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Aus meiner Ehe- und Paarberatung:

Mein Mann ist ein Morgenmuffel

Leserfrage Partnerschaftsproblem Angelika schildert folgendes Problem:

Wenn der Tag doch erst mittags anfinge! Morgens ist mein Mann einfach ungenießbar. Es fängt schon damit an, dass bei ihm gar nichts anfängt.

Der Wecker kann so oft klingeln wie er will, mein Angetrauter bewegt sich keinen Zentimeter aus dem Bett. Also ist es an mir, ihn rauszuscheuchen, denn zur Arbeit muss er ja auf jeden Fall pünktlich erscheinen.

Damit mache ich mich bei ihm nicht gerade beliebter. Dann wird die Zeit natürlich knapp und Jörn muffelt und mault wo er nur kann.

Beim Frühstück vergeht mir in seiner Gegenwart regelmäßig der Appetit. Man kann keinen normalen Satz mit ihm reden: er gibt nur einsilbige Antworten, blubbert irgendwas oder reagiert gar nicht.

Gemeinsame Unternehmungen am Wochenende scheitern daran, dass der gesamte Vormittag durch ihn blockiert ist.

Leserfrage Partnerschaftsproblem Jörn, ihr Mann, sagt dazu:

Es gibt nun mal Frühaufsteher und es gibt Morgenmuffel. Das ist eine Frage der Veranlagung, da kann ich nichts dran ändern, tut mir leid.

Wer viel arbeitet, braucht auch viel Ruhe; leider stehe ich abends noch so unter Strom, dass ich erst spät einschlafen kann.

Also versuche ich, morgens so viel Schlaf wie möglich nachzuholen. Mag ja sein, dass ich für meine Umwelt dann ein wenig anstrengend bin.

Aber ich meine das nicht persönlich. Das muss Angelika doch auch verstehen.


Ich habe geantwortet:

Ob es eher Veranlagung oder eher Gewohnheit ist, früh schlafen zu gehen und dafür früh aufzustehen oder spät ins Bett zu gehen und auszuschlafen, darüber lässt sich streiten

Und noch mehr lässt sich darüber streiten, ob der Partner sich uns zuliebe zusammennehmen und ändern sollte.

Es ist nun mal nicht jedermanns Sache, den Tag mit Begeisterung zu begrüßen und sich morgens schon über Gott und die Welt zu unterhalten.

Wenn die Partner unterschiedliche Vorlieben haben, dann lässt sich meist mit gutem Willen nur ein Arrangement treffen, um nicht jeden Morgen gleichermaßen enttäuscht zu sein.

Beispielsweise kann man sich darauf einigen, an einem Tag des Wochenendes früher oder später aufzustehen, um gemeinsam zu frühstücken oder etwas zu unternehmen.

Oder aber man verlegt wichtige Gespräche auf das gemeinsame Mittag- oder Abendessen bzw. einen gemeinsamen Spaziergang.

Es wäre zwar schön, wenn unser Partner den gleichen Tagesrhythmus wie wir haben würde, aber letztendlich ist es unsere übertrieben hohe Erwartung, die uns ärgerlich und enttäuscht macht.

Was Sie tun können

1. Überlassen Sie Ihrem Partner die Verantwortung dafür, ob er pünktlich zu seinen Terminen kommt oder nicht. Er ist erwachsen, Sie sind nicht seine Mutter. Notfalls muss er erleben, dass seine morgendliche Zeitplanung nicht funktioniert und sich umstellen.

2. Geben Sie Ihre Forderung auf, dass er am Frühstückstisch ein sprühender Unterhalter ist. Sorgen Sie stattdessen dafür, dass es Ihnen beim Frühstücken gut geht. Schalten Sie sich den Radio an oder lesen Sie Zeitung.

3. Treffen Sie wichtige Absprachen mit Ihrem Partner zu einem Zeitpunkt, an dem er aufnahmebereit ist, beispielsweise am Mittag oder Abend.


Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Was mich besonders motiviert ist der Wunsch, dass Menschen ihre Fähigkeit entdecken, besser mit sich und anderen auszukommen. Das ist auch das Ziel meiner Ratgeber.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.


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