen Ecken und Enden.

Mein Partner gibt unser ganzes Geld für sein Hobby aus.
© PAL Verlag

Angelika schildert folgendes Problem:

Jeden verfügbaren Euro - und leider noch mehr - steckt mein Mann in sein Hobby. Das Geld fehlt uns dann an allen Ecken und Enden. Aber Holger ist da keinerlei Vernunftgründen zugänglich.

Mit dem, was er schon für seine Sammelleidenschaft ausgegeben hat, hätten wir manche schöne Reise machen können. Oder ein ordentliches Auto kaufen. Oder eine neue Küche mit allen Schikanen. Aber er schafft sich ja lieber diese Sammlerautos an und stellt sie in Regale und Vitrinen.

Jedes Wochenende reist er quer durch die Republik zu Modellbörsen und gibt ein Vermögen für irgendwelche seltenen Stücke aus. Unser Wohnzimmer sieht schon aus wie ein Automuseum im Miniaturformat. Holger meint, weil er das Geld verdient, darf er damit auch machen, was er will. Wie der Rest der Familie damit klar kommt, interessiert ihn nicht.

Meine Arbeit als Hausfrau und Mutter scheint ihm keinen Cent wert zu sein. Mit seiner Sammelei ruiniert er unsere Familie - und das nicht nur finanziell.

Holger, ihr Mann, sagt dazu:

Wer so viel Stress im Beruf hat wie ich, braucht einfach einen Ausgleich. Das wird jeder Psychologe bestätigen. Ich habe als Kind schon am liebsten mit Modellautos gespielt. Heute ermöglichen mir die Sammlermodelle, für ein paar Stunden in meine eigene Welt abzutauchen.

Ich liebe es, auf Tauschbörsen zu fachsimpeln und Jagd auf besonders schöne Stücke zu machen. Klar, das kostet schon ein paar Euro. Aber ich bringe das Geld ja auch nach Hause. Da werde ich doch wohl auch etwas für mich ausgeben können, oder? Andere Männer vertrinken das Geld – bei mir ist es immer noch da: Die Autos haben ja alle einen hohen Wert unter Sammlern.

Dr. Doris Wolf antwortet:

Sie und Ihr Mann haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was jeder zum Familienleben beitragen sollte. Ihr Mann sieht seinen Beitrag lediglich darin, die Familie finanziell zu unterstützen. Sein Hobby betrachtet er als gerechte Entlohnung für seinen Einsatz. Es gibt ihm mehr Befriedigung als gemeinsame Aktivitäten mit der Familie.

Für sie beide ist es nötig, neu darüber zu verhandeln, was sie bereit sind zu geben und worauf sie verzichten möchten. Keiner von ihnen muss sich verändern, aber wenn sie friedlich und den größten Teil der Zeit glücklich zusammenleben wollen, sind Schritte auf einander zu von beiden Seiten notwendig.

Was Sie tun können

  1. Besprechen Sie ganz konkret mit Ihrem Mann, was Sie sich wünschen und was Sie vermissen. Achten Sie dabei daraus, dass Sie ihm keine Vorwürfe machen, sondern nur von sich sprechen.
  2. Machen Sie zusammen mit Ihrem Mann einen Kassensturz. Welcher Anteil seines Gehalts ist für den Lebensunterhalt notwendig? Welchen Anteil wollen Sie ansparen? Fordern Sie einen fairen Anteil, den Ihr Mann und Sie zur freien Verfügung haben.
  3. Erstellen Sie mit Ihrem Mann zusammen eine Prioritätenliste, welche Anschaffungen im Haushalt notwendig sind. Malen Sie sich mit ihm zusammen aus, welche Vorteile er davon haben wird.
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"Gerd ist ein sehr liebenswerter freundlicher Ehemann und Vater. Nur manchmal wünsche ich mir ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Er findet auch nie das passende Wort für ein kleines Kompliment zwischendurch." Dr. Doris Wolf antwortet auf diesen Leserbrief.

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