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Aus meiner Ehe- und Paarberatung:

Mein Verlobter will Ehevertrag

Leserfrage Partnerschaftsproblem Jana schildert folgendes Problem:

Markus und ich sind jetzt seit acht Jahren zusammen. Vergangenes Weihnachten haben wir uns endlich verlobt, im Sommer soll die Hochzeit sein.

Als er jetzt plötzlich was von einem Ehevertrag sagte, fühlte ich mich wie vor den Kopf geschlagen. Entweder man liebt und vertraut sich – dann kann man auch heiraten. Oder man vertraut sich nicht, dann sollte man es auch lassen.

Eine Ehe ist doch kein Geschäft, für das man Verträge abschließt. Denkt er etwa, ich heirate ihn, um mich nach einer Scheidung zu bereichern?

Mich hat das so verletzt, dass ich kurz davor bin, die Hochzeit abzublasen. Bedeuten ihm die acht Jahre denn gar nichts? Hat er mich in der ganzen Zeit nicht besser kennen gelernt?

Leserfrage Partnerschaftsproblem Marcus, ihr Mann, sagt dazu:

Janas heftige Reaktion hat mich überrascht. Das ist doch nur eine Formalie! Natürlich hoffe ich auch, dass unsere Ehe niemals auseinander geht.

Aber das denkt jeder, der heiratet. Man hört doch immer wieder, was für einen Zank um jeden Teller, um jede Tasse es bei Scheidungen ohne Ehevertrag gibt.

Gerade weil wir uns nun schon so lange kennen und uns so eine große Liebe verbindet, sollten wir uns so etwas im Falle eines Falles ersparen.


Ich habe geantwortet:

Fast jede zweite Ehe wird in Deutschland geschieden. Dennoch gehen die meisten von uns mit der Vorstellung eine Partnerschaft ein, dass sie bis ans Lebensende andauere.

Absprachen und Verträge über den Versorgungsaustausch, das Sorgerecht der Kinder, usw. werden von dem als unromantisch und fehlende Liebe ausgelegt, der sie nicht möchte.

Es gibt jedoch an diesem Punkt nicht das eine richtige Vorgehen. Weder ist der Verzicht auf den Abschluss eines Ehevertrages ein Beweis für die wahre Liebe noch ist der Abschluss eines Ehevertrages ein Hinweis auf fehlende Liebe.

Es ist unsere ganz persönliche Entscheidung, wie wir dies sehen wollen. Fest steht, dass wir alles daran setzen sollten, dass unsere Partnerschaft gelingt, dass es jedoch durchaus sinnvoll ist, sich auch mit dem Gedanken zu befassen, wie stehe ich da, wenn die Partnerschaft zerbricht.

Jeder von uns hat auch für sich selbst zu sorgen.

Was Sie tun können

1. Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Angst davor, dass er Ihnen nicht vertraut und Sie nicht genügend liebe. Ihr Partner hat dann die Möglichkeit, Ihre Befürchtungen zu entkräften.

2. Überlegen Sie sich, ob der Ehevertrag für Sie nicht auch Vorteile haben könnte. Er könnte Ihnen beispielsweise Sicherheit geben, was Sie nach einer Trennung erwartet bzw. könnte große Auseinandersetzungen verhindern.

3. Holen Sie sich noch einige neutrale Meinungen aus. Wer in ihrem Freundskreis hat ebenfalls einen Ehevertrag abgeschlossen?

Wer hat sich weshalb dagegen entschieden? Wie ist deren Sichtweise?


Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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