Slow Sex hilft, den Leistungsdruck im Bett zu überwinden und die Langsamkeit als Schlüssel für ein erfülltes Liebesleben zu entdecken. Dieser Beziehungs-ABC-Beitrag zeigt, wie das funktioniert und gibt hilfreiche Tipps.
Lust – auf was oder wen auch immer – ist eine der intensivsten und angenehmsten Emotionen, die dein Körper und dein Gehirn empfinden können. Lust zu befriedigen hat viel mit Genuss zu tun und führt im besten Fall dazu, dass du den Moment voll und ganz auskostest und ganz bei dir bist. Was du dabei nicht vergessen darfst, ist, dass der Kopf und deine Gedanken eine sehr wichtige Rolle spielen. Was du denkst und wie du dich in einer Situation fühlst, trägt entscheidend dazu bei, ob du Lust empfindest oder eben nicht.
Dein Gehirn ist dein wichtigstes Sexualorgan. Die Lust entsteht zuerst im Kopf durch deine Gedanken und Fantasien und erst dann überträgt sie sich auf den Körper. Um in Stimmung zu kommen, muss also vor allem deine mentale Bereitschaft dazu gegeben sein. Alltagsstress, Beziehungsprobleme oder die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper können schnell zum Hindernis werden und sich sogar zu Lust-Blockaden entwickeln. Wenn du das Gefühl hast, weniger Lust als üblich zu verspüren, dann setze dich mit möglichen Störfaktoren auseinander. Hast du Stress in der Arbeit, ist dein Kopf zu voll mit To-do-Listen, kannst du dich entspannen, fühlst du dich wohl in deiner Haut?
"Höher, schneller, weiter" – Leistungsdruck ist beim Sex immer hinderlich. Eine interessante Möglichkeit, dem eigenen Liebesleben ohne Druck auf die Sprünge zu helfen, ist der sogenannte Slow Sex, bei dem es viel mehr um bewussten Genuss als um den Orgasmus geht.
Für Slow Sex braucht es Zeit und die richtige Einstellung. Ziel ist es, deine Partnerin oder deinen Partner auch auf emotionaler Ebene möglichst intensiv zu spüren und ihr oder ihm nahezukommen. Es ist wichtig, im Vorfeld alle möglichen Störungen zu vermeiden, also: Handy aus, keine Termine, keinen Besuch erwarten. Angenehmes Licht, leise Musik und eine Raumtemperatur, bei der du dich wohlfühlst, helfen dabei, in Stimmung zu kommen.
Slow Sex kann gut und gerne mehrere Stunden lang dauern, dabei solltest du versuchen, gewohnte Berührungen oder Abläufe mit deiner Partnerin oder deinem Partner zu vermeiden, und ungehemmt Neues ausprobieren. Es geht allerdings nicht darum, möglichst ausgefallene Sexualpraktiken zu testen, sondern darum, die Intimität zu erhöhen. Der Akt an sich ist weniger wichtig als das Gefühl der Nähe und Geborgenheit, das dabei entsteht. Je öfter du Slow Sex in deine Beziehung integrierst, desto näher wirst du deiner Partnerin oder deinem Partner kommen und desto intensiver wird sich die Lust jedes Mal einstellen.
Wenn ihr euch beide darauf einlasst, ist Slow Sex ist eine wunderbare Möglichkeit, euch auch auf gedanklicher Ebene nahezukommen und Lust zu einem festen Bestandteil eurer Beziehung zu machen. Er stärkt nicht nur die Liebe zur Partnerin oder zum Partner, sondern auch die Liebe zu dir selbst. Folgende 5 Tipps helfen dir dabei:
Sprich mit deiner Partnerin oder deinem Partner offen über deine Gefühle, sobald du merkst, dass deine Lust nachlässt oder sogar verschwunden ist. Wenn du die Gründe für deine Unlust kennst, sucht gemeinsam nach einer Lösung. Wenn du dir nicht sicher bist, dann überlegt zusammen, was deine Lust blockiert.
Macht euch einen romantischen Abend oder einen Vormittag im Bett, plant ein Zeitfenster, das nur euch beiden gehört. Die Vorfreude auf diese Zeit gehört bereits zum Lust-Experiment dazu.
Verzichtet auf eingespielte Routinen, versucht eure Körper neu zu entdecken. Berührt euch, küsst euch, streichelt euch, betrachtet euch wie das Wunder, das ihr seid. Sprecht über Dinge, die euch an der oder dem anderen gefallen, was ihr liebt, was ihr besonders findet. Genießt dabei die Ruhe und die Entschleunigung, seid einfach in diesem Moment bei euch.
Kostet den sexuellen Akt so lange wie möglich aus, vermeidet schnelle Bewegungen, lasst euch beide fallen in die Langsamkeit. Der Orgasmus ist nicht das Ziel. Das Ziel ist es, euch zu spüren.
Bedankt euch am Ende beieinander, lasst die andere Person wissen, was euch dieser Moment bedeutet. Das tut euch beiden gut und stärkt eure Beziehung.
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