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Autorin: Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin
Verteidigung bedeutet, dass wir uns gegen einen Angriff verteidigen bzw. rechtfertigen. Wir glauben, nur durch eine Verteidigung unseren Selbstwert erhalten und gegenüber unserem Partner bestehen zu können.
Dazu gehörige Formulierungen sind z.B.: „Ja, aber ....“, „Nein, das stimmt überhaupt nicht. Wie kannst du nur so etwas sagen, du tust doch selbst ....“ Manchmal nutzen wir dabei Übertreibungen wie „nie“ und „immer“ und Unterstellungen.
Nun gibt es bei der Verteidigung mehrere Probleme. Zum einen ist nicht alles ein Angriff oder eine Kritik, was wir so bewerten. D.h. manchmal steigen wir sozusagen in die Eisen, wo es nichts zu verteidigen gibt. Wir bringen unseren Körper in Kampfbereitschaft, beschleunigen völlig überflüssigerweise unsere Herzfrequenz, Atmung, etc.
Zum anderen verschärft unsere Verteidigung meist den Konflikt oder führt überhaupt erst zu einem Streit. Unser Partner sieht seine Meinung in Frage gestellt und fühlt sich nun ebenfalls angegriffen.
Die Folge ist, dass er meist nachlegt und seinen Kommentar oder seine Kritik noch verschärft, indem er weitere Beweise anführt. Wir geraten in einen Kreislauf von gegenseitigem Angriff und Verteidigung.
Der Psychologe J. Gottman zählt Mauern zu den 4 apokalyptischen Reitern, die eine Beziehung zerstören können.
Gibt es eine typische Formulierung deines Partners, bei der du rot siehst?
Was bedeutet diese Kritik oder dieser Angriff für deine Person?
Wie könntest du anders reagieren, damit der Konflikt nicht eskaliert? Wie wäre es z.B., wenn du mit Humor oder indem du deinem Partner zum Teil zustimmst, reagieren würdest?
Was würde passieren, wenn du deinem Partner zustimmst, dass du verstehst, wie er es sieht und wie er reagierst ohne etwas darüber zusagen, ob er Recht hat?
© 2012 Dr. Doris Wolf - 1x1 einer guten Partnerschaft - Verteidigung in der Partnerschaft
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