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Wechseljahre der Frau & Partnerschaft

Frau hat Hitzewallungen

Autorin: Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Viele Partnerschaften halten nicht so lange, dass die Partnerin gemeinsam mit dem Partner die Wechseljahre erreichen würde.

Doch wenn Frau in die Wechseljahre kommt, dann kann dies Auswirkungen auf die Partnerschaft haben, ebenso wie die Wechseljahre des Mannes nicht ohne Folgen für die Partnerschaft bleiben.

Wie wirken sich Wechseljahre auf die Partnerschaft aus?

Die Partnerschaft ist ein komplexes Zusammenspiel von zwei Menschen. Kommt einer in die Krise oder verändert sich, so betrifft dies auch den anderen Partner.

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Wechseljahre aus der Sicht des Mannes

Wie Männer generell auf die Wechseljahre reagieren, hängt von vielen Faktoren ab - beispielsweise davon,

Manche Männer verbinden die Wechseljahre der Partnerin mit Schreckensbildern und Ängsten:

Überspitzt ausgedrückt können die Wechseljahre der Frau in der Fantasie der Männer das Ende einer unbeschwerten Partnerschaft bedeuten.

Mit einer solch negativen Einstellung besteht die Gefahr, dass die Liebe abstirbt und diese Männer sich dann einer neuen, jüngeren Partnerin zuwenden.

Andere Männer wollen sich überhaupt nicht mit dem Thema Wechseljahre und den Veränderungen befassen.

Am besten soll alles so weiterlaufen wie bisher. Das Thema Wechseljahre behandeln sie wie eine Krankheit, mit der man nichts zu tun haben will.

Mit einer solchen Einstellung kann es zu Konflikten mit der Partnerin kommen, - nämlich dann, wenn die Partnerin sich ihm gegenüber anders verhält als früher.

So könnte es z.B. sein, dass sie keine Lust auf Körperkontakt oder Sex mehr hat oder ihm gegenüber launisch und gereizt ist. Sie könnte depressive Symptome zeigen, ständig müde sein oder weinen.

Sie könnte aber auch die gesamte Partnerschaft infrage stellen, weil sie Bilanz zieht und erkennt, dass sie bisher ihre Bedürfnisse immer zurückgestellt hat und ihr Leben endlich ist.

Wechseljahre aus der Sicht der Frau

Die Wechseljahre signalisieren für die Frau Veränderungen, die sich körperlich und seelisch bemerkbar machen.

Einerseits muss sie selbst mit den Wechseljahresbeschwerden klarkommen. Andererseits haben diese Auswirkungen auf die Partnerschaft.

Wie Frauen generell auf die Wechseljahre reagieren, hängt ebenfalls von vielen Faktoren ab - beispielsweise davon,

Untersuchungen zeigen, dass die Frauen, die eine sehr negative Einstellung gegenüber den Wechseljahren haben, sich auch schwerer mit ihnen tun. Sie erleben stärkere Beschwerden und leiden stärker unter ihnen.

Für Frauen stellt die Phase der Wechseljahre einen großen Umbruch da. Meist sind zu diesem Zeitpunkt die Kinder aus dem Haus und sie sind wieder mit ihrem Partner alleine.

Es ist die Zeit, in der sie im Leben Bilanz ziehen und sich möglicherweise noch einmal grundsätzlich umorientieren. Es ist auch die Zeit, in der sie sich verwundbarer, empfindlicher und nicht so belastbar erleben.

Video: Beschwerden, Symptome der Wechseljahre

Wie sich die körperlichen und seelischen Beschwerden der Wechseljahre auf die Partnerschaft auswirken

Frauen leiden unter Ängsten und Depressionen.

Für sie selbst ist es vielleicht eine vollkommen neue Erfahrung, den Alltagspflichten nicht mehr im vollen Umfang nachkommen zu können. Sie fühlen sich erschöpft, grundlos traurig oder hilflos ihren Ängsten gegenüber.

Der Partner fühlt sich durch ihre Gefühlsschwankungen und Unsicherheit in seinem Wohlbefinden gestört, verunsichert oder hilflos, weil er seine Partnerin so nicht kennt.

Frauen fühlen sich erschöpft und überfordert.

Deshalb beginnen sie, auszusortieren, Verpflichtungen abzulegen oder an andere zu delegieren. Sie beginnen, Grenzen zu setzen.

So muss der Partner mehr Aufgaben übernehmen bzw. mit weniger „Service“ zufrieden sein. Er erlebt die Partnerin gereizt und bisweilen auch aggressiv.

Frauen verspüren keine sexuelle Lust mehr.

Sie meiden körperliche Nähe und wollen keinen Geschlechtsverkehr. Wenn sie sich auf Sex einlassen, ist er schmerzhaft.

Der Partner fühlt sich verletzt und zu kurz kommend.

Frauen verspüren Minderwertigkeitsgefühle.

Sie erleben die Veränderungen in ihrem Körper, fühlen sich unattraktiv. Die Folge kann sein, dass sie Körpernähe meiden und sich sexuell verweigern. Sie haben Angst, der Partner findet jüngere Frauen attraktiver oder geht fremd.

Der Partner fühlt sich zurückgestoßen und in Frage gestellt.

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von Dr. Doris Wolf

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Frauen stellen ihre Partnerschaft auf den Prüfstand.

Nachdem die Kinder aus dem Haus sind, spüren sie vielleicht, wie sehr sie sich von ihrem Partner entfernt haben und wie wenig ihrer Bedürfnisse erfüllt werden. Nun stellen sie sich die Frage, ob die Beziehung für sie (wieder) befriedigend werden kann oder sie sich besser trennen sollten.

Der Partner ist verunsichert, weil er mit der Partnerschaft ganz zufrieden ist und nichts geahnt hat von den unerfüllten Bedürfnissen seiner Partnerin.

Frauen stellen sich die Sinnfrage.

Ihre körperlichen und seelischen Veränderungen weisen sie auf ihre Endlichkeit hin. Sie überlegen sich konkret, was sie im Leben bisher erlebt und was sie noch verwirklichen möchten.

Manche Frauen wollen aus der Berufstätigkeit oder sich ihren beruflichen Traum endlich verwirklichen. Andere wollen endlich reisen, ehrenamtlich arbeiten oder ein bestimmtes Hobby beginnen.

Der Partner spürt, dass seine Partnerin sich von ihm entfernt und ihre Ziele möglicherweise nicht mit den seinigen harmonieren.

Was Frau tun kann, um als Paar besser durch die Wechseljahre zu kommen

Klären Sie Ihren Partner über die Wechseljahre auf:

Welche Beschwerden können auftreten? Welche körperlichen und seelischen Symptome können die Wechseljahre begleiten?

Machen Sie deutlich, dass Wechseljahre keine Krankheit sind sondern ein Umstellungsprozess des Körpers.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre körperlichen und seelischen Veränderungen.

Sie brauchen dabei nicht jeden Tag Bericht erstatten. Es genügt, darüber zu berichten, was die Partnerschaft betrifft bzw. worunter Sie sehr leiden.

Teilen Sie Ihrem Partner mit, welche Reaktion auf Ihre Beschwerden Sie sich von ihm wünschen bzw. welche Reaktionen er unterlassen soll.

(z.B. er soll sich nicht lustig über Ihre Hitzewallungen machen).

Bitten Sie Ihren Partner gezielt um Unterstützung.

Nur Sie spüren, was Ihnen jetzt zu viel ist und wo Sie sich überfordert fühlen.

Teilen Sie die Rollen und Pflichten neu auf, wenn Ihre Kinder ausgezogen sind.

Ziehen Sie mit Ihrem Partner gemeinsam Lebensbilanz.

Nehmen Sie ihn mit ins Boot. Stellen sie sich beide die Fragen:

Was Mann tun kann, um als Paar besser durch die Wechseljahre zu kommen

Informieren Sie sich über die Wechseljahre:

Was bedeuten die Wechseljahre für die Frau und mit welchen körperlichen und seelischen Beschwerden gehen sie einher?

Fragen Sie Ihre Partnerin, wie Sie sie unterstützen können.

Wie sollen Sie auf ihre Beschwerden reagieren, was sollen Sie unterlassen?

Sehen Sie diese Zeit als eine Chance, in der sich für Sie und Ihre Partnerin nochmals neue Möglichkeiten eröffnen können.

Bleiben Sie im Gespräch. Sie können sich neue Ziele wählen und die Rollen neu verteilen.

Seien Sie Ihrer Partnerin gegenüber tolerant.

Wenn Sie gereizt oder empfindlich ist, dann hat das möglicherweise gar nichts mit Ihnen zu tun.

Machen Sie ab und zu Komplimente.

Bestärken Sie Ihre Partnerin darin, dass sie für Sie attraktiv ist.

Ermutigen Sie Ihre Partnerin, mehr nach ihren Bedürfnissen zu leben.

Es könnte zwar sein, dass Sie dann mehr Aufgaben übernehmen müssen, aber Sie haben dennoch etwas davon: Ihre Partnerin ist zufriedener und ausgeglichener und vielleicht entdecken Sie sogar, dass Ihnen die neue Aufgabe Spaß macht.

Akzeptieren Sie für den Augenblick, wenn Ihre Partnerin keine Lust auf Sex hat.

Versuchen Sie in Gesprächen herauszufinden, woran es liegen könnte. Beispielsweise: Ist sie unglücklich mit Ihrem Äußeren? Ist die Scheide zu trocken (dann könnte ein Gleitgel helfen)? Befürchtet sie Hitzewallungen? Ist sie zu erschöpft? Ist sie generell unzufrieden über die Art, wie sie beide Sex praktizieren?

Ziehen Sie mit Ihrer Partnerin gemeinsam Lebensbilanz.

Stellen sie sich beide die Fragen:

Die Wechseljahre der Frau sind ebenso wie die Erziehungsjahre eines Kindes eine Herausforderung für die Partnerschaft.

Beide Partner müssen in den Wechseljahren von vielen Dingen Abschied nehmen, aber es bieten sich auch neue Chancen und Freiheiten.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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Wie wirken sich die Wechseljahre auf Ihre Beziehung aus?

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  1. Leserkommentar Holger Dämmig 20.11.2016

    Hallo. Meine Partnerin hat sich von mir getrennt. Eigentlich ziemlich plötzlich. Die ist 42 und ich vermute das bei ihr die Wechseljahre beginnen. Denn genau so wie Sie es beschreiben hat sie unsere Beziehung hinterfragt und ist zum Schluß gekommen diese zu beenden. Sie möchte reisen, neue Hobbys. Ich bin total am Ende. Ich liebe doch meine Partnerin.

  2. Leserkommentar Beate 06.08.2015

    Hallo Kevin,den Freiraum lassen, den sie will, funktioniert nur wenn ihr euch noch liebt. Wenn sie sich ernsthaft trennen will, tust Du ihr einen Gefallen und sollte sie noch ein wenig zweifeln, könnte es für sie bedeuten, das es dir egal ist, was sie tut, schwierige situation, ich als Frau kann Dir nur raten, sprich aus was Du fühlst, denn Freiraum geben kann missverstanden werden.

  3. Leserkommentar Kevin 05.08.2015

    Hallo ich schreibe zum ersten Mal hier. ich bin 48 Jahre alt und davon 26 Jahre Verheiratet. Meine Frau ist 50 Jahre alt. Wir haben 3 Kinder davon 2 Jungs und 1 Mädchen. Sie sind alle über 18 Jahre Alt. Mein Problem ist, dass wir seit ca. 1 Jahr uns mit dem Thema Trennen beschäftigen. Nun scheint es so weit zu sein, weil ich vor 4 Wochen aus einer kurzen streit heraus sagte es ist wohl besser wenn wir uns trennen und Sie ging gleich drauf ein, ob Sie nur gewartet hätte. Man muss als Info noch dazu sagen, dass ich die Letzten 5 Jahre einen Bistro hatte (seit ende Mai 2015 habe es nicht mehr, weil ich es Ihr versprochen Hatte)und wir uns in der Zeit (weil ich abends immer im Bistro Tätig war) auseinander gelebt. Ihre begründung ist, wir passen nicht mehr zusammen. Wenn ich hinterfrage warum passen wir nicht mehr zusammen, kann Sie mir nicht Erklären. Sie sagt nur "Sie kann mit mir nicht mehr zusammen leben". Mit so eine aussage kann ich nicht viel anfangen. Wir waren im Mai mit noch 2 Paaren zusammen im Urlaub und alles war in Ordnung. Was könnte wirklich dahinter stecken, dass Sie unbedingt sich trennen will. Noch eins, Sie macht sowieso was Sie will, ich lass ihr den Freiraum ohne irgendein Kommentar. Freue mich auf Ihre Antworten.

  4. Leserkommentar sportygirl 13.05.2015

    Liebe Gabriele! Mach dein Ding! Du wirst doch als reife Frau wissen was dir gut tut oder nicht? Ich habe mich scheiden lassen nach 29 Jahren, hatte keine Lust mehr mit einer Wand zu reden.Befinde mich mittendrin in den Wechseljahren mit 55 und habe keinen Ärger mehr in meinem Leben. Die letzten fünf Jahre meiner Ehe hätte ich mir schenken können. Mir wäre es echt zu blöd mich mit einem bornierten Mann abzugeben.

  5. Leserkommentar Gabriele Heuer 26.11.2014

    Irmgard deutet etwas an, was mich ebenfalls beschäftigt als Frau in den Wechseljahren. Die erhöhte Empfindlichkeit in einigen Momenten wird vom Partner mit autoritärem Verhalten beantwortet: Er wird laut, schimpft, beginnt für mich Entscheidungen zu treffen weil ich bei Entscheidungen zögere. Kurzum, er nutzt die vielfältigen Situationen, in denen ich unsicher bin, um sich hierarchisch über mich zu stellen, obwohl ich die Brotverdienerin bin. Mir scheint die Entwicklung autoritärer Strukturen in der Partnerbeziehung ist ein Tabuthema, wovon Männer ja erstmal profitieren, indem sie das Sagen bekommen. Fakt ist, wenn ich so herum schaue, dass sehr viele Frauen über 60 'unter der Fuchtel' ihrer Männer stehen und ich mich frage, wie das soweit kommen konnte. Ich will auf keinen Fall so erbärmlich enden, fühle aber auf dem besten Weg dahin zu sein. Machen andere Leserinnen ähnliche Erfahrungen und wie kann Frau dem Schicksal als 'Untertänin' ihres eigenen Partners entrinnen? Freue mich auf Antworten.

  6. Seite:

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