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Manche Menschen ziehen lückenlos vom Elternhaus mit dem Partner zusammen. Sie haben dann nicht gelernt, alleine zu leben und für sich selbst zu sorgen. Sie benötigen ihren Partner, um sich gut und liebenswert zu fühlen, vielleicht auch, um den Alltag zu bewältigen. Da sie kein Vertrauen in ihre Fähigkeiten entwickelt haben, haben sie große Angst vor einer Trennung.
Dies kann zur Folge haben, dass
Partner mit Trennungsangst versuchen mit allen Mitteln, eine Trennung zu vermeiden. Durch ihr Klammern treiben sie ihren Partner jedoch eher weg, als ihn zu halten. Der Partner fühlt sich eingeengt und wehrt sich u.U. durch Fremdgehen oder eine Trennung.
Eine Klientin fragte mich:
Ich lebe seit August von meinen Mann getrennt. Er hat ein Verhältnis mit einer anderen Frau und hat mich Hals über Kopf verlassen. Da er mich bereits einmal betrogen hat, habe ich kein Vertrauen mehr zu ihm. Ich habe die Scheidung eingereicht und mit meinem Mann über unsere Finanzen und unser Eigentum geredet. Jetzt habe ich aber unheimlich Angst, ob ich das alles bewältigen kann und mein Mann sich an die Absprachen hält. Ist das normal?
Ich habe ihr geantwortet:
Sie haben im Augenblick zwei Stimmen in sich. Die eine sagt, dass Ihr Mann Sie immer wieder betrügen wird und dass Sie sich unbedingt trennen müssen. Die andere sagt, dass Sie das alles nicht schaffen werden und lieber in der Partnerschaft bleiben sollen.
Dieser Konflikt löst starke Anspannung und Schlafstörungen bei Ihnen aus. Es ist ganz normal und verständlich, dass Sie im Augenblick beunruhigt sind. Wann immer die Zukunft ungewiss ist, man glaubt, etwas nicht zu schaffen, oder keine Lösung für seine Probleme sieht, reagiert der Körper alarmiert. Man kann sich nicht recht konzentrieren, sich nichts merken, ist gefährdet, einen Unfall zu haben.
Am besten beginnen Sie damit, genau aufzuschreiben, welche Veränderungen nach einer Trennung auf Sie zukommen werden. Dann notieren Sie zu jedem Problem, welche Lösungsmöglichkeiten Sie haben könnten. Wer oder was könnte Ihnen dabei helfen, dieses Problem zu lösen?
Erinnern Sie sich auch daran, welche Krisen Sie früher bereits überwunden haben. Was hat Ihnen damals geholfen? Können Sie diese Lösungsmöglichkeiten auch heute wieder nutzen? Der Besuch einer Trennungsselbsthilfegruppe könnte Ihnen auch Stärke geben. In der Buchhandlung gibt es viele Bücher von Betroffenen, die eine Trennung erfolgreich bewältigt haben.Vielleicht schauen Sie mal in das eine oder andere Buch hinein. So stärken Sie Ihren Mut. Sie können sich auch Unterstützung bei einem Psychotherapeuten holen. Eine Therapie zahlen die gesetzlichen Krankenkassen.
Gut wäre es auch für Sie, wenn Sie Ihren Körper unterstützen, indem Sie ein Entspannungsverfahren erlernen oder die Spannung durch Bewegung wie z.B. Walken oder Schwimmen abbauen. Ob Ihr Mann sich an die Absprachen hält, liegt leider nicht in Ihrer Hand. Sie können jedoch auf jeden Fall etwas dafür tun, um ruhiger zu werden und Ihr Vertrauen in sich zu verstärken.
Angst macht dich unfrei. Du brauchst deinen Partner, um dich geborgen zu fühlen, und du fühlst dich schwächer, als du in Wirklichkeit bist.
Nimm dir kleine Schritte vor, um dich aus deiner Abhängigkeit zu lösen. Gehe diese Schritte mit Angst und deine Angst wird abnehmen. Du wirst dich freier fühlen und kannst auch mehr Liebe für deinen Partner empfinden.
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© 2005-2011 Dr. Doris Wolf - Partnerschaft Lexikon - Angst vor der Trennung - was tun? - Trennungsangst
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